Der Biber ist nach 175 Jahren wieder in Karlsruhe zuhause

31. März 2026 , 04:12 Uhr

Karlsruhe (ms) - Wer gerade an der Alb oder an einem Uferweg in Karlsruhe spazieren geht, merkt schnell: Hier hat sich etwas verändert. Helles Holz an Baumstämmen, abgezwickte Äste und umgefallene Bäume zeigen, dass der Biber in Karlsruhe wieder angekommen ist.

Biber in Karlsruhe: Seine Spuren sind jetzt deutlich zu sehen

Wer gerade an der Alb oder an einem Uferweg in Karlsruhe spazieren geht, merkt schnell: Hier hat sich etwas verändert. Helles Holz an Baumstämmen, abgezwickte Äste und umgefallene Bäume zeigen, dass der Biber in Karlsruhe wieder angekommen ist. Zu sehen ist das Tier selbst meist nicht, denn es ist vor allem nachts aktiv. „Den Biber selber kann man nur in der Nacht sehen. Aber die angenagten Bäume, die umgefallenen Bäume, die kann man jetzt ganz wunderbar sehen“, sagt Michael Zacherle, ehrenamtlicher Biberberater für Stadt und Landkreis Karlsruhe.

Spuren am Ufer, der Bau bleibt verborgen

Nach Angaben von Zacherle sind an einzelnen Stellen bereits etwa ein Dutzend angenagte oder umgefallene Bäume zu sehen. Dazu kommen viele kleine Äste, die sauber abgezwickt wurden. Den Biberbau selbst sieht man dagegen nicht ohne Weiteres. Zacherle sagt, der Bau sei so gut versteckt, dass selbst sein genauer Ort nicht ohne Weiteres zu erkennen sei. Der Biber ist zudem kein kleines Tier: Er wird normalerweise bis zu 35 Kilogramm schwer, einzelne Tiere können auch noch schwerer werden.

Von der Alb bis zum Knielinger See

Der Biber ist nach Zacherles Angaben an mehreren Stellen im Raum Karlsruhe unterwegs. Er habe die ganze Alb besiedelt, von der Mündung bei Eggenstein-Leopoldshafen über das Gebiet bei der MiRO, durch Knielingen und die Günther-Klotz-Anlage bis hin zum Malscher Landgraben. Weitere Tiere gebe es in Rappenwört und im Knielinger See. Auch eine weitere Ausbreitung hält Zacherle für möglich. Er nennt dabei unter anderem Baggerseen sowie eine Entwicklung in Richtung Ettlingen, Rheinstetten und Pfinztal. Im Knielinger See könnten nach seiner Einschätzung sogar zwei Familien Platz finden.

Warum der Biber Bäume fällt

Dass der Biber Bäume fällt, hat nach Zacherles Angaben mehrere Gründe. Im Winter frisst er Knospen und die zarte Rinde in den Baumkronen. Außerdem nutzt er Holz für den Bau von Dämmen. Der Grund: Der Biber braucht eine bestimmte Wassertiefe, um schwimmen zu können. Fehlt diese Tiefe, baut er Dämme und gestaltet damit seinen Lebensraum selbst. Ein dritter Grund ist der Schutz seiner Wohnhöhle. Wenn dort die Decke einbricht, deckt er die Öffnung wieder mit Ästen und Zweigen ab.

Was Spaziergänger und Hundebesitzer beachten sollten

Für Menschen ist der Biber nach Zacherles Einschätzung kein Problem, trotzdem rät er zur Vorsicht mit Hunden. „Ich würde den Hund an die Leine nehmen, und zwar nicht, um den Biber zu schützen, sondern um den Hund zu schützen“, sagt er. Der Biber sei zwar Vegetarier und gehe nicht auf die Jagd. Wenn er sich und seine Familie verteidige, könne er sich aber wehren. Spaziergänger sollten deshalb Abstand halten und Spuren am Ufer einfach beobachten.

Rückkehr eines auffälligen Tieres

Für Zacherle ist die Entwicklung auch aus Sicht des Naturschutzes bemerkenswert. „Als Naturschützer bin ich natürlich begeistert“, sagt er. In Karlsruhe zeigt sich die Rückkehr des Bibers vor allem an seinen Spuren. Wer an den Gewässern unterwegs ist, bekommt das Tier selbst nur selten zu Gesicht. Seine Arbeit am Ufer ist aber inzwischen deutlich zu sehen.

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