Entenfüttern: Spaß für Menschen, Problem für Tiere – NABU-Experte klärt auf

07. Juli 2024 , 17:43 Uhr

Region (dk) – Entenfüttern ist für viele ein liebgewonnenes Ritual, doch ist es wirklich gut für die Tiere? Eberhard Klein, Leiter des NABU Bodenseezentrums bei Konstanz, erläutert, warum das Füttern von Enten problematisch sein kann und gibt wertvolle Tipps.

Problematisches Brot

Vor allem Kinder und Rentner füttern häufig Enten an Seen und Flüssen. „Die Tiere sind begeistert und kommen da her. Das mögen die Kinder total gerne und das ist ja auch verständlich und finde ich durchaus auch eine wichtige Sache, dass die Kinder mit den Tieren auch einen schönen unmittelbaren Kontakt haben“, sagt Klein. Doch für die Enten selbst ist das Ganze nicht unproblematisch.

Ein Hauptproblem ist das Brot, das oft gefüttert wird. „Zum einen ist das relativ viele Salz, was im Brot enthalten ist, was nicht gut für die Enten ist. Dann ist es oft altes Brot, das unter Umständen schimmelig ist. Auch das ist nichts, was für die Enten gut ist“, erklärt Klein. Zudem schimmelt und vergammelt das Brot schnell, wenn es im Wasser liegt, was gesundheitliche Probleme für die Enten nach sich zieht.

Gesundheitsrisiko durch Kot

Ein weiteres Problem entsteht, wenn das Füttern immer an derselben Stelle geschieht, etwa an der Strandpromenade. „Dann sammelt sich dort Kot an, das Futter wird in Kot Bereiche gestreut und dass das ein gesundheitliches Risiko ist, das sollte eigentlich jedem klar sein“, betont der Experte.

Gibt es Alternativen?

Auch Alternativen zum Brot sind nicht ideal. „Was man noch machen kann, was nicht ganz so extrem ist, ist zum Beispiel mit Mais zu füttern oder dergleichen, um dann genau diese Salzbelastung nicht zu haben. Aber die anderen Dinge bleiben dort auch vorhanden“, erklärt Klein. Trotzdem empfiehlt der NABU grundsätzlich, von Fütterungen abzusehen: „Die Tiere finden eigentlich im Lebensraum genügend Nahrung. Eine zusätzliche Fütterung nutzt in den wenigsten Fällen tatsächlich der Natur was. Es ist ein schönes Erlebnis für die Menschen, aber den Tieren ist in unseren Augen relativ wenig geholfen.“

Enten sind also durchaus in der Lage, ohne zusätzliche Fütterung zu überleben. Klein abschließend: „Die Tiere finden eigentlich im Lebensraum genügend Nahrung. Eine zusätzliche Fütterung nutzt in den wenigsten Fällen tatsächlich der Natur was.“

Für mehr Informationen und um die lokale Tierwelt zu unterstützen, empfiehlt der NABU auf das Füttern von Enten zu verzichten und stattdessen die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.

 

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