Baden-Württemberg (dpa/dk) – Wer am Pfingstwochenende Richtung Italien unterwegs ist, muss sich auf massive Verkehrsprobleme einstellen. Die Brenner-Autobahn wird am Samstag wegen einer Demonstration blockiert. Das kann auch auf den Straßen in Baden-Württemberg für lange Staus sorgen – und zwar schon vor der eigentlichen Sperrung.
Der Brenner zwischen Österreich und Italien ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen der Alpen. Am Samstag wird die Strecke wegen einer Demonstration in Österreich blockiert.
Betroffen sind Autofahrer, Motorradfahrer und Lastwagen. Auch parallele Ausweichstrecken sollen dichtgemacht werden.
Für Autos und Motorräder ist am Samstag von Italien nach Österreich bereits ab 10:30 Uhr kein Durchkommen mehr. Für Lastwagen gilt die Sperre dort schon ab 7 Uhr.
In der Gegenrichtung, also von Österreich nach Italien, gilt die Sperre von 11 bis 19 Uhr. Für Lastwagen beginnt sie schon ab 9 Uhr.
Der ADAC warnt vor langen Wartezeiten. Julian Häußler vom ADAC Württemberg sagt:
«Es wird nicht schön, wenn man an dem Tag unterwegs ist»
Und weiter:
«Wer es an diesem Tag nicht bis 11.00 Uhr über den Brenner schafft, geht das Risiko ein, bis in den späten Abend hinein auf der Autobahn stehen zu müssen.»
Der ADAC rät deshalb, die Fahrt möglichst auf Montag oder Dienstag zu verschieben.
Die Auswirkungen der Sperre werden laut ADAC auch in Baden-Württemberg zu spüren sein. Probleme erwarten die Verkehrsexperten bereits am Tag vor der Blockade.
Ab Freitagmittag sei mit dichtem Verkehr und langen Staus bis in die Abendstunden zu rechnen. Viele Menschen könnten ihre eigentlich für Samstag geplante Reise vorziehen.
ADAC-Sprecher Häußler sagt dazu:
«Viele Menschen könnten ihre für Samstag geplante Reise vorziehen und die Situation zusätzlich verschärfen»
Weil viele Autofahrer vor der Sperrung oder am Samstag auf andere Strecken ausweichen könnten, rechnet der ADAC auch in Baden-Württemberg mit Problemen.
Besonders betroffen sein könnten:
Auch das Land Tirol und der Betreiber der Brenner-Autobahn raten, die betroffene Region am Tag der Sperrung großräumig zu umfahren und auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten.
Ein Umweg dürfte nach Einschätzung des ADAC nicht automatisch entspannter werden. Auch großräumige Ausweichrouten gelten als sehr staugefährdet.
Genannt werden unter anderem der Gotthard, der San Bernardino und der Reschenpass. Auch die Tauernroute dürfte keine entspannte Alternative sein, weil das Bundesland Salzburg am Samstag Abfahrtssperren entlang der A10 plant.
Initiiert wurde die Demonstration vom Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger. Hintergrund ist die starke Verkehrsbelastung am Brenner.
Die 15.000 Bewohner des Wipptales leiden laut Meldung unter Lärm, Feinstaub und erheblichen Einschränkungen im Alltag durch häufige Staus auf allen Strecken. Viele leben in unmittelbarer Nähe von Autobahn und Bundesstraße.