Corona-Lage in der Region spitzt sich zu - Enzkreis jetzt auch Hotspot-Region

08. Dezember 2020 , 08:46 Uhr

Pforzheim/Karlsruhe (lk) – Die Corona-Lage in der Region spitzt sich zu. Die Fälle in Pforzheim steigen trotz Verschärfungen und nächtlichen Ausgangssperren weiter an. Auch der Enzkreis ist inzwischen Risikogebiet. Damit drohen den Bürgern weitere Einschränkungen. Der Landkreis Calw feilt gerade an der neuen Allgemeinverfügung für Risikogebiete. Unterdessen herrscht inzwischen in allen Karlsruher Kliniken ein Besuchsverbot.

Enzkreis ist Hotspot

Es hatte sich bereits in den vergangenen Wochen angedeutet, doch am Montag war es dann soweit – der Enzkreis hat nach der Stadt Pforzheim und dem Landkreis Calw ebenfalls die kritische Marke von 200 Corona-Neuinfektion pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten. Das Landesgesundheitsamt meldete einen Wert von 217,5. Damit ist der Enzkreis ein weiterer Corona-Hotspot in Baden-Württemberg. Den Bürgern drohen auch hier Verschärfungen der Corona-Beschränkungen, wie beispielsweise nächtliche Ausgangssperren, schärfere Kontaktbeschränkungen oder die Schließung von Friseurbetrieben oder Sonnenstudios.

Steigende Zahlen in Pforzheim

Seit vergangenem Wochenende herrscht in Pforzheim eine nächtliche Ausgangssperre, um die Pandemie weiter einzudämmen. Pforzheim hat seit landesweit die höchste Zahl der Neuinfektionen und wurde als einer der ersten Kreise im Land zum Risikogebiet. Aktuell liegt die Inzidenz bei 328 – das ist der weiterhin der traurige Spitzenplatz in Baden-Württemberg. Doch trotz der Verschärfung der Maßnahmen ist in der Goldstadt keine Entspannung in Sicht. Täglich kommen etwa 120 Neuinfektionen hinzu, das Gesundheitsamt läuft am Limit und kommt trotzdem nicht mehr mit der Kontaktverfolgung hinterher. Angespannt ist die Situation auch in den beiden Pforzheimer Kliniken, dort ist die Zahl der Covid-Patienten deutlich angestiegen. Aufgrund von Personalengpässen müssen bereits Operationen verschoben werden.

Besuchsverbot in Karlsruher Kliniken

Mit Personalmangel kämpfen auch die Karlsruher Kliniken. Mitarbeiter können oft aufgrund der Quarantänebestimmungen ihren Dienst nicht antreten. Inzwischen herrscht in allen Karlsruher Kliniken ein Besuchsverbot. Dieses besteht im Städtischen Klinikum schon seit Ende Oktober, mit den Vidia-Kliniken hat am Montag dann auch das letzte Karlsruher Krankenhaus seine Tore für Besucher geschlossen. Besuchsverbote gibt es auch in den Krankenhäusern in Bruchsal, Pforzheim, Calw und Nagold. Ausnahmen gibt es für Menschen, die im Sterben liegen, werdende Mütter im Kreißsaal und Kinder, die behandelt werden. Im Klinikum Mittelbaden in Baden-Baden, Bühl, Rastatt und im Klinikum Freudenstadt dürfen Patienten zwar noch Besuch empfangen, allerdings nur ein Besucher pro Tag für maximal eine Stunde. Auch im Klinikum Freudenstadt müssen bereits nicht akute Operationen verschoben. Im Klinikum Nagold gibt es zudem einen stationären Aufnahmestopp, da 30 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet wurden. 

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