Darum schickt die Polizei zwei neue E-Autos auf die Autobahn

02. Februar 2026 , 14:19 Uhr

Pforzheim (dpa/dk) – Elektro-Streifenwagen im Härtetest: Die Polizei in Baden-Württemberg prüft, ob Einsätze auf der Autobahn künftig auch mit E-Autos zuverlässig möglich sind. Dafür schickt sie jetzt zwei neue Modelle auf die Strecke – inklusive moderner Schnellladetechnik.

E-Streifenwagen im Praxistest

Bei der Verkehrspolizeiinspektion Pforzheim sind ab sofort ein Audi Q6 e-tron und ein BMW i5 Touring im Einsatz. Mit den beiden batterieelektrischen Fahrzeugen will das Innenministerium herausfinden, ob der Polizeialltag – auch auf Autobahnen – mit Stromern zu bewältigen ist.

Die Fahrzeuge sind mit sogenannten Datenloggern ausgestattet. Damit werden Reichweite, Verbrauch und Leistung unter realen Einsatzbedingungen erfasst. Die durchschnittliche Reichweite liegt laut Innenministerium bei rund 550 Kilometern pro Schicht.

Begleitet wird der auf zwei Jahre angelegte Pilotversuch wissenschaftlich von der Fraunhofer-Gesellschaft.

Schnellladen auch bei schwachem Stromnetz

Zum Test gehört auch eine neue Schnellladesäule der Firma ads-tec Energy aus Nürtingen. Sie bietet eine Ladeleistung von 300 Kilowatt und verfügt über einen integrierten Batteriespeicher mit bis zu 201 Kilowattstunden.

Dank dieses Pufferspeichers sollen die E-Streifenwagen auch bei schwachen Netzanschlüssen innerhalb von rund 30 Minuten geladen werden können. Gleichzeitig können zwei Fahrzeuge an der Säule Strom tanken.

Zwölf Prozent der Polizeiflotte elektrisch

Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach von einem „Technik-Turbo für unsere Polizei“. In Pforzheim würden die Fahrzeuge und die Ladesäule nun „auf Herz und Nieren“ geprüft.

Aktuell verfügt die Polizei in Baden-Württemberg über rund 5.400 Fahrzeuge. Davon sind nach Angaben des Ministeriums etwa 630 elektrisch angetrieben, das entspricht knapp zwölf Prozent der Flotte.

Stromversorgung auch im Krisenfall wichtig

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßt den Ansatz, sieht aber weiteren Handlungsbedarf. Das Speichern von Energie sei besonders wichtig bei Angriffen auf die Energieversorgung. Polizei, Rettungsdienste und andere Sicherheitsbehörden bräuchten in solchen Fällen Ausgleichsmöglichkeiten, sonst stünden die E-Fahrzeuge still.

DPolG-Landeschef Dirk Preis regte an, zusätzlich Solaranlagen auf dem Gelände der Verkehrspolizei Pforzheim zu installieren, um eigenen Strom zu erzeugen. Angriffe auf kritische Infrastruktur zeigten, dass die Polizei künftig unabhängiger werden müsse.

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