Endlich freie Fahrt: Schluss mit Verkehrs-Nadelöhr in Ludwigshafen

02. Juli 2026 , 14:56 Uhr

Für Pendler und Unternehmen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen ist es ein lang erwarteter Moment: Nach Jahren des Bauens, Umleitens und Improvisierens wird am Freitag die Hochstraße Süd in Ludwigshafen für den Verkehr freigegeben. Die teils neu errichtete, teils grundlegend modernisierte Achse gilt als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre in der Metropolregion.

Großbaustelle nach Notsperrung

Noch vor wenigen Monaten prägten Betonreste, Baugruben, Kräne und schwere Lastwagen das Bild entlang der Trasse. Wo Bagger und Arbeiter unter Hochdruck werkelten und tonnenweise Material bewegt wurde, rollen nun wieder Autos und Lieferwagen. Für viele Menschen in der Region endet damit eine lange Zeit mit Verkehrsbehinderungen, Umwegen und Staus.

Am 22. August 2019 war die Brücke aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Im Januar 2020 hatte der Rückbau begonnen.

Meilenstein für die Region

Die zweitgrößte Stadt in Rheinland-Pfalz spricht von einem Meilenstein für die gesamte Region. «Die Hochstraße Süd stellt ein bedeutendes Stück leistungsfähige Infrastruktur für die Metropolregion Rhein-Neckar dar», sagte ein Stadtsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die Freigabe sei nicht nur für den täglichen Pendlerverkehr von großer Bedeutung, sondern auch für zahlreiche Unternehmen auf beiden Seiten des Rheins.

Besonders mit Blick auf die kommenden Großbaustellen komme der Strecke eine zentrale Rolle zu. «Während des geplanten Umbaus des Nordbrückenkopfes, des Abrisses der Hochstraße Nord und des Baus der Helmut-Kohl-Allee wird die Kurt-Schumacher-Brücke für den Verkehr in Richtung Mannheim nicht mehr zugänglich sein», erläuterte der Sprecher. Deshalb sei es «eine Grundvoraussetzung für diese Bauphase, dass die Hochstraße Süd als Alternative für den Verkehr vollständig geöffnet ist».

Gesamtkosten rund 147 Millionen Euro

Nach Angaben der Stadt Ludwigshafen wurde der vorgesehene Zeitplan eingehalten. Kommune und Bauprojektgesellschaft (BPG) hätten «ein komplexes Bauvorhaben in kürzester Zeit und unfallfrei gestemmt». Zum schnellen Fortschritt habe neben der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten auch das Planungsbeschleunigungsgesetz beigetragen. Die Gesamtkosten liegen bei rund 147 Millionen Euro.

Mit dem Abschluss richtet die Stadt den Blick bereits auf die weitere Entwicklung entlang der künftigen Helmut-Kohl-Allee. Auf dem rund 40 Hektar großen innerstädtischen Gebiet sollen Wohnungen, Arbeitsplätze, Bildungs- und Freizeitangebote entstehen. «Wir wollen dort Raum zum Wohnen und Arbeiten, für Bildung und Freizeit schaffen – sozial und ökologisch nachhaltig.»

Ministerpräsident und Verkehrsminister kommen

Die Wiedereröffnung feiert die Stadt mit Bürgerinnen und Bürgern. Für Freitag (16.00 Uhr) ist eine Feier geplant – als Symbol für das Ende einer Baustellenzeit und den Beginn eines neuen Abschnitts der Verkehrsinfrastruktur. Erwartet werden der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder und sein Bruder, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU).

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