Karlsruhe (tk) – Eigentlich muss die Stadt massiv sparen – doch ausgerechnet einer der größten Posten fällt kleiner aus als befürchtet. Der Gemeinderat hat über Kürzungen bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe entschieden.
Vom ursprünglichen Sparkonzept im Karlsruher Nahverkehr ist nicht mehr viel übrig. Dabei sind die VBK einer der größten Schuldentreiber im Stadtsäckel. Und trotz prekärer Haushaltslage und Sparzwang konnten sich im Gemeinderat die geplanten Fahrplankürzungen nicht durchsetzen. Statt der erhofften 20 Millionen Euro spart die klamme Fächerstadt gerade mal 3,7 Millionen Euro ein. Oberbürgermeister Frank Mentrup zeigte sich enttäuscht.
Die ursprünglich anvisierte Taktverlängerung am Samstag wird es nicht geben. Auch künftig fahren die VBK-Bahnen tagsüber im Zehn-Minuten-Takt. Auch die Ausdünnung des Fahrplans an den Werktagen wurde gemildert. Erst ab 23 Uhr bis 6 Uhr am nächsten Morgen sollen die Linien im 20- bzw. 30-Minuten-Takt verkehren. Außerdem ist das gesamte Sparkonzept auf zunächst zwei Jahre befristet.
Zumindest ein paar wenig genutzte Buslinien sollen wegfallen. Darunter die Linie 72 sowie – nur an Samstagen – die Linien 22 und 71.
Die Kürzungen bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe waren von Anfang umstritten im Gemeinderat. Am Ende ging die jetzt gefundene Lösung auf einen interfraktionellen Antrag vom Grünen, CDU und SPD zurück. „Viele Bürger sind auf den ÖPNV angewiesen, für die Arbeit, die Freizeit, die Schule“, betonte CDU-Stadträtin Bettina Meier-Augenstein.