Karlsruhe (pm/dk) – In Karlsruhe soll am Samstag ein deutliches Zeichen gegen Sozialabbau gesetzt werden. Ein breites Bündnis aus mehr als 20 Gewerkschaften, Sozialverbänden, Initiativen und zivilgesellschaftlichen Organisationen ruft zur Demonstration durch die Innenstadt auf.
Die Demonstration findet am Samstag, 11. Juli 2026, statt. Beginn ist um 11:00 Uhr auf dem Festplatz Karlsruhe.
Das Motto lautet: „Sozialstaat verteidigen!“
Das Bündnis richtet sich gegen die diskutierten sozialpolitischen Vorhaben der Bundesregierung. Aus Sicht der Veranstalter würden diese zentrale Bereiche des Sozialstaats weiter schwächen. Genannt werden dabei die Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung.
Kritisiert werden außerdem geplante Änderungen am Arbeitszeitgesetz. Auch Debatten über eine mögliche Einschränkung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und über eine ärztliche Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag stoßen beim Bündnis auf Ablehnung.
„Wir stolpern seit Jahren von Krise zu Krise, die Bevölkerung erlebt enorme Belastungen. Statt Lösungen vorzulegen, verschärfen Merz und sein Kabinett Krise und Belastung. Gespart wird an uns Menschen und unserer Zukunft. Es gibt genug Geld im Land – die Bundesregierung müsste nur den Mut haben, Vermögende in die Verantwortung zu nehmen”, erklärt Paula Kanzleiter, Bundessprecherin von Fridays for Future.
Das Bündnis fordert stattdessen eine Politik, die den Sozialstaat stärkt. Außerdem sollen gute Arbeitsbedingungen geschaffen und mehr Geld in Krankenhäuser, Pflege, Bildung und soziale Infrastruktur investiert werden. Finanziert werden soll das nach Vorstellung des Bündnisses durch eine gerechte Umverteilung.
Auch ver.di kritisiert die diskutierten Vorhaben deutlich.
„Die Ausweitung von Befristungsmöglichkeiten ist für die Beschäftigten nicht akzeptabel – damit ist keine Lebensplanung möglich. Der Angriff auf das Arbeitszeitgesetz ist ein Schlag ins Gesicht der arbeitenden Bevölkerung. Längere Arbeitszeiten schaffen keine zusätzlichen Fachkräfte, sondern verschärfen die bestehenden Probleme”, betont Thorsten Dossow, Geschäftsführer von ver.di, „Die Pläne der Bundesregierung sind sehr einseitig: Sie schaffen Misstrauen und Bürokratie für Arbeitnehmer*innen, bauen aber das gleiche für Arbeitgeber ab“.
Nach der Auftaktkundgebung auf dem Festplatz zieht die Demonstration zum ver.di-Haus in der Rüppurrer Straße 1a. Dort soll unter anderem Maike Schollenberger, ver.di-Landesbezirksleiterin Baden-Württemberg, die Auswirkungen der geplanten Reformen einordnen.
Zum Abschluss ist eine Kundgebung auf dem Friedrichsplatz geplant. Dort soll es Redebeiträge von VdK, Naturfreunden und Fridays for Future geben.
Erwartet werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Karlsruhe und der gesamten Region. Das Bündnis ruft Beschäftigte, Auszubildende, Rentnerinnen und Rentner, Studierende sowie Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich an der Demonstration zu beteiligen.