Gaggenau (pm/tk) – Damit der Auwald auf den Murginseln erhalten bleibt, sind in der kommenden Woche Rodungsarbeiten notwendig. Ein Teil der Amalienbergstraße wird dafür gesperrt.
Die so genannten „Murginseln“ bestehen aus drei drei Inseln und sind zusammen etwa 3.700 Quadratmeter groß. Auf den zwei größeren Inseln hat sich ein Auwald entwickelt. Auf der nördlichen und kleinsten Insel befindet sich kein Auwald; diese ist als Kiesinsel ausgebildet. Die Murginseln liegen im FFH-Gebiet „Unteres Murgtal und Seitentäler“ und sind als prioritärer Lebensraumtyp „Erlen- und Eschenwälder und Weichholzauenwälder an Fließgewässern“ eingestuft. Bereits im Rahmen der Kartierung für den Managementplan sind gehäuft invasive Robinien (Robinia pseudoacacia) und die aus Nordamerika stammende Balsam-Pappel (Populus balsamifera) festgestellt worden. Invasive Arten sind eingewanderte oder eingeschleppte Arten, die unsere einheimischen Arten verdrängen.
Bei einem Abstimmungstermin im Rahmen der Planung zu den Hochwasserschutzmaßnahmen links der Murg des Regierungspräsidiums hat sich herausgestellt, dass der Auwald auf den beiden Inseln inzwischen stark von den anderen Baumarten zurückgedrängt wurde. So ist die nordwestliche Murginsel inzwischen zu rund zwei Dritteln mit Robinien bewachsen, und im mittleren Bereich der südöstlichen Insel hat die Balsam-Pappel überhandgenommen.
Der Murgsee befindet sich in Unterhaltung der Stadt Gaggenau. Nach dem Naturschutzgesetz (§ 2 Abs. 3 NatSchG) ist die Stadt verpflichtet, für den Naturschutz besonders wertvolle Flächen in ihrer ökologischen Beschaffenheit zu erhalten und nach Möglichkeit weiterzuentwickeln. Um den verloren gehenden Auwald wiederherzustellen, hat die Stadt Gaggenau das Pflegekonzept vorgelegt, wonach die invasiven Robinien und die Balsam-Pappeln mitsamt der Wurzel zu entfernen sind. Da die Robinien aus der Wurzel wieder austreiben, müssen diese „Wurzelbruten“ auch in der künftigen Unterhaltung dauerhaft bekämpft werden.
Die kleinsten der drei Inseln ist eine reine Kiesbank. Diese sind ebenfalls selten geworden, daher wird sie von Bewuchs freigehalten. Dort hat in den letzten Jahren der Flussregenpfeifer gebrütet. Er ist in seiner Brutplatzwahl auf solche Flächen angewiesen. Er zeichnet sich durch leuchtend gelbe Ringe um die Augen und seine perfekte Tarnung aus und steht auf der Roten Liste der geschützten Arten.
Die Arbeiten zur Entfernung der Robinien und Balsam-Pappeln auf den Murginseln werden in der ersten Novemberwoche durchgeführt. Um den Eingriff so schonend wie möglich durchzuführen, sollen die Inseln nicht mit schwerem Gerät befahren werden. Die Maßnahme ist mit der Naturschutzbehörde abgesprochen und wird außerdem von Ökologen begleitet. Die Bäume werden mit einem Forstspezialschlepper vom Ufer aus herausgezogen.
Für die Arbeiten wird die Amalienbergstraße zwischen der Kirche und dem Daimler-Parkplatz in der kommenden Woche, vom 2. bis 6. November, für Kraftfahrzeuge gesperrt. Die Zufahrt zum Parkplatz ist über den Annemasse-Platz möglich. Radfahrer und Fußgänger kommen am abgesperrten Bereich vorbei. Die Parkplätze im Parkscheiben-Bereich können in dieser Woche nicht genutzt werden. Die Stadtverwaltung bittet um Verständnis