Region (pm/dk) – Am Freitag, 11. September, soll es vielerorts wieder bewusst dunkler werden. Bei der „Earth Night“ sind Privatleute, Kommunen und Unternehmen dazu aufgerufen, ab Einbruch der Dunkelheit ihre Außenbeleuchtung auszuschalten. Auch zahlreiche Städte, Gemeinden und Unternehmen aus unserer Region machen 2026 mit. Der NABU Baden-Württemberg unterstützt die Aktion und will damit auf die Folgen von Lichtverschmutzung aufmerksam machen.
Straßen, Gebäude, Schaufenster, Werbeflächen oder Büros: Künstliches Licht gehört längst zum Alltag. Es sorgt für Orientierung und ermöglicht Aktivitäten auch nach Sonnenuntergang. Gleichzeitig wird nach Angaben des NABU vielerorts mehr beleuchtet als notwendig.
Die künstliche Aufhellung der Nacht wird als Lichtverschmutzung bezeichnet. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Astronomie und beschreibt die Aufhellung des Sternenhimmels. Inzwischen zeigen laut NABU zahlreiche Studien, dass künstliches Licht auch Auswirkungen auf Menschen, Tiere und ganze Ökosysteme hat.
„Dunkelheit ist ein wichtiger Bestandteil unserer Ökosysteme. Viele Arten haben sich über Jahrmillionen an den natürlichen Wechsel von Tag und Nacht angepasst. Wird die Nacht dauerhaft aufgehellt, hat das Folgen für zahlreiche Lebewesen“, sagt Dr. Stefan Kress vom NABU Stuttgart.
Besonders problematisch ist künstliches Licht für nachtaktive Insekten. Sie werden von Lichtquellen angezogen, umkreisen Lampen teilweise bis zur Erschöpfung, verlieren dabei Energie oder werden leichter zur Beute.
„Lichtverschmutzung ist ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die Artenvielfalt. Gleichzeitig können wir hier mit einfachen Maßnahmen schnell etwas verbessern“, so Kress: „Nämlich häufiger mal das Licht ausmachen und weniger oft einsetzen.“
Auch Fledermäuse können unter zu viel Licht leiden. Stark beleuchtete Bereiche werden von ihnen gemieden, wodurch Jagdgebiete oder Zugänge zu Quartieren verloren gehen können. Bei Vögeln kann der Tag-Nacht-Rhythmus gestört werden. Vor allem Zugvögel können bei ihrer Orientierung beeinträchtigt werden.
Auch Amphibien, Fische und andere nachtaktive Tiere können laut NABU Probleme bei Orientierung, Nahrungssuche und Fortpflanzung bekommen. Selbst bei Pflanzen kann künstliches Licht natürliche Jahresrhythmen verändern und sich etwa auf Blühzeiten sowie die Produktion von Nektar und Duftstoffen auswirken.
Auch in unserer Region beteiligen sich mehrere Städte, Gemeinden und Unternehmen an der Earth Night.
Karlsruhe macht bei der Earth Night mit und schaltet Anstrahlungen ab.
In Karlsbad beteiligt sich die Deko-Light Elektronik Vertriebs GmbH. Dort werden Objekt- und Gebäude-Anstrahlungen abgeschaltet.
Auch Bruchsal ist dabei. Die Stadt dimmt die Straßenbeleuchtung und schaltet Anstrahlungen ab.
In Pforzheim werden zur Earth Night Anstrahlungen abgeschaltet.
Auch die Gemeinde Sternenfels beteiligt sich. Dort werden Teile der Straßenbeleuchtung sowie Objekt-, Gebäude-, Außen- und Werbebeleuchtung abgeschaltet.
Die Gemeinde Elchesheim-Illingen macht ebenfalls mit. Dort werden die Straßenbeleuchtung und Anstrahlungen abgeschaltet.
In Bad Wildbad beteiligt sich die Foxy Bräu UG und schaltet Anstrahlungen ab.
Auch Pfalzgrafenweiler ist bei der Earth Night dabei. Die Gemeinde schaltet Gebäude-Anstrahlungen ab.
Die Stadt Wiesloch beteiligt sich mit der Abschaltung von Gebäude-Anstrahlungen und Werbebeleuchtung.
Auch Mannheim macht mit. Dort werden Gebäude-Anstrahlungen und Außenbeleuchtungen abgeschaltet. Zudem gehört eine Infoveranstaltung zur Beteiligung.
Auch Pirmasens beteiligt sich an der Earth Night und schaltet Anstrahlungen ab.
Auch gesetzlich gibt es im Land bereits Vorgaben. Nach dem Naturschutzgesetz Baden-Württemberg ist die Beleuchtung von Gebäudefassaden eingeschränkt.
Vom 1. April bis zum 30. September gilt ein ganztägiges Beleuchtungsverbot. Im Winterhalbjahr dürfen Fassaden zwischen 22 und 6 Uhr nicht angestrahlt werden. Das betrifft kommunale Gebäude ebenso wie gewerbliche, private oder kirchliche Gebäude.
„Es geht nicht darum, Städte und Gemeinden vollständig zu verdunkeln. Entscheidend ist, Licht gezielt und sparsam einzusetzen“, sagt Kress.
Zur Earth Night können auch Privatpersonen beitragen. Der NABU empfiehlt, Garten- und Außenbeleuchtung auszuschalten oder zu reduzieren. Wo Licht notwendig ist, können Bewegungsmelder helfen.
Außerdem empfiehlt der Naturschutzbund, Lampen nur nach unten auszurichten, geschlossene Leuchten zu verwenden und Lichtquellen möglichst niedrig anzubringen. Warmweißes Licht mit 1.800 bis 2.200 Kelvin und niedrige Lumen-Werte können ebenfalls dazu beitragen, unnötige Beleuchtung zu vermeiden.
Bäume, Hecken, Fassaden und Gewässer sollten nach Möglichkeit gar nicht angestrahlt werden. Auch geschlossene Rollläden oder Vorhänge können verhindern, dass unnötig viel Licht nach draußen gelangt.
Am 11. September heißt es bei der Earth Night dann wieder: Licht aus – für mehr natürliche Dunkelheit.