Heidelberg (dpa/tk) – Hobby-Astronomen und Himmelsgucker aufgepasst: Im Mai gibt es zweimal einen Vollmond – einen am Anfang und einen am Ende. Was es mit dem Blue Moon auf sich hat und ob der Mond wirklich blau scheint. Eine echte Sternen-Expertin erklärt euch den Himmel.
Im Mai gibt es zwei Vollmonde – am ersten Mai-Wochenende und am 31. Mai. Diese Besonderheit werde als Blue Moon bezeichnet, sagt die stellvertretende Leiterin des Hauses der Astronomie in Heidelberg, Carolin Liefke. Dabei gelte der zweite Vollmond als Blue Moon.
Der Ursprung der Bezeichnung Blue Moon ist schwierig zu klären. Es gebe Versuche, den Namen auf Bezeichnungen aus der englischen Kunst und Literatur zurückzuführen, sagte Liefke. So sei zum Beispiel in Gedichten im Spätmittelalter, etwa aus dem 16. Jahrhundert, der Blue Moon erwähnt worden. Dazu kämen auch Sprichwörter wie «Once in a blue moon», was so viel wie alle Jubeljahre einmal bedeutet.
Wichtig sei allerdings, dass der Blue Moon nicht blau leuchte, betont Liefke. «Das hat jetzt in dem Sinne natürlich in keinster Weise etwas damit zu tun, dass das tatsächlich irgendwie eine Blaufärbung oder so was verursacht», sagt die Wissenschaftlerin.
Zwei Vollmonde in einem Monat sind eine Seltenheit. Maximal zweimal im Jahr könne es dazu kommen, sagt Liefke – je nachdem wie die Vollmonde im Jahr liegen. «Man kann so ein Ereignis natürlich wirklich zum Anlass nehmen, einfach mal einen Blick auf den Mond zu werfen», sagt Liefke. Das Fernglas auszupacken, lohne sich in jedem Fall. Der nächste Blue Moon ist laut dem Stuttgarter Astronomen Hans-Ulrich Keller der Vollmond am 31. Dezember 2028.