Brandattacke in Reutlingen – Ermittler suchen Täter

10. Juni 2026 , 04:18 Uhr
Die Ermittler sind sich nun sicher: Es war ein Brandanschlag auf das Umspannwerk, das den großen Stromausfall in Reutlingen verursacht hat. Einen ersten handfesten Hinweis für die Polizei lieferte ein am Tatort entdeckter Brandbeschleuniger, der im Landeskriminalamt untersucht wurde.

Wer sind die Brandstifter?

Die Ermittler von Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Stuttgart gehen vor dem Hintergrund der bisherigen vorläufigen Ermittlungsergebnisse von einem oder mehreren Tätern aus. Sie sind nach derzeitigem Stand auf das Gelände eingedrungen, um dort an mehreren Stellen Feuer zu legen. Dabei soll Brandbeschleuniger verwendet worden sein. Die Ermittler bitten alle, die in der Nähe des Umspannwerks verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben, sich zu melden.

Eine mögliche Brandstiftung stand schnell im Raum als der mutmaßliche Brandbeschleuniger gesichert wurde. Drei verschiedene Brandstellen waren nach Angaben des Netzbetreibers Netze BW gefunden worden, der Zaun und das Gelände vor der Anlage waren beschädigt. Ein Bekennerschreiben gibt es laut LKA nicht. Reutlingen hat insgesamt knapp 120.000 Einwohnerinnen und Einwohner und liegt am Fuße der Schwäbischen Alb.

Stromversorgung soll am Mittwoch wieder vollständig stehen

Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zum 8. Juni ausgebrochen. Zeitweise waren Zehntausende Menschen ohne Strom, darunter auch ein Krankenhaus sowie zahlreiche Industrie- und Gewerbebetriebe.

Inzwischen ist die Versorgung für die meisten Kunden wiederhergestellt. Nach Angaben des Netzbetreibers laufen die Arbeiten zur Stabilisierung des Netzes weiter, so dass am Mittwoch wieder eine normale Stromversorgung im gesamten betroffenen Gebiet erwartet wird.

Erinnerungen an Berliner Brandanschläge

Der Vorfall erinnert an zwei mutmaßlich von Linksextremisten begangene Brandanschläge auf die Stromversorgung in Berlin. Nach dem ersten Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe ohne Strom. Der Ausfall dauerte rund 60 Stunden, erst am Nachmittag des 11. September waren alle Haushalte wieder am Netz.

Beim zweiten Anschlag am 3. Januar wurden 15 Kabel auf einer Kabelbrücke zerstört. Erst am 7. Januar, also nach rund 100 Stunden, war die Stromversorgung wieder flächendeckend hergestellt.

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