Düstere Bilanz: Nur jeder Vierte findet grün-schwarze Arbeit gut

03. August 2023 , 08:08 Uhr

Stuttgart (dpa/lsw) – Zur Halbzeit der Legislaturperiode stellen die Menschen im Südwesten der Regierung von Winfried Kretschmann ein ziemlich unbefriedigendes Zeugnis aus. Nur jeder vierte Bürger findet die Arbeit der grün-schwarzen Landesregierung gut.

Die Meisten sind unentschlossen

24 Prozent sind einigermaßen zufrieden mit der Südwest-Regierung, 37 Prozent ziehen hingegen eine negative Bilanz, wie aus einer aktuellen Allensbach-Umfrage im Auftrag der Zeitungsverlage in Baden-Württemberg hervorgeht. 39 Prozent trauen sich kein Urteil zu über die Arbeit der Regierung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).

Koalition des Stillstands

Grüne und CDU regieren seit Mai 2021 in der Neuauflage der Koalition. Viel ist seitdem aus Sicht vieler Bürger nicht passiert. Die Umfrage ist eine Bilanz des Stillstands: Fortschritte attestieren die Bürger der Regierung höchstens noch beim Klima- und Umweltschutz (25 Prozent) und der Digitalisierung (20 Prozent). Bei der Ausstattung der Polizei sehen nur 14 Prozent der Bürger Fortschritte seit der Landtagswahl. Beim Kampf gegen Lehrermangel (6 Prozent), dem Abbau von Schulden (6 Prozent) und Bürokratie (4 Prozent) noch weniger. 54 Prozent der Befragten sehen in keinem der abgefragten Bereiche Fortschritte.

Bleibt Kretschmann im Amt?

Dennoch sind 43 Prozent der Befragten der Überzeugung, dass Ministerpräsident Kretschmann bis zum Ende der Legislaturperiode 2026 im Amt bleiben sollte. 33 Prozent finden, dass er vorher an einen Nachfolger übergeben sollte. Allerdings sehen 92 Prozent keinen Nachfolger für Kretschmann – oder können schlicht keinen benennen. Lediglich 8 Prozent nannten spontan einen Namen, wen sie sich als Nachfolger vorstellen könnten – die Hälfte davon wiederum nannte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne).

Özdemir möglicher Nachfolger

Den Befragten wurden in einer weiteren Frage auch verschiedene Kandidaten zur Auswahl gestellt – auch da ist Özdemir mit 23 Prozent der klare Favorit als Kretschmann-Nachfolger. Mit weitem Abstand folgen als Wunschkandidaten die CDU-Politiker Thomas Strobl (9 Prozent), Thorsten Frei (6 Prozent) und Manuel Hagel (3 Prozent). Dabei wird CDU-Fraktionschef Hagel in der CDU als Favorit für die Spitzenkandidatur gehandelt. Die Frage ist, ob Strobl im Herbst nochmal für den Landesvorsitz kandidiert oder Hagel danach greift.

Neben Özdemir gelten Finanzminister Danyal Bayaz und Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz bei den Grünen als potenzielle Nachfolger Kretschmanns. Von den Befragten wünschen sich allerdings nur 3 Prozent Bayaz, bei Schwarz sind es 2 Prozent.  55 Prozent würden sich gar keinen der genannten Personen als Ministerpräsidenten wünschen – oder sind in dieser Frage unentschlossen.

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