Bekämpfung der Asiatischen Hornisse - bitte meldet jede Sichtung!

22. März 2026 , 21:55 Uhr

Baden-Baden (pm/tk) – Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse wird zur Herausforderung für Imker, Landwirte und  Naturschützer. Besonders Honigbienen geraten durch die eingewanderte Jägerin zunehmend unter Druck. Experten rufen daher die Bevölkerung zur Hilfe auf. Wenn Ihr eine Asiatische Hornisse – bitte meldet Sie auf einem Online-Portal!

Asiatische Hornisse breitet sich aus

Die Arbeiterinnen ernähren sich überwiegend von Nektar oder Obst, während für die Larvenaufzucht proteinhaltige Beute benötigt wird. Zum Beutespektrum zählt insbesondere die Honigbiene, wobei die Asiatischen Hornissen auch in Bienenstöcke eindringen. Deshalb beobachten vor allem Imker die Ausbreitung der Art mit großer Sorge. Aber auch für die Landwirtschaft stellt die Asiatische Hornisse eine Gefahr dar, vornehmlich durch den Rückgang der Bestäuber und durch Fraß an Früchten im Obst- und Weinbau.

Meldeplattform im Internet

Da sich die ursprünglich in Asien beheimatete Asiatische Hornisse in Europa rasant ausbreitet, große Völker bildet und damit die einheimische Fauna aus dem natürlichen Gleichgewicht bringt, gilt sie als invasive gebietsfremde Art. Zwischenzeitlich wurde die Asiatische Hornisse vom Bundesumweltministerium als weit verbreitet eingestuft.

Sichtungen einer Asiatischen Hornisse oder eines Nestes sind in Baden-Württemberg auf der LUBW-Meldeplattform (https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse) oder über die kostenlose „Meine Umwelt-App“ zu melden. Zur Artidentifizierung ist ein Foto beizufügen.

Hornissen verteidigen ihr Nest

Die Asiatische Hornisse gilt zwar als weniger aggressiv gegenüber Menschen als die deutsche oder gemeine Wespe, nähert man sich aber dem Hornissennest, verteidigen sich die Tiere massiv. Dies kann aufgrund der Größe des Hornissenvolkes gefährlich werden, insbesondere im Hinblick auf mögliche allergische Reaktionen. Daher muss die Nestbeseitigung durch speziell dafür ausgebildete Nestentferner erfolgen.

Unterschied zwischen Asiatischer und Europäischer Hornisse

Im Vergleich zu den heimischen unter Schutz stehenden Europäischen Hornissen sind die Völker der Asiatischen Hornisse deutlich größer. In ihrem Aussehen unterscheiden sich die geschützte Europäische Hornisse und die invasive asiatische Art wie folgt: Die Kopfvorderseite der Asiatischen Hornisse ist orangefarben, sie besitzt eine dunkelbraun bis schwarze Grundfärbung mit einem breiten orangefarbenen Streifen am Hinterleib und einer feinen gelben Binde am ersten Segment. Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal sind die gelben Beinenden der Asiatischen Hornisse. Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die Europäische Hornisse und ist im Gegensatz zur Europäischen nicht nachtaktiv.

Königinnen bauen Gründungsnester

Im Frühjahr baut die Königin der Asiatischen Hornisse ein etwa Handballen großes Gründungsnest (Primärnest), meist in Bodennähe, Schuppen oder Sträuchern. Sobald im Sommer das Nest für das Hornissenvolk zu klein wird, bauen sie ein Filialnest (Sekundärnest). Das Sekundärnest wird meist in Baumkronen bis 30 Meter Höhe gebaut und kann einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen, beherbergt bis zu 2.000 Arbeiterinnen und 500 geschlechtsreife Königinnen.

Dies macht die Nestentfernung, meist auch in unzugänglichem Gelände, extrem schwierig und zum Teil unmöglich. Hinzu kommt, dass die Sekundärnester oft erst sehr spät entdeckt werden, wenn das Laub fällt. Problematisch dabei ist besonders, dass zu diesem Zeitpunkt schon viele Jungköniginnen ausgeschwärmt sind. Um der Bedrohung durch die Asiatische Hornisse aktiv entgegenzuwirken, haben sich etliche Imker als sogenannte Nestentferner zertifizieren lassen.

Locktöpfe selber bauen

Mithilfe von Locktöpfen können Jungköniginnen lebend angelockt werden. Als Locktopf wird ein Schraubglas verwendet, mittig in den Deckel eine Öffnung gebohrt, in das ein Küchenschwamm oder Tuch gezogen wird, das bis zum Boden reicht. Den Locktopf mit 1/3 Bier, 1/3 lieblichen Wein und 1/3 Himbeersirup oder Ähnliches befüllen, ans Fensterbrett stellen und regelmäßig kontrollieren. Sichtungen der Asiatischen Hornisse sollen auf der LUBW-Meldeplattform oder in der „Meine Umwelt App“ gemeldet werden. Nach erfolgter Verifizierung und Bestätigung kann das Tier abgetötet werden.

Alle Handlungsempfehlungen im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Asiatischen Hornisse und weiteres Informationsmaterial sind außerdem bei der Landesanstalt für Bienenkunde unter https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/vespavelutina abrufbar.

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