Auch wenn es verlockend ist: Im Neureuter Heidsee ist baden verboten!

14. Juni 2024 , 13:48 Uhr

Karlsruhe (pm/dk) – Der Karlsruher Heidesee ist ein beliebtes Erholungsgebiet für Neureuter Bürgerinnen und Bürger. Baden dürft ihr darin aber nicht – und das hat gleich mehrere Gründe!

Gefahr durch Blaualgen

Zum einen wird, wie bei allen anderen Gewässern in Karlsruhe, mit Ausnahme der Badestelle am Grötzinger Baggersee, die Wasserqualität nicht vom Gesundheitsamt kontrolliert. Der Heidesee birgt jedoch zudem noch weitere Risiken. Im Heidesee kommt wie in vielen Seen entlang des Oberrheins eine bestimmte Blaualgenart, die Burgunderblutalge vor. Diese bildet ein Gift, welches bei Menschen oder Hunden zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. Die Burgunderblutalge kommt normalerweise in mittleren Seetiefen vor, kann jedoch bei bestimmten Bedingungen massenhaft auftreten und an die Oberfläche gelangen.

Uferweg gesperrt

Ein weiteres Problem stellt das Nordostufer des Heidesees dar. Untersuchungen und Berechnungen durch ein Ingenieurbüro haben gezeigt, dass das Ufer wegen seiner Steilheit abrutschen kann. Eine solche Rutschung könnte den Berechnungen zufolge auch den Weg oberhalb des Ufers erfassen. Deshalb musste zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger das Ufer und der Weg gesperrt werden. Als naturnahe Zugangsbarriere wurde eine sogenannte Benjeshecke aus ortstypischem Gehölzschnitt geschaffen. Die Benjeshecke dient als Rückzugs- und Lebensraum für Vögel und andere Tiere. Mit der Benjeshecke werden außerdem die gesetzlich geschützten Uferbiotope vor dem Betreten geschützt.

Gefahr durch Kiesabbau

Auch der als Schempp-See bekannte Baggersee im Neureuter Norden ist bei den Bürgerinnen und Bürger sehr beliebt. Hier machen seit dem Jahr 2020 Hinweisschilder auf das Badeverbot aufmerksam. Dieses musste erlassen werden, weil das Baden aufgrund des noch aktiven Kiesabbaus mit etlichen Gefahren verbunden ist. Wie die Erfahrung zeigt, verleiten Betriebsanlagen von Kieswerken dazu, daran hochzuklettern und ins Wasser zu springen, oftmals mit der Folge schlimmer Verletzungen. Die Uferböschungen fallen unter der Wasseroberfläche unregelmäßig und zum Teil steil ab. Für ungeübte Schwimmer oder Kinder kann es schwierig sein, wieder an den Uferbereich zurückzukehren. Die Wassertiefe und die zeitweise vorhandene Trübung des Wassers verhindern eine schnelle Rettung von Ertrinkenden. Außerdem kann es unmittelbar dort, wo gerade Kies gewonnen wird, zu Böschungsabbrüchen kommen. Sollte es vor Ort tatsächlich zu einem Badeunfall kommen, wären keine Rettungskräfte vor Ort.

Ausgewiese Badeseen nutzen

Baden sollte man deshalb nur an ausgewiesenen, offiziellen Badestellen, bei denen auch regelmäßig die Wasserqualität kontrolliert wird. Im Raum Karlsruhe gibt es einige davon. Sie sind in der Badegewässerkarte Baden-Württemberg (HIER abrufbar) verzeichnet.

Anzeige
Baden Badesee Badeverbot Heidsee Karlsruhe Neuereut Verboten

Das könnte Dich auch interessieren

13.06.2025 Hoch hinaus in Durlach: Turmbergturm wird wiedereröffnet Karlsruhe (pm/dk) - Am Freitag, dem 13., ist es soweit - endlich können alle wieder den herrlichen Ausblick vom Karlsruher Turmbergturm genießen. 03.03.2026 Falsche Geldtipps auf Messenger-Diensten - Polizei warnt vor Anlagebetrügern Karlsruhe (pol/tk) - Immer wieder registriert die Kripo Anlagebetrügereien, die über WhatsApp, Telegram oder Signal ihren Anfang nehmen. Die Täter geben sich als Finanzexperten aus. 03.03.2026 Volles Programm – auch ohne Schloss! Badisches Landesmuseum stellt Projekte 2026 vor Karlsruhe (pm/tk) - Während das Karlsruher Schloss für die Generalsanierung vorbereitet wird, bietet das Badische Landesmuseum an anderen Standorten ein umfangreiches Programm. 27.02.2026 Was die Sanierung im Landesmuseum mit Steffi Graf zu tun hat Karlsruhe (dpa/tk) – Tennislegende Steffi Graf und Skispringer Dieter Thoma: Auch ihre Erinnerungsstücke verlassen das Badische Landesmuseum vor der Sanierung des Karlsruher Schlosses. Was mit den Objekten jetzt geschieht. 17.500 Ausstellungsstücke Die Arbeiten im Badischen Landesmuseum vor der geplanten Sanierung des Karlsruher Schlosses laufen auf Hochtouren. Die meisten der rund 17.500 Ausstellungsstücke werden aktuell verpackt und