Irrtum oder Wahrheit?

Die größten Steuer-Mythen im Check

26. September 2023 , 07:24 Uhr

Karlsruhe (tk) – Am 2. Oktober – heute in einer Woche – endet die Abgabefrist für die Steuererklärung für 2022. Den Anlass nutzen wir, um für Euch die hartnäckigsten Steuer-Mythen abzuchecken. Viele machen die Steuererklärung deshalb erst gar nicht und verzichten so Jahr für Jahr auf eine lukrative Gelddusche. Steuer-Expertin Juliane Kutzke von Taxfix steht uns Rede und Antwort.

Welcher Steuer-Mythos hält sich am hartnäckigsten?

Kutzke: „Es gibt relativ viele Diskussionen darum, wer eine Steuererklärung machen muss und wer nicht. Es ist nämlich nicht jeder verpflichtet, vor allem nicht Arbeitnehmer, aber ein paar dann doch wieder, nämlich zum Beispiel, wenn Ehegatten die Steuerklasse drei und fünf gewählt haben und beide Arbeitslohn beziehen. Dann gibt es noch so Fälle wie andere Einnahmen, Einkünfte, wenn die mehr als 410 Euro im Jahr sind. Darunter fallen sogar Lohnersatzleistungen, das sind zum Beispiel Elterngeld oder Arbeitslosengeld eins, nicht zwei – dann auch abgeben. Oder wenn man zwei Arbeitgeber zur gleichen Zeit hatte, kann es auch sein, dass man abgeben muss. Und insgesamt ist aber meine Meinung, dass die sich sehr oft auszahlt, auch wenn man gar nicht muss.“

Warum macht am besten jeder eine Steuererklärung?

Kutzke: „Meistens lohnt sich das. Dass es sich nicht lohnt, ist so ein Mythos, der immer mal wieder aufkommt. Die aktuellen Statistiken zeigen aber: Der Durchschnitt liegt bei 1.095 Euro, also ganz schön viel. Klar, nicht jeder bekommt 1.095 Euro, ist ein Durchschnitt. Aber wichtig ist es, dass man einfach mal die Hürde überspringt und es einfach versucht, weil dann sieht man, ob es sich lohnt oder nicht. Mit so Steuer-Apps, wie zum Beispiel Taxfix, geht es auch ziemlich einfach, schnell und auch sicher.“

Stimmt die Aussage: „Wenn ich einmal eine Steuererklärung gemacht habe, muss ich jedes Jahr eine machen“?

Kutzke: „Das kommt darauf an. Also wer jetzt freiwillig seine Steuererklärung abgibt, der muss nicht automatisch jedes Jahr abgeben. Das wird jedes Jahr neu geprüft, ob man abgeben muss oder nicht, also dann geht man wieder die ganzen Punkte durch, ob oder ob nicht. Und wenn man dann trotzdem eine Erinnerung vom Finanzamt bekommt, dann kann man denen auch sagen, ‚Nee, ich muss gar nicht abgeben‘ und dann braucht man auch nicht. Wichtig ist da nur, man muss unterscheiden, wenn die eine Aufforderung machen, dann muss man tatsächlich abgeben. Also da am besten mal kurz nachfragen, wenn man sich unsicher ist. Ansonsten, wer freiwillig abgibt, der kann die ganzen letzten vier Jahre noch abgeben, das kann sich erst recht so richtig lohnen.“

Muss ich auf meine Nebenkostenabrechnung warten, bis ich die Steuererklärung machen kann?

Kutzke: „Nicht unbedingt. Wenn die Abrechnung sehr spät kommt, könnte ich auch die Zahlen aus dem Vorjahr übernehmen und das für das Finanzamt einfach kenntlich machen. Ist aber nur sinnvoll, wenn sich denn die Zahlen nicht großartig geändert haben zum Vorjahr.“

Wer darf mir bei meiner Steuererklärung helfen?

Kutzke: „Viel weniger Menschen, als man denken mag. Beispielsweise dürfen Freunde oder Kollegen nicht helfen, das ist gesetzlich so geregelt. Das könnte sogar mit einer Ordnungswidrigkeit geahndet werden, wenn die das trotzdem machen. Helfen dürfen eigentlich nur Angehörige wie Geschwister, Eltern oder Kinder. Wenn man denn dann immer noch nicht so richtig durchsieht, dann kann man mal das mit einer Steuer-App versuchen. Die haben das ziemlich einfach gemacht, wie zum Beispiel Taxfix. Dort wird man Schritt für Schritt durch die Steuererklärung durchgeleitet.“

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