Aktivisten unterbrechen Karlsruher Gemeinderatssitzung

29. Juli 2026 , 13:27 Uhr

Karlsruhe (dk) - Ungewöhnliche Szenen im Karlsruher Rathaus: Klimaaktivisten haben die Sitzung des Karlsruher Gemeinderats unterbrochen. Ihr Protest richtete sich gegen das geplante Gaskraftwerk RDK9 im Rheinhafen und sorgte im Rathaus für eine mehrminütige Pause.

Protest zu Beginn des Tagesordnungspunkts

Die Aktion begann unmittelbar vor der Debatte über den Bebauungsplan für das neue Kraftwerk im Karlsruher Rheinhafen. Mehrere Aktivisten kamen in EnBW-Shirts in den Bürgersaal und richteten sich an die Mitglieder des Gemeinderats.

Dabei bedankten sie sich bewusst überspitzt für die Unterstützung der Kraftwerkspläne. Zwei Beteiligte verteilten außerdem Blumen an die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte.

Aktivist klebt sich an Tisch fest

Nach Angaben des beteiligten Widerstandskollektivs klebte sich ein Aktivist während der Aktion an einem Tisch fest. Auf Instagram veröffentlichte die Gruppe anschließend ein Video und schilderte den Ablauf aus ihrer Sicht.

Mentrup unterbricht die Sitzung

Da die Aktivisten den Bürgersaal trotz Aufforderung zunächst nicht verließen, unterbrach Oberbürgermeister Frank Mentrup die Gemeinderatssitzung.

Er kündigte an, die Polizei zu verständigen, sollte die Gruppe nicht gehen. Nach etwa fünf Minuten war die Aktion beendet und die Aktivisten verließen den Saal.

Das fordert das Widerstandskollektiv

Auf seiner Website fordert das Widerstandskollektiv unter anderem einen nachhaltigen Fernwärmeplan für Karlsruhe, der ohne Öl, Gas und Kohle auskommt.

Das geplante Gaskraftwerk RDK9 lehnt die Gruppe ab. Sie bezweifelt, dass eine Umstellung auf grünen Wasserstoff im Jahr 2035 wie geplant umgesetzt werden kann, und kritisiert die aus ihrer Sicht weiterhin hohen Emissionen.

Außerdem verlangt das Kollektiv von der EnBW einen unabhängigen Menschenrechtsbericht, der auch die Lieferketten berücksichtigt. Hintergrund ist die Kritik an der Förderung von Fracking-Gas in den USA.

Kritik an EnBW und Bundesregierung

In einer Instagram-Story kommentierte das Widerstandskollektiv ein Video mit den Worten „EnBW - Ihr Partner für Zukunftszerstörung“.

Außerdem teilte die Gruppe ein weiteres Video mit dem Kommentar „And thats why“. Darin wurde der Protest mit den aktuellen Waldbränden in Europa in Verbindung gebracht. Die Kritik richtete sich dort vor allem gegen die Klimapolitik der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz.

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