Karlsruhe-Grötzingen (pm/ms) – Der Kreistag hat in seiner Sitzung am Donnerstag, den 17. Juli 2025, einen wichtigen Schritt in Richtung erneuerbare Energien im Landkreis Karlsruhe unternommen. In der Becker-Halle in Karlsbad wurde beschlossen, die stillgelegte Hausmülldeponie in Grötzingen und die Kreiserddeponie in Karlsbad-Ittersbach für den Ausbau von Photovoltaikanlagen vorzubereiten. Ziel ist es, auf den ehemaligen Deponieflächen nachhaltige Energie zu erzeugen, ohne neue Flächen zu versiegeln.
Die Deponie Grötzingen, mit einer Fläche von rund 6,5 Hektar, soll für den Bau einer Photovoltaikanlage genutzt werden. Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass hier eine Anlage mit einer Leistung von bis zu 3.000 Kilowatt Peak installiert werden kann – genug, um jährlich 3.200 Megawattstunden Strom zu erzeugen. Der Kreistag hat beschlossen, einen detaillierten Kosten- und Zeitplan für die Oberflächenabdichtung zu erstellen, der die Anforderungen für die künftige Photovoltaikanlage berücksichtigt. Die bauliche Umsetzung wird nach dem Genehmigungs- und Planungsverfahren voraussichtlich bis 2031 abgeschlossen sein.
Auch die stillgelegte Kreiserddeponie in Karlsbad-Ittersbach soll nach ihrer Rekultivierung für eine Photovoltaikanlage genutzt werden. Aufgrund der Beschaffenheit der Deponie und der Tatsache, dass keine besonderen Setzungs- oder Entgasungsprozesse zu erwarten sind, bietet dieser Standort ideale Bedingungen für die solare Nutzung. Damit wird der Weg für eine zeitnahe solare Nachnutzung geebnet.
Obwohl die beiden Deponien für die Nutzung von Photovoltaikanlagen vorgesehen sind, kommt nach derzeitigem Stand keine der Deponien für eine Windkraftnutzung in Frage.
Für die Deponien Bruchsal und Karlsbad-Ittersbach, die bereits seit längerer Zeit stillgelegt sind, wird derzeit keine konkrete Nutzung für erneuerbare Energien weiterverfolgt. Für die Deponie Bruchsal bestehen aufgrund von Setzungsprozessen und unvollständiger Abdichtung derzeit keine Voraussetzungen für die Nutzung von Photovoltaik. In Karlsbad-Ittersbach steht die Walderhaltung der Nutzung von Solarenergie im Weg, solange keine neuen forstrechtlichen Genehmigungen vorliegen.
„Mit der Nutzung ehemaliger Deponien für Photovoltaik leisten wir einen aktiven Beitrag zur Energiewende, ohne neue Flächen zu versiegeln. Der Landkreis Karlsruhe geht damit konsequent den Weg einer nachhaltigen und flächenschonenden Energiepolitik weiter.“