Asiatische Tigermücke: Diese Brutorte übersehen viele

18. Mai 2026 , 08:05 Uhr
Schwarz-weiß gemustert und stechfreudiger als heimische Arten: Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) breitet sich weiter in Baden-Württemberg aus. Mittlerweile gebe es sie in 163 Kommunen, sagt eine Sprecherin der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs).

Problematisch ist die Asiatische Tigermücke vor allem, weil sie etwa die Viren der Tropenkrankheiten Chikungunya und Denguefieber übertragen kann. Um die weitere Verbreitung der Tigermücke einzudämmen, ist es laut Kabs wichtig, Brutstätten zu vermeiden. Die Tigermücke legt zur Vermehrung ihre Eier oberhalb von Wasserflächen ab. Die Tiere sind grundsätzlich gern in der Nähe von Häusern unterwegs, weil es da wärmer ist – und sich zahlreiche Brutstätten bieten.

Welche Brutstätten gibt es am Haus?

Die Tiere brauchen laut Expertin Maylin Meincke vom Gesundheitsministerium nur ein paar Zentimeter tiefes Wasser: etwa in Regentonne, Vogeltränke, Blumentopfuntersetzer, verstopften Regenrinnen, im hohlen Zaunpfahl, in Gießkanne, Sandspielzeug, Eimer – letztlich überall, wo sich Wasser ansammeln kann.

Was lässt sich dagegen tun?

Entsprechende Gefäße sollte man laut Meincke am besten umdrehen, sodass sie nicht mit Wasser volllaufen, etwa die Gießkanne oder den Eimer. Spielsachen am besten wegräumen und nicht etwa das Förmchen im Sandkasten liegen lassen. Alternativ können die Behältnisse auch alle zwei, drei Tage geleert werden. Tigermückenlarven brauchen demnach nur fünf bis sieben Tage, um sich zu entwickeln und zu schlüpfen.

Regentonnen sollten gut abgedichtet werden, etwa mit einem sehr dichten Netz. Die Tigermücken sind nur zwei bis zehn Millimeter groß und können auch durch kleinste Schlitze kriechen, wie Meincke betont.

Und wenn sich Gefäße mit Wasser nicht vermeiden lassen?

Zahlreiche Städte wie Mannheim und Freiburg geben mittlerweile BTI-Tabletten an Bürgerinnen und Bürger aus. Die Tabletten können in bestehende Wasseransammlungen gegeben werden und zerstören so die Brutstätten. Sie enthalten Proteinkristalle, die durch das natürlich vorkommende Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis gewonnen werden.

Diese Proteinkristalle wirken bereits in geringer Dosierung toxisch auf Larven der Stechmücken und Kriebelmücken – und damit auch auf die Tigermücke. Für Menschen, Haustiere, Vögel oder andere Tiere sind BTI-Tabletten nach Angaben des Gesundheitsministeriums nicht gesundheitsgefährdend.

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