Ab Juli dürfen Vermieter die TV-Gebühren nicht mehr auf die Nebenkosten umlegen

Das ändert sich für euch in Sachen Kabelfernsehen

28. Juni 2024 , 04:28 Uhr

Region (svs/dpa) – Wenn ihr in Miete wohnt und Kabelfernsehen habt, dann müsst ihr spätestens am 30. Juni geklärt haben, wie ihr in eurer Wohnung künftig weiter Fernsehen schaun könnt. Ab Juli dürfen Vermieter die TV-Gebühren nicht mehr auf die Nebenkosten umlegen. Jahrelang betraf diese Praxis etwa zwölf Millionen Mieter.

Mieter müssen andere Wege gehen

Den Fernsehanschluss über die Nebenkosten bezahlen – das war für Millionen Mieter jahrzehntelang üblich in Deutschland. Doch damit ist bald Schluss, die Mieter müssen andere Wege gehen. Am 1. Juli endet das sogenannte Nebenkostenprivileg, bei dem Vermieter die Kosten für TV-Signale auf ihre Mieter umlegen konnten – die Gebühren wurden über die Betriebskosten-Abrechnung beglichen. Der Mieter musste zahlen, selbst wenn er den Fernsehzugang nicht wollte. Der Vorteil: Es war relativ billig, da alle mitmachten und dadurch Mengenrabatt fällig wurde. Ab Juli ist diese Regelung Geschichte, nach der Gesetzesänderung Ende 2021 läuft eine Übergangsfrist aus. Ab dann müssen die Mieter andere vertragliche Wege gehen. Wer das nicht tut, dem droht ein schwarzer Fernsehbildschirm.

Einbußen für Vodafone

Der größte Kabelfernsehen-Anbieter ist Vodafone, er profitierte von der bisherigen gesetzlichen Regelung. Wegen des baldigen Endes musste Vodafone bereits Einbußen hinnehmen – im ersten Quartal des Kalenderjahres 2024 sank die Zahl der TV-Kunden um 650 000 auf 11,8 Millionen. Hierbei geht es allerdings nicht nur um Mieter, sondern auch Eigenheim-Bewohner, die selbst einen Vertrag mit dem Unternehmen haben und von der Gesetzesänderung nicht betroffen sind.

Rückgang schmerzt

Der Rückgang schmerze, er liege aber im erwarteten Korridor, sagte Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot der dpa. Dort, wo Kunden keine neuen Verträge haben, will Vodafone nicht schon Anfang Juli das Signal abstellen, aber den Druck auf die betroffenen Haushalte erhöhen. «Wir tun alles, um Mieter über die bevorstehende gesetzliche Änderung zu informieren und werden sie auch mehrfach kontaktieren», sagte der Manager. «Wo Mieter sich trotz mehrmaliger Kontaktaufnahme gegen einen Kabel-TV-Anschluss entscheiden, werden wir auch Anschlüsse abklemmen.»

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