Pforzheim (pm/dk) – Gold zieht wieder an, Silber bleibt gefragt und auch bei Platin ist die Nachfrage hoch: Die Edelmetallbranche in Deutschland schaut trotz weltpolitischer Unsicherheiten insgesamt positiv auf das laufende Jahr.
Nach Angaben der Fachvereinigung Edelmetalle in Pforzheim nimmt die Nachfrage nach Gold wieder zu. Thomas Weiß sagte mit Blick auf die weltpolitische Lage: „Die Unsicherheiten und globalen Spannungen nehmen ja nicht ab“.
Wegen des Iran-Kriegs war der Goldpreis vor kurzem eingebrochen. Weiß sagte dazu: „Das war eine Korrektur, die war lange fällig“. Inzwischen steige der Preis wieder. Vor allem Zentralbanken in Schwellenländern kauften erneut Gold.
Silber ist laut der Branche vor allem wegen seiner Leitfähigkeit stark gefragt. Es werde unter anderem für Rechenzentren, Mikrochips, Windräder und Photovoltaikanlagen benötigt.
Mit dem Ausbau der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz steige der Bedarf zusätzlich. Zugleich werde wegen der gestiegenen Preise daran gearbeitet, den Silberanteil zu senken oder auf Alternativen wie Kupfer zu setzen.
Auch bei Platin und verwandten Edelmetallen ist die Nachfrage nach Angaben des Verbands höher als zunächst erwartet. Ein Grund ist der weiter bestehende Bedarf für Katalysatoren.
Weil die Produktion rein elektrisch betriebener Fahrzeuge nicht in dem ursprünglich erwarteten Umfang zunehme, würden diese Edelmetalle weiter gebraucht. Gleichzeitig gehe das Angebot aus Russland und Südafrika zurück.
Um unabhängiger von globalen Entwicklungen und Störungen in Lieferketten zu werden, spricht sich der Verband für mehr Recycling aus.
Nach Angaben der Fachvereinigung brachten viele Menschen im vergangenen Jahr wegen der gestiegenen Preise wieder Altschmuck, Münzen und Barren aus Gold und Silber zum Ankauf. Thomas Weiß sagte: „Und es sieht so aus, als ob noch einiges in privater Hand ist.“
Vor allem bei Elektrogeräten sieht die Branche noch Potenzial. York Tetzlaff, Geschäftsführer der Fachvereinigung, sagte: „Da müssen wir viel besser werden in Europa.“ Derzeit werde nur etwa ein Drittel der Geräte recycelt, viel Material verlasse die EU. Recycling allein reiche aber nicht aus, um die Nachfrage zu decken.