DLRG warnt vor Gefahren an Badeseen und Flüssen: „Die meisten gehen sang- und klanglos unter“

09. Juli 2026 , 08:30 Uhr

Region (ms) – Die Hitze treibt viele Menschen ans Wasser. Badeseen und Schwimmbäder sind voll, auch Flüsse wirken an heißen Tagen verlockend. Für die DLRG bedeutet das aber: genau hinschauen, schnell reagieren und im Notfall Leben retten. Die DLRG Ettlingen und der DLRG-Bezirk Karlsruhe erklären, wo die größten Gefahren lauern und was im Ernstfall wichtig ist.

An Badeseen ist gerade besonders viel los

Neben Einsätzen kommen im Sommer auch viele Wachdienste dazu. Barbara Fleck macht Kommunikationsarbeit für den DLRG-Bezirk Karlsruhe. Sie sagt: „Wir haben sehr viele Leute, die im Moment im Einsatz sind, die an den Badesee in den Schwimmbädern ihren Dienst leisten und die eigentlichen lokalen Leute unterstützen.“

Dabei sei es gerade bei vollen Badeseen nicht immer leicht, alles im Blick zu behalten. Die Einsatzkräfte müssen genau hinschauen, ob jemand plötzlich nicht mehr krault oder nicht mehr auftaucht. „In dieser Masse von Menschen ist das manchmal auch nicht ganz einfach“, sagt Barbara Fleck. Der Job am Wasser sei deshalb mit viel Verantwortung verbunden.

Die Gefahr wird oft unterschätzt

An Badeseen lauern laut DLRG mehrere Gefahren, die viele Menschen nicht direkt erkennen. Dazu gehören Untiefen, plötzliche Absturzkanten, unterschiedliche Wassertemperaturen und mögliche Strömungen. Auch Pflanzen im Wasser können gefährlich werden, wenn man sich darin verheddert.

Ein großes Problem ist außerdem Selbstüberschätzung. „Vor allen Dingen leider Gottes überschätzen sich die Menschen ganz oft und schwimmen viel zu weit raus und kommen nicht zurück“, sagt Barbara Fleck.

Besonders wichtig ist der Blick auf Kinder. Die DLRG kann nicht alle Kinder gleichzeitig im Auge behalten. Eltern, Großeltern oder andere Begleitpersonen müssen deshalb aufmerksam bleiben und dürfen sich nicht zu stark ablenken lassen.

Klare Warnung der DLRG: Nicht in Flüssen baden

Eine der wichtigsten Baderegeln aus Sicht der DLRG: nicht in Flüssen baden. Barbara Fleck sagt dazu deutlich: „Bitte nicht in Flüssen baden. Bleibt vom Rhein weg.“

Der Rhein habe viele verschiedene Strömungen. Diese könnten laut Fleck bis zu 20 Stundenkilometer schnell sein. „Das schafft kein Schwimmer mehr, dagegen anzugehen.“

Hitze verändert die eigene Kraft

Auch die Hitze selbst kann gefährlich werden. David Fleck erklärt, dass der Körper bei sehr hohen Temperaturen anders reagiert. Was bei 20 Grad noch locker klappt, kann bei 40 Grad deutlich anstrengender sein.

Wichtig ist deshalb: Vor dem Baden abkühlen und nicht direkt ins kalte Wasser springen. „Wenn der direkt ins eiskalte Wasser geht, dann kriegt er einen Schock“, sagt Fleck.

Auch beim Essen und Trinken rät die DLRG zur Vorsicht. Eine riesige Portion Pommes mit Bratwurst direkt vor dem Baden ist keine gute Idee. Ein leerer Magen aber auch nicht. Wichtig ist außerdem, viel zu trinken. Barbara Fleck betont: „Aber bitte bitte keinen Alkohol.“

Ertrinken sieht oft anders aus, als viele denken

Wer an Ertrinken denkt, stellt sich oft Menschen vor, die laut rufen und mit den Armen fuchteln. Laut DLRG ist das aber meistens nicht so. „Die meisten Leute fuchteln nicht, die gehen sang und klanglos unter“, sagt Barbara Fleck.

Den Menschen gehe die Kraft aus. Sie seien mit sich selbst beschäftigt und könnten oft gar nicht mehr auf sich aufmerksam machen. Dann seien sie plötzlich unter Wasser und weg.

Was tun, wenn jemand im Wasser in Not ist?

Wer sieht, dass jemand im Wasser in Schwierigkeiten ist, sollte sich nicht selbst in Gefahr bringen. David Fleck sagt: „Die größte Hilfe ist einfach, sich selber nicht in Gefahr zu bringen, wenn man keine Ahnung hat, wie man Leute aus dem Wasser holt.“

Wichtig ist dann: selbst in Sicherheit bleiben, den Notruf wählen und sich genau merken, wo die Person zuletzt gesehen wurde. Damit sei den Rettungskräften schon sehr geholfen.

Wer selbst stark genug ist und helfen kann, kann eine Person aus dem Wasser holen. Die DLRG warnt aber davor, sich dabei zu überschätzen.

Was tun, wenn die eigene Kraft nachlässt?

Wer selbst mitten im See merkt, dass die Kraft nicht mehr reicht, sollte möglichst ruhig bleiben. Barbara Fleck rät: „Erst mal auf den Rücken legen. Wie ein Schneeengel. Gar nicht bewegen. Erst mal schön locker. Ruhig atmen, tief atmen und sich ausstrecken und einfach mal zur Ruhe kommen.“

So könne der Körper erst einmal an der Oberfläche bleiben. Danach könne man versuchen, sich langsam auf dem Rücken wieder in Richtung sicheres oder weniger tiefes Wasser zu bewegen.

Schreien und fuchteln kostet dagegen viel Kraft. David Fleck empfiehlt außerdem, eher in Ufernähe zu bleiben, damit man schneller wieder aus dem Wasser kommt.

Auffällige Badebekleidung kann helfen

Auch die Farbe der Badebekleidung kann eine Rolle spielen. Laut Barbara Fleck sind knallige Neonfarben im Wasser oder unter Wasser besser zu sehen. Geeignet seien zum Beispiel Neonorange, Neonpink oder Neongelb. Blau eigne sich gar nicht, Schwarz sei ebenfalls nicht geschickt.

Gerade bei Kindern können auffällige Farben helfen, sie im Wasser schneller wiederzufinden.

Baderegeln gibt es online in vielen Sprachen

Die Baderegeln der DLRG können online nachgelesen werden. Laut Barbara Fleck gibt es sie auf der DLRG-Homepage auch mit Bildmaterial und in sehr vielen Sprachen.

Das sei besonders wichtig, damit möglichst viele Menschen die Regeln verstehen und Unfälle vermieden werden können.

DLRG sucht Menschen mit Spaß am Wasser

Die DLRG lebt vom Ehrenamt. David Fleck kam ursprünglich zur DLRG, um schwimmen zu lernen. Geblieben ist er auch wegen der Gemeinschaft. „Wir als Verein sind eine Familie. Wir stehen zusammen, wir machen viel zusammen, sehr viel Spaß auch“, sagt er.

Auch Barbara Fleck beschreibt die DLRG als Gemeinschaft, in der trainiert, geübt und ständig dazugelernt wird. Wer mitmachen will, muss nicht unbedingt direkt in den Einsatz gehen. Es gibt auch andere Bereiche, zum Beispiel die Ausbildung als Schwimmtrainer.

Wichtig seien vor allem Spaß am Wasser und eine soziale Ader.

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