Autoindustrie in Baden-Württemberg verliert mehr als 11.000 Beschäftigte

15. August 2026 , 13:22 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – Die Krise in der deutschen Autoindustrie macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt deutlich bemerkbar. In Baden-Württemberg ist die Zahl der Beschäftigten in der Branche innerhalb eines Jahres um mehr als 11.000 gesunken.

5,5 Prozent weniger Beschäftigte im Südwesten

Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 waren in der baden-württembergischen Autoindustrie noch 196.452 Menschen beschäftigt. Das teilte das Statistische Landesamt in Fellbach auf Grundlage vorläufiger Daten mit.

Verglichen mit dem Vorjahr sind das 11.344 Beschäftigte weniger. Das entspricht einem Rückgang von 5,5 Prozent. Betrachtet wurde dabei der Wirtschaftszweig „Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“.

Auch bundesweit deutlicher Rückgang

Deutschlandweit waren Ende Juni noch 691.500 Menschen in der Autoindustrie beschäftigt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sank die Zahl innerhalb eines Jahres um 42.300 Beschäftigte beziehungsweise 5,8 Prozent.

Damit fällt der Rückgang bundesweit etwas stärker aus als in Baden-Württemberg.

Mehrere Unternehmen haben Sparprogramme angekündigt

Der Beschäftigungsabbau in der Branche hatte sich bereits seit Längerem abgezeichnet. Der Verband der Automobilindustrie warnte im Mai vor einem möglichen Verlust von bis zu 225.000 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2035.

Mehrere Hersteller und Zulieferer haben zuletzt Sparprogramme und Stellenstreichungen angekündigt. Dazu gehören auch bekannte Unternehmen aus Baden-Württemberg wie Mercedes-Benz, Porsche, Bosch, ZF und Mahle.

Beschäftigung in der gesamten Industrie gesunken

Auch über die Autobranche hinaus ist die Zahl der Industriearbeitsplätze im Land zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Landesamts sank die Beschäftigung in der baden-württembergischen Industrie im Jahr 2025 um 2,4 Prozent.

Demnach arbeiteten 2025 noch rund 1.268.000 Menschen in der Industrie im Südwesten.

Anzeige
Arbeitsmarkt Baden-Württemberg Arbeitsplätze Autoindustrie Autoindustrie Baden-Württemberg Automobilindustrie Beschäftigte Autoindustrie Bosch Industrie Baden-Württemberg Mahle Mercedes-Benz Porsche Stellenabbau Baden-Württemberg ZF

Das könnte Dich auch interessieren

03.12.2025 Jeder Fünfte im Südwesten fürchtet um seinen Job Baden-Württemberg (dpa/dk) - Die wirtschaftliche Lage drückt im Land seit Jahren auf die Stimmung. Eine neue Umfrage zeigt nun deutlich: Viele Menschen blicken mit Sorge auf ihre berufliche Zukunft. 31.08.2026 VW unter Druck: Warum die Autokrise auch Baden-Württemberg trifft Baden-Württemberg (dpa/dk) - Zehntausende Jobs stehen auf dem Spiel, mehrere Werke haben noch keine langfristige Perspektive und auch bei den Zulieferern werden massiv Stellen abgebaut: Die angespannte Lage bei Volkswagen ist längst mehr als ein Problem rund um Wolfsburg. Auch Baden-Württemberg bekommt den Druck in der deutschen Autoindustrie zu spüren – unter anderem beim Audi-Werk in Neckarsulm sowie bei den Zulieferern Bosch und ZF. 22.09.2026 Arbeitgeberverband: Längeres Arbeiten darf kein Tabu sein Baden-Württemberg (dpa/tk) - Für das gleiche Geld länger arbeiten - das sieht der Arbeitgeberverband Südwestmetall als weniger schmerzhafte Krisenlösung für Beschäftigte. Verhandlungen darüber dürfe man nicht tabuisieren. Demnächst starten neue Tarifverhandlungen. 05.09.2026 Özdemir fordert klare Zukunft für Audi-Werk in Neckarsulm Neckarsulm (dpa/dk) - Nach der Einigung auf den neuen Sparplan bei Volkswagen rückt auch das Audi-Werk in Neckarsulm stärker in den Fokus. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir fordert vom Konzern jetzt konkrete Perspektiven für den Standort – und zwar über das Jahr 2034 hinaus.