Beeindruckendes Farbspektakel am Nachthimmel: Erdbeermond

11. Juni 2025 , 04:26 Uhr

Rot und voll

Weil der Mond zurzeit besonders tief am Himmel steht, erscheint er größer als sonst. Außerdem erstrahlt er in einem tiefroten Schimmer. Wer den «Erdbeermond» gestern verpasst hat, kann in der kommenden Nacht die Chance nutzen.

Etwa ab 23.30 Uhr und damit eine Stunde später als am Dienstag sei er im Südwesten sichtbar, erklärte Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg. Wer also draußen sitzt, sollte den Blick gen Osten richten. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) dürfte das Wetter mitspielen. Die Meteorologen gehen von einem klaren Nachthimmel aus.

Begriff stammt aus Nordamerika

Der Juni-Vollmond werde nicht wegen der möglichen Färbung als «Erdbeermond» bezeichnet, die durch Partikel in der Atmosphäre zustande komme, erklärte die Expertin. Der Begriff stamme ursprünglich aus dem nordamerikanischen Kulturraum.

Die indigene Bevölkerung habe die Vollmonde nach Ereignissen im Jahresverlauf benannt – im Juni sei dies die Erdbeerernte. Seit rund zehn Jahren hätten sich diese Monatsnamen auch hierzulande verbreitet. Einen rötlichen Vollmond könne man auch in anderen Monaten sehen.

Keine kreisrunde Bahn um die Erde

Der Mond ist dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufolge im Mittel etwa 400.000 Kilometer von der Erde entfernt. Allerdings ändere sich die Entfernung, da der Trabant keine kreisrunde Bahn um den Planeten durchlaufe. Die Entfernung schwanke zwischen rund 360.000 und 405.000 Kilometern.

«Warum die Bahn nicht perfekt kreisförmig ist, hat viele Gründe», heißt es auf der DLR-Homepage. Dabei spielten die Anziehungskraft der Sonne, die Kräfte zwischen Mond und Erde, aber auch die unterschiedliche Masseverteilung im Erdinneren eine Rolle.

Optische Täuschung

Der Erdtrabant wirke kurz nach dem Aufgehen generell ein wenig größer, als wenn er hoch am Himmel stehe, sagte Michael Passarge vom Freundeskreis der Himmelskunde in Hessen. «Das ist aber eine optische Täuschung», so der Experte weiter. Der Grund dafür: Wenn der Mond knapp über dem Horizont stehe, gebe es Vergleichsmöglichkeiten zum Beispiel mit Bäumen oder Gebäuden.

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