Elch streift durch den Schwarzwald - wird er heimisch?

10. Oktober 2025 , 04:45 Uhr

Offenburg (dpa/tk) – Ein einzelner Elch wurde Kinzigtal gesichtet. Warum Wildtier-Experte Maximilian Lang entspannt bleibt und welche Risiken dennoch bestehen.

Entlaufenes Haustier?

Ein Elch streift durch den Schwarzwald – und könnte dort womöglich heimisch werden, sofern er nicht aus menschlicher Obhut stammt. «Wir glauben das zwar eher nicht. Aber wenn es sich tatsächlich um ein wanderndes Tier handeln sollte, dann ist es eigentlich auch kein Problem, wenn es im Schwarzwald bleibt», sagt der Wildtierbeauftragte des betroffenen Ortenaukreises, Maximilian Lang.

Derzeit sei nur ein Exemplar der in Baden-Württemberg bislang nicht freilebenden Art bekannt. Doch selbst zehn Tiere wären aus seiner Sicht kein Problem, sagt Lang. Derzeit gehe er aber stark davon aus, dass das Tier aus privatem Besitz stamme. Melde sich ein Eigentümer, werde es wohl eingefangen und zurückgebracht.

Anders als bei Elch Emil

Handlungsbedarf gebe es ansonsten erst, wenn sich der Elch – wie jüngst der Jungbulle Emil in Österreich – einer Stadt nähere, sagt Lang. Emil war betäubt worden, bekam einen GPS-Tracker und wurde in der Nähe eines tschechischen Nationalparks freigelassen. «Auch beim Straßenverkehr kann es heikel werden», sagt der Experte. «Aber das Netz im Schwarzwald ist deutlich weniger dicht als in den Ballungsräumen.» Ganz auszuschließen sei das Risiko eines Wildunfalls jedoch nie.

Zwar könne theoretisch auch Verbiss – also das Abbeißen von Blättern oder Zweigen – ein Problem sein, doch Lang winkt ab: «Bei nur einem oder einigen Elchen stört das nicht. Das ist bei Rehen und Hirschen genauso. Wenn es hingegen Tausende wären, wäre das etwas anderes.»

Selbst eine kleine Elch-Population hält der Wildtierbeauftragte für unproblematisch. «Der Elch würde sich hier definitiv wohlfühlen und vermehren», ist Lang überzeugt. Voraussetzung dafür sei allerdings ein politischer und gesellschaftlicher Wille.

Einen Spitznamen? Bloß nicht

Der Schwarzwald-Elch ist noch namenlos. Wie wäre es mit einem Spitznamen wie bei der Krake Paul und dem Bären Bruno? Da winkt Lang ab. «Das mach’ ich besser nicht», sagt er. «Sobald man ihnen einen Namen gibt, wird es emotionaler – und gehypt.»

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