Region (pm/dk) – Wo läuft es bei der Ausbildung besonders gut – und wo suchen Betriebe noch Nachwuchs? Zum Start des neuen Ausbildungsjahres zeigt sich in unserer Region ein geteiltes Bild. Während die Zahl neuer Ausbildungsverträge im Bezirk der IHK Karlsruhe deutlich zurückgeht, bleibt der Nordschwarzwald vergleichsweise stabil. Einen kräftigen Zuwachs gibt es im regionalen Handwerk. Gleichzeitig sind in vielen Berufen noch Ausbildungsplätze frei.
Im Bezirk der IHK Karlsruhe sind zum Ausbildungsstart aktuell 2.744 neue Ausbildungsverträge eingetragen. Im vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Jahres waren es noch 3.305. Das entspricht einem Rückgang von 17 Prozent.
Besonders deutlich zeigt sich das Minus bei den gewerblich-technischen Berufen. Hier ist die Zahl der neuen Verträge um 26,1 Prozent gesunken. Bei den kaufmännischen Berufen beträgt der Rückgang 10,8 Prozent.
Große Unterschiede gibt es auch zwischen einzelnen Berufsgruppen. In der Elektrotechnik, zu der auch Fachinformatiker zählen, liegen die Vertragszahlen 43,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. In der Metalltechnik beträgt das Minus 17,7 Prozent, bei den Kaufleuten für Büromanagement 20,8 Prozent.
Die IHK sieht dabei auch einen Zusammenhang mit der angespannten wirtschaftlichen Lage. Unternehmen würden ihr Ausbildungsangebot überprüfen und teilweise die Zahl der angebotenen Plätze reduzieren.
Es gibt im Bezirk der IHK Karlsruhe aber auch Bereiche, in denen mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden.
Bei den Banken liegen die Neuverträge aktuell 17,6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es ein Plus von 5 Prozent. Deutlich zugelegt hat außerdem der Bereich Bau, Steine und Erden.
Trotz der insgesamt rückläufigen Zahlen bleiben die Chancen für Jugendliche nach Angaben der IHK gut. Bei der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt sind weiterhin mehr Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber gemeldet.
Das Problem: Freie Stellen und Ausbildungssuchende finden nicht immer zusammen. Gründe können unterschiedliche Berufswünsche und Qualifikationen, räumliche Entfernungen oder unterschiedliche Erwartungen von Jugendlichen und Unternehmen sein.
Anders sieht die Entwicklung im Bezirk der IHK Nordschwarzwald aus. Bis zum 31. August wurden dort 1.648 neue Ausbildungsverträge eingetragen. Das sind 0,7 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.
Damit entwickelt sich der Nordschwarzwald besser als Baden-Württemberg insgesamt. Landesweit ist die Zahl der Neuverträge um neun Prozent zurückgegangen.
Innerhalb der einzelnen Berufsbereiche gibt es allerdings ebenfalls Unterschiede: Bei den kaufmännischen Berufen stieg die Zahl der Ausbildungsverträge um 3,7 Prozent. Bei den gewerblich-technischen Berufen ging sie dagegen um 3,7 Prozent zurück. Besonders betroffen sind Berufe aus dem Bereich Mechanik.
Bei den Elektroberufen wurden dagegen mehr Verträge abgeschlossen als im Vorjahr. Auch die gastronomischen Ausbildungsberufe konnten leicht zulegen.
Trotz des leichten Gesamtplus suchen viele Betriebe im Nordschwarzwald weiterhin Auszubildende. Über alle Bereiche einschließlich des Handwerks hinweg sind noch rund 600 Ausbildungsplätze unbesetzt.
Besonders viele offene Stellen gibt es in der Gastronomie, im Handel und in gewerblich-technischen Berufen.
Wer zum offiziellen Ausbildungsstart noch keinen Platz gefunden hat, kann sich deshalb weiterhin bewerben. Nach Angaben der IHK ist ein Ausbildungsbeginn in vielen Berufen auch später noch möglich – teilweise sogar bis zum Jahresende.
Besonders stark entwickelt sich die Ausbildung im regionalen Handwerk. Im Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe beginnen nach aktuellem Stand 2.238 junge Menschen eine Ausbildung. Das sind 15,2 Prozent mehr als im ebenfalls starken Vorjahr.
Unter den neuen Auszubildenden sind außerdem so viele junge Menschen mit Abitur oder Fachhochschulreife wie noch nie. Ihr Anteil liegt bei 17,3 Prozent.
Bei jungen Frauen sind Friseurin, Augenoptikerin und Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk besonders beliebte Ausbildungsberufe.
Bei den Männern liegen Kfz-Mechatroniker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Elektroniker vorne.
Die steigenden Ausbildungszahlen bedeuten allerdings nicht, dass bereits alle Ausbildungsplätze vergeben sind.
Auch nach dem 1. September können Interessierte noch ins Handwerk einsteigen. Freie Stellen gibt es in der Region vor allem für Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Elektroniker, Kfz-Mechatroniker sowie Maler und Lackierer.
Damit bietet der Ausbildungsmarkt auch nach dem offiziellen Start noch Möglichkeiten: Besonders im Handwerk, in der Gastronomie, im Handel und in verschiedenen technischen Berufen suchen Unternehmen weiterhin Nachwuchs.