Bahnprojekt Stuttgart 21 wird drei Milliarden Euro teurer

26. Juni 2026 , 11:58 Uhr
Nach der Verschiebung der Eröffnung um fünf Jahre steigen auch die Kosten für das Projekt Stuttgart 21. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur rechnet die Bahn mit Mehrkosten in Höhe von rund 3 Milliarden Euro. Damit erhöhen sich die Gesamtkosten auf etwa 14,5 Milliarden Euro.

Ursprünglich 4,5 Milliarden Euro

Das Preisschild für den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof und die Neuordnung des Bahnknotens war in den vergangenen Jahren immer wieder nach oben korrigiert worden. In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Damals ging man von Baukosten in Höhe von rund 3 Milliarden Euro aus und plante noch einen Puffer in Höhe von 1,5 Milliarden ein.

Bahn muss alle Mehrkosten tragen

Für die Bahn ist die Verschiebung der Inbetriebnahme und die damit verbundene Kostensteigerung auch ein finanzielles Desaster. Denn alle Mehrkosten, die über den Finanzierungsvertrag hinausgehen, muss das Unternehmen einem Gerichtsurteil zufolge alleine tragen.

Mit einer Klage, die die Projektpartner – das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart, der Verband Region Stuttgart und der Flughafen Stuttgart – zu einer Beteiligung an den zusätzlichen Kosten zwingen sollte, war die Bahn vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart gescheitert. Einen Antrag auf Berufung hatte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg später abgelehnt.

Erst am Mittwoch hatten Bahnvertreter in einer Sitzung des Verkehrsausschusses im Bundestag angekündigt, die Eröffnung von Stuttgart 21 um fünf Jahre zu verschieben. Teilnehmern zufolge soll der Tiefbahnhof nun Ende 2031 in Betrieb gehen. Der Termin war bereits mehrmals verschoben worden.

Probleme bei Planungen, Digitalisierung und Notstrom

Als Hauptgründe für die neuerliche Verschiebung nannte die Bahn laut Teilnehmern im Verkehrsausschuss unter anderem die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens, die deutlich schwieriger sei als zunächst gedacht. Zudem hätten Planungsprozesse nicht den nötigen Reifegrad gehabt. Medien hatten bereits zuvor berichtet, dass deswegen Kabel teils neu verlegt werden müssten.

Zudem gebe es Probleme mit einem Technikgebäude, das für den aktuellen Bedarf nicht mehr passend sei. Nachbessern muss die Bahn Teilnehmern des Verkehrsausschusses zufolge auch bei Steuerungstechnik und der Energieversorgung. Medien hatten berichtet, dass ein neues Notstromkonzept nötig sei.

Anzeige
2031 Deutsche Bahn Digitalisierung Eröffnung Euro Kosten Milliarden Probleme Projekt Stuttgart Stuttgart 21 Tiefbahnhof Verkehr verschoben Züge

Das könnte Dich auch interessieren

20.11.2025 Stuttgart-21-Partner fordern Sondersitzung mit Bahnchefin Stuttgart (dpa/tk) - Die für Ende 2026 geplante Teileröffnung des Stuttgarter Tiefbahnhofs ist vom Tisch. Neues Datum? Fehlanzeige! Der Oberbürgermeister verlangt jetzt Antworten von der Bahn. 19.11.2025 Stuttgart 21: Teileröffnung Ende 2026 wohl geplatzt Stuttgart (dpa/dk) - Rund um das Großprojekt Stuttgart 21 wird es weiterhin nicht ruhig. Wenige Monate vor der zuletzt angekündigten Teileröffnung deutet nun vieles darauf hin, dass auch dieses Datum nicht zu halten ist. Für Fahrgäste bedeutet das: Der neue Tiefbahnhof bleibt vorerst weiterhin außer Reichweite. 15.12.2025 Projektpartner beraten über Verschiebung bei Stuttgart 21 Stuttgart (dpa/tk) - Wann Stuttgart 21 in Betrieb geht, ist völlig unklar. Heute treffen sich die Projektpartner, um zu beraten. Wird ein neuer Termin genannt? 09.06.2026 Stuttgart 21 wackelt weiter: Özdemir fordert klare Antworten von der Bahn Stuttgart (dpa/dk) - Neue Berichte über weitere Verzögerungen bei Stuttgart 21 sorgen für Druck auf die Bahn. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir verlangt jetzt belastbare Zahlen und einen klaren Zeitplan. Für Bahnfahrende im Land geht es dabei um die Frage, wann der neue Stuttgarter Bahnknoten endlich zuverlässig in Betrieb gehen kann.