Karlsruhe (pm/tk) – Wie zufrieden sind die Menschen mit der Mobilität in deutschen Städten mit weniger als 500.000 Einwohnern? Um das herauszufinden, hat der ADAC in mehr als 11.600 Einzelinterviews Einwohner, Pendler und Besucher in 29 Städten befragt. Mit dabei war nach der letzten Befragung 2021 auch wieder die Fächerstadt Karlsruhe.
Der große ADAC Monitor „Mobil in Mittelgroßstädten“ zeigt, dass die Karlsruherinnen und Karlsruher generell eher zufrieden sind – aber mit großen Unterschieden: Während die Zufriedenheit unter den Fahrradfahrern am höchsten war und auch
bei Fußgängern und ÖPNV-Nutzern im positiven Bereich lag, sind Autofahrer in der Fächerstadt schlicht frustiert.
Im Gesamtindex erreichte Karlsruhe den zehnten Platz und war eine von nur vier Städten, die ihren Gesamtindex gegenüber 2021 verbessern konnte.
Das beste Ergebnis in Karlsruhe gab es bei den Radfahrern, dicht gefolgt von den Fußgängern, wobei die Zufriedenheit bei beiden Gruppen im Vergleich zu 2021 nahezu unverändert blieb. Die Fächerstadt schaffte es im Teilindex Fahrrad auf einen geteilten dritten Platz im Städteranking, gemeinsam mit Kiel. Besonders zufrieden waren die Radfahrer in der Befragung mit der Zuverlässigkeit der Zielerreichung, den direkten Wegen zu ihren Zielen sowie dem Angebot an Radwegen.
Unzufrieden waren die Befragten mit dem regelkonformen Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer, also sowohl von E-Scooter-Fahrern und anderen Fahrradfahrern als auch von Autofahrern. Was die Breite der Radwege angeht erreichte Karlsruhe bundesweit das beste Ergebnis im Gesamtranking.
Sehr zufrieden sind die Menschen in Karlsruhe als Fußgänger – auch wenn der Teilindex gegenüber 2021 leicht an Punkten verloren hat. Am größten war die Zufriedenheit, was die direkten Wege zu den Zielen anging sowie das Angebot gesicherter Querungsmöglichkeiten und die Breite der Gehwege.
Unzufrieden waren Fußgänger was das regelkonforme Verhalten von E-Scooter-Fahrern und Radfahrern anging, sowie mit dem Angebot von Sitzmöglichkeiten entlang der Gehwege.
Bei Autofahrern in Karlsruhe überwiegt weiterhin die Unzufriedenheit. Sie zeigten sich vor allem mit der Höhe der Parkgebühren, dem Baustellenmanagement und E-Scooter-Fahrern nicht zufrieden. Dieser Punkt schnitt unter Pkw-Fahrenden auch bundesweit am schlechtesten ab.
Die größte Zufriedenheit lag in Karlsruhe dagegen bei den Faktoren Wegweisung an den Straßen, der Beschilderung der Parkmöglichkeiten sowie dem regelkonformen Verhalten von Fußgängern. Generell hat sich die Zufriedenheit der Karlsruher im Teilindex Pkw aber gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2021 deutlich verbessert.
Was die Verfügbarkeit von Carsharing anging, erreichte Karlsruhe im Gesamtranking sogar Platz 1. Die Verbesserung der Zufriedenheit bei den Autofahrern dürfte nicht zuletzt am Abschluss der Großbaustelle der Kombilösung liegen, die bis zum Jahr 2022 für erhebliche Verkehrsbehinderungen im ganzen Stadtgebiet sorgte.
Beim ÖPNV überwiegt der Anteil der Zufriedenen. Besonders gut wurde die Dichte der Haltestellen, die Länge der Wege beim Umsteigen und die Taktung der Verbindungen bewertet. Am wenigsten zufrieden waren ÖPNV-Nutzer mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis, den Infos durch den Anbieter bei Störungen und der Zuverlässigkeit (Pünktlichkeit/Ausfälle).