Deswegen gibt es gerade so viele Schlaglöcher in der Region

10. März 2026 , 07:49 Uhr

Region (pm/dk) – Nach den vielen Regenfällen der vergangenen Wochen fallen sie vielerorts wieder auf: Schlaglöcher auf Straßen in der Region. Doch warum entstehen sie gerade jetzt so häufig? Der ADAC Nordbaden erklärt, was hinter den Straßenschäden steckt – und was Autofahrer beachten sollten.

Temperaturschwankungen sind das Hauptproblem

Felix Brenner vom ADAC Nordbaden erklärt, dass Schlaglöcher vor allem in der kalten Jahreszeit entstehen.

„Schlaglöcher entstehen vor allem in den kalten Monaten des Jahres, also hauptsächlich im Winter, wenn das Thermometer immer wieder um den Gefrierpunkt schwankt.“

Regen- oder Schmelzwasser kann dann in kleine Risse im Asphalt eindringen. Gefriert das Wasser, dehnt es sich aus und beschädigt die Straße weiter.

„Wenn dieses Wasser gefriert, dehnt es sich aus und sprengt den Asphalt weiter auf. Und wenn es dann taut, bilden sich unter der Straßenoberfläche Hohlräume, die mit dem Verkehr von Zeit zu Zeit eingedrückt werden.“

So entstehen Schlaglöcher – in die anschließend immer wieder neues Wasser eindringen kann.

Dauerfrost ist weniger problematisch

Dabei sind laut ADAC nicht unbedingt besonders kalte Winter das größte Problem. Schwieriger sind vielmehr häufige Temperaturwechsel rund um den Gefrierpunkt.

„Eher unproblematisch sind hingegen länger anhaltende Frostperioden.“

Der Winter in diesem Jahr hat laut ADAC dennoch für besonders viele Straßenschäden gesorgt. Man rechne bundesweit mit Schäden in Milliardenhöhe, vor allem auf kommunalen Straßen.

Wann ein Schlagloch repariert werden muss

Nicht jedes Schlagloch muss sofort ausgebessert werden. Es gibt Richtwerte, ab wann die Verkehrssicherungspflicht greift.

„Man geht davon aus, dass bei Bundesstraßen eine Mindesttiefe von 15 Zentimetern notwendig ist, dass die Verkehrssicherungspflicht der Straßenträger […] greift.“

Kleinere Schäden von fünf bis acht Zentimetern Tiefe reichen laut ADAC auf stark befahrenen Straßen häufig nicht aus, da Autofahrer grundsätzlich mit Straßenschäden rechnen müssen.

Vorsichtig fahren und Schäden umfahren

Für Autofahrer gilt deshalb weiterhin die eigene Sorgfaltspflicht. Brenner rät, vorausschauend zu fahren, auf Straßenschäden zu achten und Schlaglöcher möglichst zu umfahren. Wenn eine Straße sichtbar in schlechtem Zustand ist, sollte außerdem die Geschwindigkeit angepasst werden.

Wer für Schäden am Auto aufkommt

Kommt es durch ein Schlagloch zu einem Schaden am Fahrzeug, kann unter Umständen die Versicherung einspringen.

„Die ADAC Autoversicherung sagt, auch bei einem Schaden durch ein Schlagloch muss die Definition eines Unfalls ‚plötzlich von außen gegeben‘ sein.“

Das Ereignis müsse also unvorhersehbar und überraschend sein. Dann könne der Schaden über die Vollkaskoversicherung abgedeckt werden – allerdings mit Selbstbeteiligung und Rückstufung des Schadenfreiheitsrabatts.

Ansprüche gegen den Straßenbetreiber schwer nachzuweisen

Wer den Schaden beim Straßenbetreiber geltend machen möchte, hat es laut ADAC oft schwer. Denn der Geschädigte muss nachweisen, dass der Schaden tatsächlich durch dieses Schlagloch entstanden ist und der zuständige Träger seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat.

Ob zum Beispiel vor der Gefahrenstelle gewarnt wurde oder Reparaturen unterlassen wurden, spielt dabei eine wichtige Rolle. Laut ADAC ist dieser Nachweis häufig kompliziert – auch weil die Rechtsprechung regional unterschiedlich ausfallen kann.

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