Augenscreening bei dm: Landgericht Karlsruhe prüft Angebot

09. September 2026 , 05:35 Uhr

Karlsruhe (dpa/svs) – Augen checken lassen – direkt beim Einkauf in der Drogerie: dm bietet seit gut einem Jahr Augenscreenings in ausgewählten Filialen an. Jetzt beschäftigt das Angebot das Landgericht Karlsruhe. Die Wettbewerbszentrale hält Teile davon für rechtlich problematisch.

Verhandlung vor dem Landgericht Karlsruhe

Das Landgericht Karlsruhe verhandelt über das Augenscreening-Angebot von dm. Für 14,95 Euro können Kundinnen und Kunden in ausgewählten Filialen ihre Augen untersuchen lassen. Die Wettbewerbszentrale geht gegen das Angebot vor. Nach ihrer Auffassung verstößt es gegen verschiedene rechtliche Vorgaben, unter anderem gegen das Heilpraktikergesetz.

Sie verlangt unter anderem, dass dm in seinen Filialen kein Augenscreening zur Feststellung von Augenkrankheiten durch Menschen durchführen lässt, die keine Ärzte sind, und solche Angebote auch nicht bewirbt.

dm will Rechtssicherheit

dm hält dagegen und sieht in dem Angebot mit einem Kooperationspartner keinen Verstoß gegen geltendes Recht. Sebastian Bayer, Geschäftsführer Marketing + Beschaffung bei dm, sagte mit Blick auf das Verfahren: «Wir wollen Rechtssicherheit.»

Sollte dm vor dem Landgericht verlieren, will das Unternehmen nach eigenen Angaben in die nächste Instanz gehen.

Die Wettbewerbszentrale möchte die Fragen gerichtlich klären lassen, «da die Einhaltung medizinischer Standards ein relevanter Aspekt des Patientenschutzes ist».

Im November ist außerdem am Landgericht Düsseldorf ein weiteres Verfahren geplant. Dort geht es um den Kooperationspartner von dm.

Screening wird mit Künstlicher Intelligenz ausgewertet

Gestartet ist das Angebot in acht dm-Filialen. Dort besteht es weiterhin. Die Auswertung der Screenings, etwa auf Grünen Star beziehungsweise Glaukom, erfolgt laut dm mit Hilfe Künstlicher Intelligenz und wird ärztlich geprüft. Gleichzeitig weist das Unternehmen darauf hin, dass das Screening keine medizinische Diagnose oder ärztliche Untersuchung ersetzt.

dm will Angebot auf 30 Filialen ausbauen

Vor wenigen Wochen hatte dm angekündigt, das Angebot auf 30 Filialen ausweiten zu wollen. Dabei will das Unternehmen sowohl testen, wie das Screening in ländlichen Regionen mit vergleichsweise wenigen Augenärzten angenommen wird, als auch in Großstädten. Auch die Darstellung des Angebots in den Filialen wurde überarbeitet. Bayer sagte dazu: «Das ist ja eine noch eher ungewohnte Dienstleistung in einem Drogeriemarkt».

Wie gut wird das Angebot genutzt?

Konkrete Zahlen zur Nutzung nennt dm nicht. Nach Angaben des Unternehmens werde das Augenscreening aber gut angenommen. Inzwischen hätten außerdem zwei Krankenkassen – eine private und eine gesetzliche – das Angebot aufgenommen und würden es ihren Beitragszahlern anbieten.

 

Anzeige
Augenscreening Augenuntersuchung dm dm Augenscreening drogeriemarkt Gesundheitsangebot Glaukom Grüner Star Heilpraktikergesetz Karlsruhe KI Künstliche Intelligenz Landgericht Karlsruhe Wettbewerbszentrale

Das könnte Dich auch interessieren

12.02.2026 Streit um Online-Verkauf: Darf dm apothekenpflichtige Medikamente anbieten? Karlsruhe (dpa/dk) - Die Drogeriemarktkette dm bietet in ihrem Onlineshop seit Kurzem neben klassischen Drogerieartikeln auch apothekenpflichtige Arzneimittel an. Genau das sorgt jetzt für juristischen Streit. Die Wettbewerbszentrale lässt das Geschäftsmodell vor Gericht prüfen. 16.12.2025 Konkurrenz für Apotheken - Drogeriemarkt-Kette dm startet Online-Apotheke Karlsruhe (pm/dpa/tk) - Kopfschmerztabletten per Mausklick: dm steigt ins Online-Arznei-Geschäft ein. Was die Karlsruher Drogeriemarkt-Kette als Impuls für den Gesundheitsmarkt anpreist, schreckt den Apothekerverband auf. 08.06.2026 Lebensretter gesucht - Stammzell-Spendenaktion an der Hochschule Karlsruhe Karlsruhe (pm/tk) - Am heutigen Montag von 11 bis 17 Uhr könnt Ihr Leben retten...wenn ihr euch bei in der DKMS-Stammzellendatei registrieren lasst. 12.12.2025 dm startet Online-Apotheke: Ab Dienstag gibt’s Schmerzmittel auch per Klick Karlsruhe (dpa/dk) - Kopfschmerztabletten, Erkältungsmittel oder Allergiepräparate – rezeptfreie Medikamente kann man ab Dienstag auch online bei dm kaufen. Die Drogeriemarktkette erweitert damit ihr Angebot auf der zentralen dm-Internetseite. Apothekenvertreter schlagen allerdings Alarm und warnen vor Unsicherheiten für Patientinnen und Patienten.