Arbeitsmarkt im Südwesten bleibt unter Druck: Frühjahrsbelebung fällt schwach aus

30. Mai 2026 , 14:47 Uhr

Baden-Württemberg (dpa/dk) – Weniger Arbeitslose als im April, aber weiter mehr als vor einem Jahr: Der Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg kommt nur langsam in Bewegung. Die übliche Frühjahrsbelebung ist da, sie fällt laut Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit aber schwach aus.

Arbeitslosenzahl sinkt leicht

Im Mai waren in Baden-Württemberg 297.819 Menschen arbeitslos. Das sind 2 Prozent weniger als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 4,6 Prozent. Trotzdem bleibt die Lage angespannt: Im Mai 2025 waren im Südwesten noch 289.624 Menschen ohne Beschäftigung. Damit liegt die Zahl der Arbeitslosen aktuell 2,8 Prozent höher als vor einem Jahr.

Die Arbeitsagentur nutzte für die Statistik Daten, die bis zum 12. Mai vorlagen.

Unternehmen stellen vorsichtiger ein

Die Chefin der Regionaldirektion, Martina Musati, sieht mehrere Gründe für die schwierige Lage:
«Konjunktur, Strukturwandel und Geopolitik – alle drei belasten den Arbeitsmarkt.»

Die Zahl der Menschen, die ihre Arbeitsstelle verlieren und sich arbeitslos melden, bleibe hoch und liege über den Vorjahren.

Musati weiter:
«So fällt die Frühjahresbelebung zwar etwas stärker aus als in den Vorjahren, ist aber zu schwach, um Impulse am Arbeitsmarkt zu setzen.»

Auch Arbeitsminister Oliver Hildenbrand sagt, der Arbeitsmarkt sei nicht mehr so aufnahmefähig wie noch vor zwei Jahren. Unternehmen seien deutlich vorsichtiger. Offene Stellen würden langsamer oder teilweise gar nicht mehr nachbesetzt.

Mehr als 25.000 junge Menschen arbeitslos

Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren ging die Arbeitslosigkeit im Mai zurück. Mehr als 25.000 junge Menschen waren arbeitslos, gut vier Prozent weniger als im Vormonat.

Laut Regionaldirektion konnten viele junge Menschen im Mai ihre Arbeitslosigkeit durch eine Ausbildung oder eine Erwerbstätigkeit beenden. Trotzdem liegt die Jugendarbeitslosigkeit weiter deutlich über dem Vorjahr.

DGB fordert Sicherung von Arbeitsplätzen

DGB-Landeschef Kai Burmeister warnt davor, sich an schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt zu gewöhnen.

Er sagte:
«Statt Schulterzuckend danebenzustehen, müssen Unternehmen und Politik die Sicherung von Arbeitsplätzen zur absoluten Priorität erklären.»

Ministerpräsident Cem Özdemir habe jetzt die Gelegenheit, sichere Arbeitsplätze und mehr Wirtschaftswachstum zum Kennzeichen der Landespolitik zu machen.

Burmeister weiter:
«Wir Gewerkschaften reichen dazu die Hand. Von den Unternehmen erwarten wir Arbeitsplätze sichern statt Jobabbau.»

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