Elterninitiative fordert vom Land Konzept zur G9-Rückkehr

16. April 2024 , 07:50 Uhr

Stuttgart (dpa/tk) – Am Mittwoch wird der baden-württembergische Landtag aller Voraussicht nach den von zehntausenden Eltern unterstützten Volksantrag zur G9-Rückkehr ablehnen. Das von der grün-schwarzen Regierung versprochene Konzept zur Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums jedoch bleibt vage.

Eltern machen Druck

Vor der erwarteten Ablehnung ihres Volksantrags durch den Landtag fordert die Elterninitiative für eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium von der Landesregierung ein Alternativkonzept zur G9-Rückkehr. «Was wir uns erhofft hätten, ist ein Alternativkonzept vonseiten der Landesregierung, in dem transparent vorgelegt wird, was geplant ist», sagte Anja Plesch-Krubner, eine der Initiatorinnen des Volksantrags, der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Volkantrag wahrscheinlich abgelehnt

Die Eltern hatten mehr als 100.000 Unterschriften für eine schnelle Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium in Baden-Württemberg gesammelt und mit einem entsprechenden Gesetzentwurf an den Landtag übergeben. Dieser entscheidet am Mittwoch über den Antrag – und wird ihn aller Voraussicht nach ablehnen. Das empfiehlt jedenfalls der Bildungsausschuss dem Plenum in einem Beschlussvorschlag.

Land verspricht Rückkehr zu G9

Nach der erfolgreichen Unterschriftensammlung hatte auch die Landesregierung dem Druck der Eltern nachgegeben und erklärt, ein Konzept zur Rückkehr zu G9 erarbeiten zu wollen. Details zu diesem Konzept hat die Landesregierung bisher nur wenige mitgeteilt.

Bei der Beratung des Volksantrags im Bildungsausschuss hatte der Staatssekretär im Kultusministerium, Volker Schebesta (CDU), gesagt, man wolle die flächendeckende Rückkehr frühestens zum Schuljahr 2025/2026 schrittweise Klassenstufe für Klassenstufe umsetzen und keine Wechseloption für ältere Schülerinnen und Schüler anbieten. «Für uns steht fest, dass wir ein neunjähriges Gymnasium aufwachsend als Regelform einführen werden», sagte Schebesta Mitte März. «Aufwachsend heißt, dass wir mit den unteren Klassenstufen beginnen», sagte Schebesta. Eine Wechseloption für Klassen der Mittelstufe sei nicht vorgesehen.

Genau das fordert aber die Elterninitiative. In ihrem Volksantrag ist vorgesehen, dass alle derzeitigen Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien bis zur zehnten Klasse zwischen G8 und G9 wählen können sollen. «Die Mehrheit der Unterzeichner hat schon Kinder am Gymnasium. Denen ist die Dehnungsmöglichkeit für die jetzigen Gymnasiasten sehr wichtig», sagte Plesch-Krubner.

Anzeige
Baden-Württemberg Elterninitiative G9 Gymnasium Landtag Schule Volksantrag

Das könnte Dich auch interessieren

17.04.2026 Endspurt – Die Abiturprüfungen im Südwesten beginnen Baden-Württemberg (dpa/tk) - Mathe, Deutsch, Physik, Bio, Geschichte und viele weitere Fächer – in der Abiphase müssen sich tausende Schüler ihren Prüfungsfächern stellen. 09.03.2026 Der Fahrplan - So geht es nach der Wahl im Südwesten weiter Stuttgart (dpa/tk) - Baden-Württemberg hat gewählt. Nun muss aus den neuen Verhältnissen im Landtag eine stabile Regierung gebaut werden. Bis es so weit ist, dauert es aber noch einige Zeit. Wie sieht der Fahrplan aus vom Wahlabend zur Bildung einer neuen Regierung?  04.09.2026 Nach Krawallen beim Waldhof-Pokalspiel: Polizei gründet Ermittlungsgruppe Südwesten (dpa/svs) - Nach den heftigen Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern arbeitet die Polizei die Vorfälle jetzt mit einer eigenen Ermittlungsgruppe auf. Gleichzeitig will Baden-Württemberg bei der Stadionsicherheit nachschärfen – und bringt mögliche Bußgelder für Vereine ins Spiel. 11.07.2026 Wir haben die Tipps: So grillt ihr nachhaltig und lecker Region (pm/dk) - Sommerzeit ist Grillzeit! Ob zuhause im Garten oder an öffentlichen Feuerstellen: Grillen gehört einfach dazu. Doch gerade beim beliebten Sommervergnügen lohnt sich ein Blick auf Umwelt- und Klimaschutz. Der NABU Baden-Württemberg zeigt, wie ihr beim Grillen ganz einfach nachhaltiger genießen könnt – ohne auf Geschmack und Spaß zu verzichten.