Karlsruhe (dpa/dk) – Beim Karlsruher SC geht eine lange Ära zu Ende. Nach der angekündigten Trennung zum Saisonende hat Trainer Christian Eichner auf Kritik an der Vereinsführung verzichtet – und den Blick lieber nach vorn gerichtet. Denn schon am Freitagabend wartet mit Arminia Bielefeld das nächste wichtige Spiel.
Nach dem beschlossenen Abschied zum Saisonende hat sich Christian Eichner betont loyal zum Karlsruher SC gezeigt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sport-Geschäftsführer Mario Eggimann sprach der Trainer von „einer schweren Entscheidung und einem schweren Moment“.
Trotz der bevorstehenden Trennung vermied Eichner jede kritische Bemerkung in Richtung Vereinsführung. Stattdessen machte er deutlich, worauf der Fokus nun liegt: auf das Heimspiel gegen Arminia Bielefeld am Freitagabend.
„Ich habe versucht, das einzuordnen und gleichzeitig den Blick auf Bielefeld zu richten. Darin liegt der Spagat“, sagte der Coach vor der Partie des Tabellenneunten. Sechs Spiele vor Saisonende gehe es jetzt darum, mit dem Team und dem Publikum noch einmal etwas zu bewegen. „Ich hoffe, dass wir das hinbekommen und uns in den nächsten fünf, sechs Wochen in einen Flow bringen.“
Warum der KSC und Eichner nach Saisonende getrennte Wege gehen, erklärte Mario Eggimann erneut nur allgemein. Der Sport-Geschäftsführer verwies einmal mehr auf neue „Impulse“, die sich der Verein von einem neuen Cheftrainer verspreche.
Die Mannschaft habe zuletzt nicht immer auf dem gleichen Niveau gespielt, sagte Eggimann. Das könne auch damit zusammenhängen, dass das Trainerteam um Eichner „seit vielen, vielen Jahren“ im Amt sei.
Auch bei der Frage nach einem Nachfolger blieb Eggimann unkonkret. Nur so viel: Die Entscheidung solle nicht erst im Juni fallen. Der als Wunschkandidat gehandelte Tobias Strobl vom SC Verl hat Spekulationen über einen Wechsel laut den vorliegenden Informationen bereits zurückgewiesen.
Eichner ist seit vielen Jahren eng mit dem Karlsruher SC verbunden. Der frühere Bundesliga-Profi übernahm die Profimannschaft im Februar 2020 und trainiert sie damit seit mehr als sechs Jahren.
Insgesamt ist der Verein für ihn schon deutlich länger prägend. In mehr als 23 Jahren als Jugendspieler, Profi und Trainer sei der KSC seine „Familie“ geworden.
Sportlich richtet sich der Blick nun auf den 29. Spieltag. Am Freitagabend empfängt der KSC unter Flutlicht Arminia Bielefeld.
Für beide Teams geht es um wichtige Punkte. Der KSC steht mit 37 Punkten etwas über der Gefahrenzone. Bielefeld kommt auf 31 Punkte und liegt damit im unteren Mittelfeld der Tabelle. Der Abstand zum direkten Abstiegsplatz beträgt aber nur zwei Punkte. Für Karlsruhe könnte ein Sieg deshalb doppelt wertvoll sein: Der KSC würde damit die Marke von 40 Punkten erreichen.
Die jüngsten Ergebnisse sprechen nicht klar für Bielefeld. Von den vergangenen Spielen gewann Arminia nur eins, zuletzt aber zuhause mit 2:1 gegen Darmstadt.
Auch der direkte Vergleich verspricht Spannung. Die Bilanz ist komplett ausgeglichen: 18 Siege für den KSC, 18 Siege für Bielefeld, dazu 12 Unentschieden. Tore gab es in den vergangenen Duellen ebenfalls reichlich. 2023 gewann Karlsruhe zuhause mit 4:2, im Hinspiel setzte es auswärts eine deutliche Niederlage.
Damit ist vor dem Flutlichtspiel alles offen – sportlich und emotional. Während die Entscheidung um Eichners Abschied weiter nachwirkt, braucht der KSC auf dem Platz die richtige Antwort.