Festnahme eines Verdächtigen nach Bedrohung im Landratsamt Karlsruhe

01. Februar 2022 , 20:30 Uhr

Karlsruhe/Bruchsal (lra/dpa/er24/lk) – Die Landratsämter in Karlsruhe und der Außenstelle in Bruchsal sind nach einer Bedrohungslagen durch schwerbewaffnete Polizeikräfte abgeriegelt worden. 500 Mitarbeiter wurden aus dem Gebäude evakuiert. Offenbar war ein „komischer Anruf bei der Polizei eingegangen“, so eine Polizeisprecherin. Schließlich wurde ein Mann in Stutensee verhaftet.

+++ Update Dienstag, 16.52 Uhr +++

Wie die Polizei mitteilt, gelang es den Beamten, den mutmaßlichen Anrufer aus Stutensee zu ermitteln. Einsatzkräfte nahmen den Tatverdächtigen gegen 14.30 Uhr an seiner Wohnanschrift in Stutensee-Staffort widerstandslos fest. Weitere Ermittlungen der Kriminalpolizei Karlsruhe bezüglich des Tatverdachts dauern derzeit noch an. Die gesamten Einsatzmaßnahmen, an denen etwa 60 Beamtinnen und Beamte beteiligt waren, konnten daraufhin beendet werden. Auch die Sperrungen der umliegenden Straßen wurden aufgehoben.

Polizei riegelt Landratsämter ab

Großeinsatz am Dienstagmittag in Karlsruhe und Bruchsal: Am Landrats- und Gesundheitsamt in Karlsruhe sowie am Landratsamt in Bruchsal sind gegen 11.20 Uhr Bedrohungslagen gemeldet worden. Das Hauptgebäude in der Beiertheimer Allee in der Karlsruher Südweststadt wurde von der Polizei abgeriegelt. Ebenso das Gesundheitsamt in der Karlsruher Oststadt und das Landratsamt in Bruchsal.

Komischer Anruf bei der Polizei

Mit Maschinenpistolen bewaffnet standen Beamte der Polizei rund um die Objekte. „Es gibt eine Bedrohungslage, welche von uns nun genauer betrachtet wird“, erklärt ein Polizeibeamter vor Ort. Es sein ein „komischer Anruf“ bei der Polizei eingegangen. Nach ersten Erkenntnissen gab es jedoch keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr, auch nicht für die Bevölkerung. Dass die Polizei den Hinweis sehr ernst und die Gebäude sofort geräumt hatten, lobte der Landrat: In Zeiten, in denen sich Polizei-, Rettungs- und Verwaltungskräfte zusehends Aggressionen und Gewalt ausgesetzt sehen, gelte es schnell zu handeln, um Schlimmeres zu verhindern.

500 Mitarbeiter evakuiert

Wegen des Drohanrufs haben hunderte Mitarbeitende die Gebäude der Behörde in der Stadt Karlsruhe und in Bruchsal verlassen und nach Hause gehen müssen. Die Polizei durchsuchte die Räume nach Angaben einer Polizeisprecherin, auch mit Unterstützung von Sprengstoffhunden. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, so die Polizei. Allein am Standort Karlsruhe arbeiten 700 Menschen in der Kreisverwaltung. „Die Aufregung in der Belegschaft war riesengroß – gerade vor dem Hintergrund wiederholter Anfeindungen von Beschäftigten des Landratsamtes und Repräsentanten des öffentlichen Lebens“, so Landrat Schnaudigel.

Umliegende Straßenzüge gesperrt

Ganze Straßenzüge in der Umgebung rund um das Landratsamt in Karlsruhe waren gesperrt. Der Verkehr wurde am Ettlinger Tor umgeleitet, die Fahrtrichtung Süd der Ettlinger Straße ist abgesperrt. Fußgänger und Radfahrer wurden von Polizeibeamten umgeleitet. Dadurch war es in der Kriegsstraße teilweise zu Rückstaus gekommen. Die Sperrungen konnten jedoch gegen 14.30 Uhr wieder aufgehoben werden. Auch die Dienststellen des Landratsamts sind schon am Mittwoch wieder in gewohnter Weise erreichbar.

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