Baden-Baden zählt 2025 mehr als 950.000 Übernachtungen

08. April 2026 , 14:43 Uhr

Baden-Baden (pm/dk) – Der Tourismus in Baden-Baden hat 2025 leicht zugelegt. Die Zahl der Übernachtungen stieg auf 951.246, auch bei den Gästeankünften geht es nach oben. Vor allem der Inlandstourismus sorgt für das Plus. Gleichzeitig zeigt sich: Baden-Baden sieht sich in einer weltweit angespannten Lage im Tourismus widerstandsfähig aufgestellt.

Leichtes Plus bei Übernachtungen und Ankünften

Nach Angaben des Statistischen Landesamts sowie ergänzenden Erhebungen der Stadt zu Unterkünften mit weniger als zehn Zimmern wurden in Baden-Baden im Jahr 2025 insgesamt 951.246 Übernachtungen gezählt. Das sind 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch die Zahl der Gästeankünfte stieg. Sie erhöhte sich um 1,6 Prozent auf 422.424. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag wie schon im Vorjahr bei 2,3 Tagen.

Vor allem Gäste aus Deutschland sorgen für Wachstum

Getragen wurde die Entwicklung vor allem von Gästen aus dem Inland. 281.792 Gäste aus Deutschland verbrachten 668.705 Nächte in Baden-Baden. Das entspricht einem Plus von drei Prozent bei den Übernachtungen und 6,9 Prozent bei den Gästeankünften.

Bei den internationalen Gästen zeigt sich dagegen ein Rückgang. Hier lagen die Übernachtungen um 4,6 Prozent und die Ankünfte um 7,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Baden-Baden bleibt gefragtes Ziel für Kurzurlaube

„Wir sind angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen mit der Gäste-Entwicklung sehr zufrieden. Baden-Baden behauptet sich weiterhin als attraktive Destination insbesondere für Kurzurlaube“, erklärt Nora Waggershauser, Geschäftsführerin der Baden-Baden Tourismus GmbH.

Weiter sagt sie: „Die Kombination von beeindruckendem Kunst- und Kulturangebot, vielfältigen Veranstaltungen sowie Naturerlebnis, Entspannung und Wellness machen Baden-Baden zu einem gefragten Reiseziel. Das Gesamtpaket stimmt.“

August, Juli und Oktober besonders stark

Traditionell zogen die Sommermonate und das Jahresende die meisten Gäste an. Der stärkste Monat war der August mit 94.324 Übernachtungen. Dahinter folgten der Juli mit 91.646 und der Oktober mit 89.507 Übernachtungen.

Auch der Dezember war stark. In diesem Monat wurden 88.059 Übernachtungen in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in Baden-Baden und dem Rebland registriert.

„Hier zeigt sich die hohe Bedeutung und Attraktivität des Christkindelsmarkts“, so Waggershauser.

Kongresse und Tagungen als wichtiger Faktor

Auch der Tagungs- und Kongressbereich hat 2025 nach Angaben der Baden-Baden Tourismus GmbH einen wichtigen Beitrag zum touristischen Erfolg geleistet.

„2025 war ein starkes Kongressjahr“, sagt Waggershauser. Neben zahlreichen Tagungen fanden 27 größere Kongresse in Baden-Baden statt, darunter allein zehn aus dem Bereich Medizin und Gesundheit.

Die meisten Gäste brachte der Rückversicherer-Kongress mit 3.480 Teilnehmenden – ein neuer Rekord.

Waggershauser betont: „Kongresse und Tagungen sind wichtige Frequenzbringer. Deshalb freuen wir uns sehr, dass im zweiten Halbjahr 2025 mit dem Europäischen Hof und dem Brenners Park-Hotel & Spa zwei bedeutende Luxushotels nach umfangreichen Umbauarbeiten wieder geöffnet haben. Ausreichend Zimmerkontingente im gehobenen und Luxussegment sind für bedeutende Großveranstaltungen unverzichtbar.“

Hoffnung auf neue Impulse durch Luxushotels

Die Wiedereröffnung der beiden Fünf-Sterne-Häuser soll nach Einschätzung der Tourismus GmbH im laufenden Jahr und vor allem ab 2027 deutliche Impulse für den Baden-Badener Tourismus bringen.

„Für hochwertige Individualreisen sowie für Reiseveranstalter sind diese Kapazitäten im Luxussegment von großer Bedeutung. Viele Anfragen können nun wieder gezielt auf Baden-Baden ausgerichtet werden“, so Waggershauser.

Der Badische Hof soll nach derzeitiger Planung im Sommer eröffnen. Im Hotel am Sophienpark wird seit Anfang Januar 2025 saniert, dort stehen 75 Zimmer vorübergehend nicht zur Verfügung.

Frankreich, Schweiz und Niederlande wichtigste Auslandsmärkte

Nach den Auswertungen des Statistischen Landesamts für die ersten acht Monate des Jahres 2025 bleiben Frankreich, die Schweiz und die Niederlande die wichtigsten Auslandsmärkte für Baden-Baden. Auf Platz vier folgen die USA.

Weiter zurückgegangen ist die Zahl der Übernachtungen aus den Arabischen Golfstaaten. Deutlich zugelegt haben dagegen Spanien und Österreich.

Eine vollständige Bewertung der Auslandsmärkte ist aber noch nicht möglich. „Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat aufgrund von Personalengpässen das Gesamtjahr 2025 in Bezug auf die einzelnen Länder noch nicht vollständig ausgewertet. Daher können wir noch keine abschließende Bewertung der Auslandsmärkte vornehmen“, betont Waggershauser.

Tourismus in globaler Krise – Baden-Baden sieht sich stabil

Für die Tourismus-Chefin ist klar, dass der internationale Tourismus zunehmend von geopolitischen Unsicherheiten geprägt ist.

„Der internationale Tourismus ist immer mehr von erheblichen geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Der Krieg im Iran und die damit verbundenen Störungen im Luftverkehr und steigenden Reisekosten werden den globalen Tourismus spürbar belasten.“

Für Baden-Baden könne das Vor- und Nachteile haben. Einerseits könnte die Stadt davon profitieren, dass deutsche und europäische Gäste verstärkt nahegelegene Ziele wählen. Andererseits könnte ein Teil der internationalen Nachfrage aus weiter entfernten Märkten ausbleiben.

„Wir sind resilient aufgestellt“

„Mit rund 30 Prozent Anteil an ausländischen Gästen ist der Tourismus bei uns im Vergleich zu anderen Städten zwar stärker international geprägt. Gleichzeitig bewahrt uns der zuletzt weiter steigende große Anteil an deutschen Urlaubern vor einer zu großen Abhängigkeit von ausländischen Märkten und intakten Reiserouten. Wir sind resilient aufgestellt“, betont Waggershauser.

Und weiter: „Wir beobachten die internationalen Entwicklungen sehr aufmerksam. Noch ist offen, wie sich die geopolitische Lage im weiteren Jahresverlauf tatsächlich auf das Reiseverhalten auswirkt. Klar ist aber: Baden-Baden ist mit seiner starken Position im deutschen und europäischen Markt, seiner hohen Veranstaltungsdichte und seiner besonderen Qualität als Reiseziel gut aufgestellt. Unser Ziel bleibt es, diese Stärken weiter auszubauen und zusätzliche Potenziale im Inland und im europäischen Ausland gezielt zu nutzen.“

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