Region (dpa/dk) – Verspätungen und Zugausfälle bleiben für Bahnreisende ein großes Problem. Im ersten Halbjahr 2026 ist bei der Deutschen Bahn fast jeder zwölfte Fernzug ganz oder zumindest auf einem Teil seiner Strecke ausgefallen. Gleichzeitig waren nur 58,7 Prozent der Fernzüge pünktlich.
In den ersten sechs Monaten des Jahres waren acht Prozent der Fernzüge von einem vollständigen oder teilweisen Ausfall betroffen. Das geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor.
Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres stieg der Anteil damit um drei Prozentpunkte. Seit 2019 wurde nur im ersten Halbjahr 2024 ein noch höherer Wert gemessen. Damals lag der Anteil bei zwölf Prozent. Als Grund werden Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer genannt.
Nach Angaben der Deutschen Bahn mussten 3,6 Prozent der betroffenen ICE- und IC-Züge ersatzlos ausfallen.
Die Bahn erklärte dazu: „Die meisten Fahrgäste konnten alternative Verbindungen nutzen und ihre Bahnfahrt fortsetzen. Dies gilt auch für Züge, die nicht am Zielbahnhof endeten.“
Als Gründe für Einschränkungen nennt der Konzern unter anderem den Wintereinbruch im Januar und die Hitze im Juni.
Auch bei der Pünktlichkeit zeigt sich ein schwieriges Bild. Im ersten Halbjahr waren nach Angaben der Deutschen Bahn lediglich 58,7 Prozent der Fernzüge pünktlich. Zugausfälle werden in dieser Statistik nicht mitgerechnet.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel fordert Konsequenzen: „Die Deutsche Bahn und die Bundesregierung dürfen dem Anstieg und hohen Niveau ausgefallener Fernverkehrszüge nicht tatenlos zusehen“.
Ausfälle und Verspätungen hätten seiner Einschätzung nach häufig mit Störungen an den Fahrzeugen zu tun. Er fordert eine stärkere vorbeugende Instandhaltung sowie mehr Reservezüge und Personal an wichtigen Knotenpunkten.
Die Deutsche Bahn widerspricht dieser Darstellung. Nach Angaben des Konzerns seien technische Störungen an den Zügen selbst deutlich zurückgegangen.
„Technische Störungen an den Zügen selbst, etwa bei Antrieben, gingen dank der jünger gewordenen Fahrzeugflotte zwischen 2019 und 2025 um über 50 Prozent zurück“, teilte die Bahn mit.