Bloom up! Baden-Baden zeigt die Sprache der Blumen

12. Juni 2026 , 14:38 Uhr

Baden-Baden (pm/dk) – Blumen stehen für Liebe, Erinnerung, Schönheit, Duft – aber auch für Macht, Trauer und Widerstand. Genau darum geht es in der neuen großen Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg: „Bloom up! Die Sprache der Blumen“ startet am 13. Juni in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden.

Erste gemeinsame Ausstellung zweier Häuser

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Badischen Landesmuseums und der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Sie läuft vom 13. Juni 2026 bis zum 10. Januar 2027 in Baden-Baden.

Für beide Häuser ist es der Start einer neuen Zusammenarbeit. Das Motiv der Blume steht dabei im Mittelpunkt – nicht chronologisch, sondern in spannenden Gegenüberstellungen: zeitgenössische Kunst trifft auf kulturhistorische Objekte aus unterschiedlichen Epochen.

Prof. Dr. Eckart Köhne, der gemeinsam mit Susanne Schulenburg neben dem Badischen Landesmuseum seit 2025 auch die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden leitet, sagt dazu:

„Die gemeinsame Arbeit stellt für beide Häuser eine große Herausforderung, aber auch eine immense Bereicherung dar. Wir möchten mit Bloom up! zum Nachdenken, zur Diskussion, aber auch zum sinnlichen Erleben anregen“

Blumen als Symbol für Liebe, Erinnerung und Macht

Kaum ein Motiv ist so wandelbar wie die Blume. Seit Jahrtausenden taucht sie als Ornament, Attribut oder Symbol in menschlichen Gesellschaften auf.

Die Ausstellung beginnt mit der Blume als Symbol in Liebes- und Paarbeziehungen. Zu sehen sind unter anderem Bauernschränke aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die mit Blumen und Ranken verziert sind. Sie standen für Liebe, Fruchtbarkeit und Wohlstand und wurden häufig als Hochzeitsgeschenk genutzt.

Diesen historischen Objekten werden Blütenskulpturen des Künstlerduos Petrit Halilaj und Álvaro Urbano gegenübergestellt. Sie greifen private Momente ihrer Beziehung auf und bringen intime Zweisamkeit in den öffentlichen Raum der Ausstellung.

Zeitgenössische Kunst trifft Kulturgeschichte

Mehrere Künstlerinnen und Künstler wurden eingeladen, sich in neuen Arbeiten mit Objekten des Badischen Landesmuseums auseinanderzusetzen. Dazu gehören Willem de Rooij, Ketuta Alexi-Meskhishvili und Sissel Tolaas.

Sissel Tolaas beschäftigt sich mit spätmittelalterlichen Glasfenstern aus Freiburg und Konstanz. Eines davon zeigt die Legende der Heiligen Dorothea, deren Attribut ein mit Rosen gefüllter Korb ist. Für die Ausstellung hat Tolaas eine Arbeit aus verschiedenen Gerüchen geschaffen, die sich auf das Fenster, sein Material, seine Alterung und die Spuren der Zeit beziehen.

Belia Zanna Geetha Brückner setzt mit ihrer Serie Hard to Say I’m Sorry einen kritischen Gegenpunkt zum Jugendstil-Teppich Der Pilger im Garten von Edward Burne-Jones und William Morris. Ihre Blumensträuße thematisieren Entschuldigungsgesten in toxischen und gewaltvollen Beziehungen.

Blumen erzählen auch von Widerstand und Trauer

Willem de Rooij widmet sich in der Ausstellung dem Thema „Whiteness“. Zu sehen sind unter anderem Bouquet IX, ein Strauß aus ausschließlich weißen Blumen, sowie eine Arbeit aus der Serie Weavings, Whites. Für die Ausstellung setzte er sich außerdem mit historischen Fotosammlungen der Landesstelle für Alltags- und Regionalkultur in Staufen auseinander.

Ketuta Alexi-Meskhishvili nähert sich fotografisch einer spätmittelalterlichen Pietà. Sie zeigt Details wie eine Hand, einen Faltenwurf oder die Rückseite der Skulptur. Der mit Tulpen bemalte Mantel der Pietà schafft eine Verbindung zu einer weiteren Fotoserie der Künstlerin. In Georgien steht die Tulpe für Widerstand, Trauer und kollektive Erinnerung.

Weitere Werke stammen unter anderem von Jonas Mekas, Allora & Calzadilla und Taryn Simon.

Seltene Seidendecke wird erstmals öffentlich gezeigt

Ein besonderer Höhepunkt der Ausstellung ist eine großformatige Seidendecke. Sie ist mit unterschiedlichen Blumenarten und Kronen bestickt und stammt angeblich aus dem Kloster Lichtental.

Das seltene Stück ist außergewöhnlich gut erhalten und wird in Baden-Baden erstmals öffentlich gezeigt.

App, Führungen und Angebote für Familien

Zur Ausstellung gibt es auch eine App. Sie erweitert den Besuch digital und bietet klassische Audioguides sowie weitere Einblicke in Ateliers und Entstehungsprozesse der Werke.

Im Gruppenmodus gibt es Spiele und Abstimmungen. Im Dating-Modus können Besucherinnen und Besucher nicht nur die Ausstellung, sondern auch einander besser kennenlernen.

Zum Begleitprogramm gehören Führungen, Diskussionsformate und kreative Werkstattangebote. Außerdem gibt es eine Stille Stunde für ein bewusst reizarmes Ausstellungserlebnis. Für Familien werden eine Family-Tour und eine Bring your Baby-Tour angeboten.

Öffnungszeiten und Preise

Bloom up! Die Sprache der Blumen ist vom 13. Juni 2026 bis 10. Januar 2027 in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden in der Lichtentaler Allee 8a zu sehen.

Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. An Feiertagen ist geöffnet, außer am 24. und 31. Dezember.

Der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Weitere Informationen gibt es unter www.bloomup-ausstellung.de.

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