Eichhörnchen im Garten unterstützen - bei der Nussjagd helfen

04. November 2020 , 08:41 Uhr

Karlsruhe/Stuttgart (pm/lk) – Mit ihren schwarzen Knopfaugen, dem buschigen Schwanz, ihrem rotbraunen, weichen Fell und der Vorliebe fürs Männchen-Machen sind Eichhörnchen klare Sympathieträger. Bei einem Waldspaziergang lassen sich, mit etwas Glück, jetzt noch viele Tiere beim Sammeln beobachten. Auch in Gärten, auf Friedhöfen und in Parkanlagen mit alten, hohen Bäumen sind die typischen Nadelwaldbewohner ganztags auf Nahrungssuche unterwegs. Wer möchte, kann die flinken Tiere mit einem Futterpaket im Garten unterstützen.

Hungriger Nager auf Sammeltour

Vor dem Winter nutzen die kleinen Nager in den Gärten das Angebot an Hasel- und Walnüssen, um Winterdepots für schlechte Zeiten anzulegen. „Einzelne Nüsse werden dazu an verschiedenen Stellen in der Erde vergraben. Anders als der Feldhamster, der ein zentrales Nahrungslager anlegt und bewacht, setzen Eichhörnchen auf verstreut liegende, kleine Nahrungsdepots. Da sie keinen Winterschlaf halten, müssen sie täglich auf Sammeltour gehen“, erklärt Stefan Bosch, Eichhörnchen-Experte des NABU Baden-Württemberg.

Fichte, Kiefer und Lärche auf dem Tisch

Ihre Hauptnahrung setzt sich dabei aus den Samen von Nadelbäumen wie Fichte, Kiefer und Lärche zusammen. Diese hängen in Zapfen verpackt ab Spätsommer in den Waldbäumen und werden von den Hörnchen den ganzen Winter über regelmäßig geerntet. Hinzu kommen Eicheln und Bucheckern. Ist die Hauptkantine wegen Schnee oder schlechtem Wetter temporär nicht erreichbar, werden die Nahrungsdepots geöffnet, die sie selbst unter geschlossener Schneedecke finden. Allerdings reicht dieser Notvorrat keineswegs den gesamten Winter. Was nicht ausgegraben wird, kann wachsen. So tragen sie mit dem Verstecken zur Verbreitung von Baum- und Straucharten bei.

Futter aus dem Garten

Auch im heimischen Garten können Sie Eichhörnchen unterstützen. Wer keine eigenen Haselnusssträucher im Garten hat, kann sie jetzt im Herbst noch pflanzen. Bis diese Früchte tragen, können auch spezielle Futterautomaten mit Futtermischungen aufgestellt werden. Die Haselnüsse schmecken übrigens auch Mäusen und Vögeln gut. Und von den früh blühenden, pollentragenden Kätzchen profitieren die ersten Insekten des Frühjahrs bereits ab Februar.

Tödliche Gefahr: Straßenverkehr

Im Spätherbst steht auch der Fellwechsel vom Sommerfell ins dichtere, besser isolierende Winterfell an. Die Tiere sehen dann mitunter ziemlich struppig und zerzaust aus. Dieses Jahr geborene Junghörnchen wandern spätestens jetzt aus dem Elternrevier ab und sind dann auch abseits von Wäldern zu sehen. „In dieser Zeit queren sie häufiger Straßen und können leichter Opfer des Straßenverkehrs werden. Daher bitten wir Autofahrerinnen und -fahrer, auf Eichhörnchen Rücksicht zu nehmen und aufmerksam zu fahren“, sagt Stefan Bosch.

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