Eichner gibt sich vor dem Flutlichtspiel trotz Trennung loyal

09. April 2026 , 15:52 Uhr

Karlsruhe (dpa/dk) – Beim Karlsruher SC geht eine lange Ära zu Ende. Nach der angekündigten Trennung zum Saisonende hat Trainer Christian Eichner auf Kritik an der Vereinsführung verzichtet – und den Blick lieber nach vorn gerichtet. Denn schon am Freitagabend wartet mit Arminia Bielefeld das nächste wichtige Spiel.

Eichner vermeidet Kritik nach Trennungs-Entscheidung

Nach dem beschlossenen Abschied zum Saisonende hat sich Christian Eichner betont loyal zum Karlsruher SC gezeigt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sport-Geschäftsführer Mario Eggimann sprach der Trainer von „einer schweren Entscheidung und einem schweren Moment“.

Trotz der bevorstehenden Trennung vermied Eichner jede kritische Bemerkung in Richtung Vereinsführung. Stattdessen machte er deutlich, worauf der Fokus nun liegt: auf das Heimspiel gegen Arminia Bielefeld am Freitagabend.

„Ich habe versucht, das einzuordnen und gleichzeitig den Blick auf Bielefeld zu richten. Darin liegt der Spagat“, sagte der Coach vor der Partie des Tabellenneunten. Sechs Spiele vor Saisonende gehe es jetzt darum, mit dem Team und dem Publikum noch einmal etwas zu bewegen. „Ich hoffe, dass wir das hinbekommen und uns in den nächsten fünf, sechs Wochen in einen Flow bringen.“

Eggimann bleibt bei Begründung weiter vage

Warum der KSC und Eichner nach Saisonende getrennte Wege gehen, erklärte Mario Eggimann erneut nur allgemein. Der Sport-Geschäftsführer verwies einmal mehr auf neue „Impulse“, die sich der Verein von einem neuen Cheftrainer verspreche.

Die Mannschaft habe zuletzt nicht immer auf dem gleichen Niveau gespielt, sagte Eggimann. Das könne auch damit zusammenhängen, dass das Trainerteam um Eichner „seit vielen, vielen Jahren“ im Amt sei.

Auch bei der Frage nach einem Nachfolger blieb Eggimann unkonkret. Nur so viel: Die Entscheidung solle nicht erst im Juni fallen. Der als Wunschkandidat gehandelte Tobias Strobl vom SC Verl hat Spekulationen über einen Wechsel laut den vorliegenden Informationen bereits zurückgewiesen.

Mehr als 23 Jahre beim KSC

Eichner ist seit vielen Jahren eng mit dem Karlsruher SC verbunden. Der frühere Bundesliga-Profi übernahm die Profimannschaft im Februar 2020 und trainiert sie damit seit mehr als sechs Jahren.

Insgesamt ist der Verein für ihn schon deutlich länger prägend. In mehr als 23 Jahren als Jugendspieler, Profi und Trainer sei der KSC seine „Familie“ geworden.

Flutlichtspiel am 29. Spieltag gegen Arminia Bielefeld

Sportlich richtet sich der Blick nun auf den 29. Spieltag. Am Freitagabend empfängt der KSC unter Flutlicht Arminia Bielefeld.

Für beide Teams geht es um wichtige Punkte. Der KSC steht mit 37 Punkten etwas über der Gefahrenzone. Bielefeld kommt auf 31 Punkte und liegt damit im unteren Mittelfeld der Tabelle. Der Abstand zum direkten Abstiegsplatz beträgt aber nur zwei Punkte. Für Karlsruhe könnte ein Sieg deshalb doppelt wertvoll sein: Der KSC würde damit die Marke von 40 Punkten erreichen.

Formkurve und Bilanz machen das Spiel spannend

Die jüngsten Ergebnisse sprechen nicht klar für Bielefeld. Von den vergangenen Spielen gewann Arminia nur eins, zuletzt aber zuhause mit 2:1 gegen Darmstadt.

Auch der direkte Vergleich verspricht Spannung. Die Bilanz ist komplett ausgeglichen: 18 Siege für den KSC, 18 Siege für Bielefeld, dazu 12 Unentschieden. Tore gab es in den vergangenen Duellen ebenfalls reichlich. 2023 gewann Karlsruhe zuhause mit 4:2, im Hinspiel setzte es auswärts eine deutliche Niederlage.

Damit ist vor dem Flutlichtspiel alles offen – sportlich und emotional. Während die Entscheidung um Eichners Abschied weiter nachwirkt, braucht der KSC auf dem Platz die richtige Antwort.

Anzeige
2. Bundesliga 29. Spieltag Arminia Bielefeld Bielefeld Christian Eichner DFB Pokal Flutlichtspiel Karlsruhe Karlsruher SC KSC Mario Eggimann Saisonende, Tobias Strobl trainerwechsel Westfalenpokal

Das könnte Dich auch interessieren

08.04.2026 Jetzt ist es offiziell: KSC und Christian Eichner trennen sich nach der Saison Karlsruhe (pm/dk) - Nach sechseinhalb Jahren an der Seitenlinie des Karlsruher SC steht fest: Christian Eichner wird den KSC im Sommer verlassen. Verein und Trainer haben sich nach mehreren intensiven Gesprächen gemeinsam darauf verständigt, die Zusammenarbeit zum Ende der Saison zu beenden. 08.12.2025 KSC trennt sich von Co-Trainer Bajramovic – Daniel Gordon übernimmt vorerst Karlsruhe (pm/dk) - Beim Karlsruher SC gibt es eine wichtige Veränderung im Trainerteam: Der Club hat sich mit sofortiger Wirkung von Co-Trainer Zlatan Bajramovic getrennt. Bis zur Winterpause übernimmt Daniel Gordon interimsweise die Rolle des Co-Trainers. 07.04.2026 KSC reagiert auf Gerüchte um Eichner-Aus Karlsruhe (dpa/dk) – Nach den Medienberichten über ein mögliches Aus von Christian Eichner hat der Karlsruher SC Stellung bezogen. Der Verein bestätigt Gespräche mit dem Trainer, weist aber Darstellungen zurück, wonach der KSC seinen Chefcoach loswerden wolle. 06.11.2025 KSC reist mit Rückenwind nach Bielefeld – wird es der dritte Sieg in Folge? Karlsruhe (pm/dk) – Matchwinner Fabian Schleusener beschrieb seinen Last-Minute-Treffer zum 2:1 gegen Schalke 04 als „unbeschreibliches Gefühl“ – und viele KSC-Fans, die das Spektakel live erlebt haben, dürften ihm zustimmen. Viel Zeit zum Feiern bleibt Trainer Christian Eichner und seiner Mannschaft allerdings nicht: Schon am Samstag steht im Rahmen des 12. Spieltags die nächste Partie an – diesmal auswärts beim DSC Arminia Bielefeld. Anpfiff ist um 13 Uhr in der Bielefelder Schüco-Arena.