Karlsruhe (pm/dk) – Ein Blick in sonst verschlossene Räume, Gespräche mit Kreativen, Mitmachaktionen, Kunst, Musik und Kulinarik: Am Sonntag, 10. Mai 2026, lädt der Kreativpark Alter Schlachthof in Karlsruhe wieder zu „Ausgeschlachtet!“ ein. Von 11 bis 18 Uhr öffnen rund vier Dutzend Nutzerinnen und Nutzer ihre Ateliers, Werkstätten, Proberäume und Büros. Der Eintritt ist frei.
Im Alltag bleiben viele Räume auf dem Gelände des Alten Schlachthofs für die Öffentlichkeit geschlossen. Bei „Ausgeschlachtet! 2026“ ändert sich das: Besucherinnen und Besucher können hinter die Kulissen schauen, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen und erleben, wie vielfältig auf dem Areal gearbeitet wird.
Neben offenen Ateliers und Werkstätten gibt es Workshops, besondere Angebote und Mitmachaktionen. Auch die Veranstaltungszentren auf dem Gelände beteiligen sich und ermöglichen Einblicke hinter die Kulissen. Dazu kommt ein breites gastronomisches Angebot.
Bei einer Pressekonferenz haben Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Karlsruhe und des NutzerInnenvereins ausgeschlachtet e.V. das Programm vorgestellt.
Antje Bessau, Steinbildhauerin und Vorstand von ausgeschlachtet e.V., betont, wie anpassungsfähig die meist kleineren Betriebe auf dem Gelände sind. „Es hat sich gerade in den jüngsten, wirtschaftlich schwierigen, von Pandemie oder aktuell der Inflation geprägten Jahren, gezeigt, dass die hier arbeitenden, meist kleineren Betriebe mit viel Kreativität und Anpassungsfähigkeit auf Herausforderungen reagieren können“, so Bessau.
Gleichzeitig beschäftigt die Nutzerinnen und Nutzer aktuell auch das Thema steigende Mieten. Diese sind an den Preisindex gekoppelt. „Auch wenn wir uns aktuell viel mit der Herausforderung der an den Preisindex gekoppelten und so zwangsläufig steigenden Mieten beschäftigen müssen, ist es sicherlich sehr interessant mit den hier Arbeitenden über ihre Strategien und ihre Zukunft zu sprechen“, so Bessau, die 2006 als eine der ersten ihr Atelier auf dem früheren Schlachthof bezogen hat.
Johanna Klein vom städtischen Kulturamt unterstrich die Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft für Karlsruhe. Die Stadt habe diese schon früh als starken Wirtschaftsfaktor erkannt. Das Gelände wachse seit rund zwei Jahrzehnten weiter und werde immer vielfältiger.
In der jüngsten Umfrage wurden 156 Betriebe auf dem Areal verzeichnet. „Die Zufriedenheit der NutzerInnen liegt trotz allen Schwierigkeiten bei der Note 1,7“, so Klein. Das habe aus ihrer Sicht auch mit der Arbeit des Vereins ausgeschlachtet zu tun, den 91 Prozent der Befragten als sehr wichtig einschätzen.
Die Stadt engagiert sich weiter organisatorisch und finanziell am Tag der offenen Tür. Auch das städtische K3-Büro ist beteiligt. Es ist auf dem Gelände Ansprechpartner für Kultur- und Kreativwirtschaft.
Nachdem im vergangenen Jahr eine Ausstellung in der Fleischmarkthalle die Geschichte des Schlachthofareals und seine Entwicklung zum Kreativpark beleuchtet hat, geht es in diesem Jahr um die Zukunft.
Ausstellungsdesigner Markus Graf vom Gestaltungsbüro zwo/elf verweist auf den interaktiven Charakter der Schau. Sowohl die Menschen vom Alten Schlachthof als auch die Besucherinnen und Besucher sollen sich beteiligen können. Ziel ist eine Wunschliste für die weitere Entwicklung des beliebten Geländes.
„Wir haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten hier gelernt, wenn wir etwas wirklich bewegen wollen, dass wir es selbst in die Hand nehmen müssen“, so Graf. Als besonderen Clou kündigt er ein weltbekanntes Medium an, das dem Publikum Zukunftsfragen beantworten soll.
Das Programm ist breit gefächert. Die Flüchtlingshilfe zeigt, was sie bewegen kann. Beim interdisziplinären Gestaltungsbüro B2 wird sichtbar, wie Visuelle Kommunikation, Industriedesign, Grafikdesign, Ausstellungsdesign, Medienkunst, Lichtkunst und Softwareentwicklung zusammenkommen.
Mit „The Beauty School“ stellt sich ein neues Atelierprojekt des Künstlerduos Koch & James vor. Das FabLab lädt zur offenen Mitmachwerkstatt ein. Let’s Dev zeigt, für wen individuelle Software entwickelt wurde.
Neu auf dem Gelände ist seit vergangenem Jahr ein Kultur-Planetarium am Südrand des Alten Schlachthofs. Es bietet Programme für Jung und Alt und will am Tag der offenen Türen mit Kurzprogrammen Lust auf den Kosmos machen.
Auch der Bauernmarkt, der seit vergangenem Jahr jeweils am ersten Donnerstag des Monats stattfindet, ist dabei. Zu „Ausgeschlachtet!“ gibt es eine Sonderausgabe als Farm Food Festival. Erzeuger aus der Region teilen dabei Wissen rund um Landwirtschaft und Produkte. Unter dem Motto „Schmecken – Riechen – Fühlen“ gibt es außerdem verschiedene Genüsse.
„Ausgeschlachtet! 2026“ richtet sich an alle Generationen. Für Kinder gibt es Konzerte und Mitmachaktionen im Substage. Für Größere stehen unter anderem Spuktheater, Poetry Slam und Führungen über den Alten Schlachthof auf dem Programm.
Außerdem gibt es Schuhmacher-Workshops, Perkussionskonzerte, Einblicke in die Filmwelt und Anregungen für ökologisches Bauen und Renovieren. Besucherinnen und Besucher können eigene T-Shirts mit Siebdruck-Motiven gestalten, aussortierte Kleidung gegen neue Lieblingsstücke tauschen oder sich von Künstlicher Intelligenz visuell zerlegen und neu zusammensetzen lassen.
Dazu kommen Kunst und Kultur drinnen und draußen – präsentiert von den zahlreichen Kunstschaffenden auf dem Gelände.
Wer schon am Samstag unterwegs sein möchte, kann am 9. Mai in der angrenzenden Karlsruher Oststadt vorbeischauen. Dort öffnen von 10 bis 17 Uhr weit über 100 Höfe zum 7. Hinterhofflohmarkt.
Was: Tag der offenen Türen im Kreativpark Alter Schlachthof
Wann: Sonntag, 10. Mai 2026, 11 bis 18 Uhr
Wo: Kreativpark Alter Schlachthof, Karlsruhe
Eintritt: frei