Eine Stunde geschenkt - Uhren werden zurückgestellt

23. Oktober 2020 , 11:05 Uhr

Karlsruhe (dpa/lk) – Eine Stunde länger schlafen: In Deutschland geht am Wochenende die Sommerzeit zu Ende. Pünktlich um 03:00 Uhr werden in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Uhren um eine Stunde auf 02:00 Uhr zurückgestellt. Dann gilt bis Ende März wieder die Normalzeit, oft auch Winterzeit genannt. Am 28. März 2021 werden die Zeiger wieder um eine Stunde vorgedreht.

Bleibt die Uhrumstellung vorerst?

Zweimal im Jahr wird an der Uhr gedreht. Das scheint vorerst auch so zu bleiben. Obwohl das EU-Parlament 2019 eine Abschaffung vorantrieb, ist derzeit nicht absehbar, dass es im kommenden Jahr wirklich Schluss ist mit dem Uhrenumstellen. Im nächsten Jahr sollte die Zeitumstellung eigentlich abgeschafft werden, so zumindest beschloss es das Europäische Parlament 2019. Dass es dazu kommt, ist aber mehr als fraglich – ein schnelles Ende der halbjährlichen Zeitumstellung auf europäischer Ebene ist derzeit nicht in Sicht, weil es keine ausreichende Mehrheit unter den 27 Mitgliedstaaten gibt, welche Zeit künftig gelten soll.

Flickenteppich in EU vermeiden

Ein Flickenteppich verschiedener Zeitzonen unter Nachbarstaaten soll vermieden werden. Es fehle derzeit eine europaweite Folgenabschätzung, hieß es dazu zuletzt von der Bundesregierung. Die Zeitumstellung wurde 1980 eingeführt, damals war das Ziel, die Tageshelligkeit besser ausnutzen zu können. Bei einer dauerhaften Sommerzeit würde es im Westen des Kontinents im Winter sehr spät hell werden. Bei einer ständigen Winterzeit würde die Sonne im Sommer im Osten sehr früh aufgehen.

Kinder leiden unter Einschlafproblemen

Nach einer Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse leiden vor allem Familien darunter, wenn am Wochenende die Uhren wieder umgestellt werden. Kinder müssten sich an neue Schlafenszeiten gewöhnen – bei einer Forsa-Umfrage im vergangenen Jahr gab mehr als die Hälfte der Befragten an, ihr Nachwuchs habe dadurch Einschlafprobleme und sei gereizter oder müder als gewöhnlich.

Automatische Umstellung der Funkuhren

Der technische Impuls zur Zeitumstellung geht auch am Sonntag wieder von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig aus. Die Behörde ist für die Verbreitung der gesetzlichen Zeit in Deutschland zuständig. Experten des Instituts sorgen dafür, dass über einen Langwellensender mit Namen DCF77 in Mainflingen bei Frankfurt/Main Funkuhren, Bahnhofsuhren und viele Uhren der Industrie mit dem Signal versorgt werden.

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