Anders sehe es für die Tigermücke aus. «Sie profitierte massiv von den heißen Sommertemperaturen, dem frühen Beginn der Sommertage und der langen Wärme bis in den späten September hinein», erklärte die Sprecherin. Der ehemalige Exot brüte im Siedlungsraum und finde sogar bei größter Trockenheit noch kleine Restmengen Wasser. «Unterirdische Wasseransammlungen oder durch künstliche Bewässerung gefüllte Gefäße gaben ihr auch bei wochenlang fehlendem Regen ausreichend Brutmöglichkeiten.»
Ab August seien die Stechmückenjäger mit Sitz in Speyer «von Tigermückenmeldungen regelrecht überschwemmt» worden, schilderte die Sprecherin. «Die Tigermücke war dieses Jahr für viele Menschen der Oberrheinregion ein enormes Problem. Die Nachweise, insbesondere in urbanen Ballungsräumen und Großstädten, nahmen massiv zu.»
Aus 62 Kommunen im Südwesten habe es in diesem Jahr Erstfunde gegeben. «So viele wie nie zuvor. Der Rekord lag bisher bei 58 in 2023, im vergangenen Jahr waren es nur 35 neue. Aus offiziell 272 Kommunen liegen nun Nachweise vor. Berechnungen zufolge konnte dieses Jahr eine sechste Tigermücken-Generation in der zweiten Septemberhälfte ausfliegen – so früh wie nie zuvor.»
Tigermückenweibchen könnten bis zu sechs Wochen leben. «Bis in den November hinein wird es also noch einzelne Exemplare geben. Dieses Jahr wird jedoch eine große Menge Eier überwintern», sagte die Sprecherin. Sie appellierte, Wassergefäßen im Außengelände gewissenhaft zu reinigen. «So können wir aktiv gegensteuern.» Die tagaktive Tigermücke gilt als potenzieller Krankheitsüberträger und im Stechverhalten als sehr aggressiv.
Die Arbeit der Kabs – einem als gemeinnützig anerkannten Verein – ist aufwendig: Am Boden schlagen sich die Experten durch dichtes Unterholz, viele Brutstätten werden aus der Luft behandelt. Von einem Helikopter aus verteilt die Kabs dann den Wirkstoff Bti gegen Larven.