Bilanz zur Erdbeersaison 2026 - Kostendruck auf den roten Früchtchen

25. Juni 2026 , 12:06 Uhr

Bruchsal (pm/tk) – Die Hitzewelle hat die Erdbeersaison in Süddeutschland schneller beendet als erwartet. Die Nachfrage war groß, aber die Preise zu niedrig.

Spätsorten werden geerntet

Denn bei hochsommerlichen Temperaturen ist es schwierig, gute Qualitäten zu produzieren. Daher hat bereits vergangenes Wochenende ein großer Teil der Betriebe die Ernte eingestellt, heißt es einer Mitteilung des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) in Bruchsal. In Süddeutschland werden jetzt noch Spätsorten wie beispielsweise ‚Marieka‘ und ‚Malwina‘ geerntet. Auch ist das ein oder andere Selbstpflückfeld noch geöffnet.

Optimale Witterung

Die Erdbeersaison hat im Vergleich zu den Vorjahren durchschnittlich früh begonnen. Die Frühsaison ist durch überwiegend optimale Witterungsbedingungen gut verlaufen. Insgesamt begünstigte das schöne Wetter den Appetit auf frische Erdbeeren, so dass die Nachfrage seit Saisonbeginn groß war.

Preispolitik im Handel gefährdet Existenzen

„Der Erdbeerpreis ist im Handel schon vor Pfingsten eingebrochen, und das, obwohl Erdbeeren gesucht waren. Leider hat sich der Preis danach nicht mehr wirklich erholt. Das ist angesichts der gestiegenen Produktionskosten ein harter Schlag für die Betriebe, die überwiegend über den Lebensmitteleinzelhandel vermarkten. Bereits in der vergangenen Saison hatten wir dieses Problem. Leider hat es sich in dieser Saison nochmals verschärft.“, kritisiert Simon Schumacher, Vorstandssprecher des VSSE. Bereits in den letzten zehn Jahren haben mehr als 25 Prozent der Erdbeererzeuger in Deutschland ihren Anbau aufgegeben.

Erdbeerpreise unterm Schnitt

Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) lagen die durchschnittlichen Verbraucherpreise für deutsche Erdbeeren über alle Vermarktungswege von Jahresbeginn bis einschließlich Mai nur 1 % über dem Vorjahresniveau. „Wir gehen aber davon aus, dass der durchschnittliche Erdbeerpreis mit den Zahlen vom Juni sogar unter den Durchschnittspreis von letztem Jahr fallen wird, und dies trotz der stark gestiegenen Produktionskosten“, erklärt Eva Würtenberger, Marktexpertin der AMI.

Durchschnittlich kaufte jeder Haushalt seit Jahresbeginn bis Ende Mai laut AMI rund 2,66 kg Erdbeeren, das entspricht in etwa dem Spitzenniveau von 2,7 kg aus dem Jahr 2025.

Vorbereitungen für Saison 2027

Fast ein Jahr Vorlauf benötigt die Erdbeersaison. So pflanzen die Erdbeererzeuger aktuell trotz der großen Hitze einige neue aromatische Erdbeersorten für die Saison 2027.

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