Einigung im Tarifstreit - keine ÖPNV-Streiks mehr im Südwesten

10. März 2026 , 10:43 Uhr

Baden-Württemberg (pm/tk) – Im Februar hatte es Warnstreik bei Bussen und Bahnen in Karlsruhe und Baden-Baden gegeben. Nun haben sich die Gewerkschaft Verdi und die kommunalen Verkehrsunternehmen geeinigt.

Kompromiss nach nächtlichem Verhandlungsmarathon

Nach intensiven Verhandlungen bis tief in die Nacht in Stuttgart haben sich die Tarifparteien im kommunalen Nahverkehr in Baden-Württemberg auf einen neuen Manteltarifvertrag verständigt. Nach Angaben von ver.di Baden-Württemberg und des Kommunalen Arbeitgeberverbands Baden-Württemberg (KAV) umfasst der Abschluss ein Gesamtpaket, das sowohl Verbesserungen für Beschäftigte als auch Planungssicherheit für die kommunalen Verkehrsunternehmen schafft.

Tarifeinigung im ÖPNV

Der KAV betonte, dass das Ergebnis die wirtschaftlich angespannte Lage vieler Kommunen berücksichtigt und gleichzeitig gezielte Verbesserungen bei Zuschlägen und zu besonders belastenden Arbeitszeiten vorsieht.

ver.di hebt hervor, dass mit dem Tarifergebnis alle wesentlichen noch bestehenden Ungerechtigkeiten bei Zuschlägen und Eingruppierung behoben werden und die erforderliche Anpassung der Arbeitsbedingungen an die Herausforderungen der Verkehrswende und des anhaltenden Fachkräftemangels auf den Weg gebracht worden ist.

Darauf einigten sich die Tarifparteien

Der Tarifabschluss enthält mehrere Anpassungen bei Zuschlägen und Arbeitsbedingungen. Der Nachtzuschlag steigt auf 25 Prozent. Die Zeitspanne für Samstagszuschläge wird ab Juni 2026 ausgeweitet. Zugleich steigt der Samstagszuschlag schrittweise bis 2028 auf 20 Prozent. Alle Zuschläge werden bis 2029 stufenweise erhöht.

Die Bezahlung von Überstunden wird bis zum Jahr 2030 in zwei Stufen verbessert, ab 2030 erfolgt eine individuelle Bezahlung von Überstunden. Für benannte gewerkschaftlich organisierte Vertrauensleute wird eine zeitweise Freistellung vereinbart. Ab 2029 sind tariflich 10,5 Stunden Mindestruhezeiten vereinbart.

Zudem wird der Manteltarifvertrag mit allen Regelungen bis Ende Dezember 2029 verlängert. Für diesen Zeitraum gilt für den Manteltarifvertrag Friedenspflicht bis Januar 2030. Der Tarifvertrag betrifft etwas 6.7000 Beschäftigte in Baden-Württemberg. Der KAV vertritt landesweit die kommunalen Verkehrsunternehmen der Städte Stuttgart, Karlsruhe, Baden-Baden, Konstanz, Heilbronn, Esslingen und Freiburg.

Anzeige
Baden-Württemberg Bahn Bus Einigung Geld Gewerkschaft, Kommunale Verkehrsunternehmen Manteltarifvertrag Nahverkehr ÖPNV Tarifstreit Überstaunden verdi Zuschlag

Das könnte Dich auch interessieren

26.02.2026 Warnstreiks im ÖPNV sind im Südwesten noch nicht sicher Stuttgart (dpa/tk) - Verdi ruft am Freitag zu bundesweiten ÖPNV-Warnstreiks auf. In Baden-Württemberg sei aktuell aber nichts geplant, sagt der Landesbezirk. Man wolle heute zunächst mit den Arbeitgebern verhandeln. 03.03.2026 Verdi: Keine Nahverkehr-Warnstreiks in den nächsten Tagen Baden-Württemberg (dpa/tk) - Hunderttausende Fahrgäste im Südwesten können erst einmal durchatmen: Bis zum 9. März drohen keine Warnstreiks im Nahverkehr. Wie es danach in Karlsruhe, Stuttgart und Co. weitergeht, bleibt spannend. 26.02.2026 Noch keine Einigung: Verdi droht ÖPNV-Warnstreiks im Südwesten Baden-Württemberg (dpa/dk) - Im Tarifstreit im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Baden-Württemberg spitzt sich die Lage weiter zu. Eine Einigung ist bislang nicht in Sicht. Die Gewerkschaft Verdi erhöht nun den Druck – und stellt weitere Warnstreiks in Aussicht. 13.01.2026 Warnstreiks im öffentlichen Dienst am Dienstag und Mittwoch Karlsruhe (pm/tk) - Die Gewerkschaft ver.di ruft im öffentlichen Dienst in Baden-Württemberg unmittelbar vor der zweiten Verhandlungsrunde zu weiteren Warnstreiks auf.