Region (pm/dk) – Stau gehört für viele Autofahrerinnen und Autofahrer im Südwesten weiterhin zum Alltag. Die ADAC-Staubilanz 2025 zeigt: Zwar ging die Zahl der Staustunden in Baden-Württemberg leicht zurück, das Stauniveau bleibt aber hoch – besonders in Nordbaden rund um Pforzheim.
Im Jahr 2025 verbrachten Autofahrende in Baden-Württemberg insgesamt 48.490 Stunden im Stau. Das sind rund ein Prozent weniger als im Jahr zuvor. Gleichzeitig stieg jedoch die Gesamtlänge der Verkehrsstörungen leicht um knapp ein Prozent an.
Bundesweit zeigt der Trend klar nach oben: Die Zahl der Staustunden stieg um sieben Prozent, die Staukilometer um ein Prozent. Das Verkehrsaufkommen lag dabei auf dem Niveau des Vorjahres. Im bundesweiten Vergleich belegte Baden-Württemberg erneut Platz 3 bei den Staustunden und war für zehn Prozent der bundesweiten Gesamtsumme verantwortlich – hinter Nordrhein-Westfalen und Bayern.
Am meisten Zeit im Stau verbrachten Autofahrende in Baden-Württemberg auch 2025 wieder auf der A8. Dort summierten sich die Stauereignisse auf 13.680 Staustunden. Rund ein Drittel davon entfiel allein auf die Baustelle bei Pforzheim.
Spitzenreiter bei den Staukilometern war die A5 mit insgesamt 29.942 Kilometern. Besonders auffällig: Gleich zwei Abschnitte aus Baden-Württemberg schafften es in die bundesweite Top-20-Liste der größten Stauschwerpunkte. Dazu zählen die A8 zwischen Pforzheim-Ost und Pforzheim-Nord in Fahrtrichtung Karlsruhe sowie die A6 zwischen Wiesloch/Rauenberg und dem Kreuz Walldorf in Fahrtrichtung Mannheim – beide stauanfällig wegen Baustellen.
Am stärksten betroffen war erneut die A8 bei Pforzheim. Zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-Ost und Pforzheim-Nord standen Autofahrende 2.476 Stunden im Stau, verteilt auf 2.611 Staukilometer.
Auf Platz zwei folgte ebenfalls die A8, diesmal in Gegenrichtung von Karlsruhe nach Stuttgart zwischen Pforzheim-Ost und Pforzheim-Süd mit 2.250 Staustunden und 1.797 Kilometern. Der sechsspurige Ausbau der A8-Enztalquerung soll nach aktuellem Stand bis Ende 2027 abgeschlossen werden.
Rang drei im nordbadischen Ranking belegte die A6 von Heilbronn nach Mannheim zwischen Wiesloch/Rauenberg und dem Kreuz Walldorf mit 1.748 Staustunden und 2.364 Kilometern.
Im Vergleich zu 2024 gab es auf mehreren Strecken in Nordbaden spürbar mehr Staus. Besonders auffällig war die A5 zwischen Ettlingen und Karlsruhe-Süd in Fahrtrichtung Basel. Dort entstanden 54 Staus mit 38 Staustunden und 94 Kilometern – im Vorjahr waren es deutlich weniger.
Auch auf der A61 nahm die Staubelastung stark zu. Zwischen Hockenheim und Speyer in Fahrtrichtung Speyer wurden 216 Staus mit 159 Stunden und 574 Kilometern gezählt. In Gegenrichtung, zwischen Hockenheim und dem Dreieck Hockenheim, stieg die Zahl auf 194 Staus mit 110 Stunden und 309 Kilometern.
Mehr Stau als im Vorjahr gab es zudem auf der A6 in Fahrtrichtung Heilbronn zwischen dem Viernheimer Kreuz und dem Kreuz Mannheim. Dort sorgten 188 Staus für 132 Staustunden auf 614 Kilometern.
Gleichzeitig gab es auch Abschnitte, auf denen sich die Lage deutlich entspannte. Auf der A5 zwischen Ettlingen und dem Dreieck Karlsruhe ging die Zahl der Staus durch den Wegfall einer Baustelle stark zurück. Hier wurden nur noch 22 Staus mit 18 Staustunden und 44 Kilometern registriert.
Auch auf der A5 zwischen Bruchsal und Kronau konnten Autofahrende aufatmen. In beiden Fahrtrichtungen sank das Stauaufkommen massiv im Vergleich zu 2024. Ähnlich sah es auf der A6 zwischen dem Kreuz Walldorf und dem Dreieck Hockenheim in Fahrtrichtung Mannheim aus, wo die Stauzahlen ebenfalls deutlich zurückgingen.
Ein Blick auf den Jahresverlauf zeigt: Die meisten Staus gab es in Juli und Oktober. Im Wochendurchschnitt war der Mittwoch der staureichste Tag, montags war die Belastung am geringsten, an Wochenenden deutlich niedriger.
Der Tag mit den meisten Staustunden war Mittwoch, der 28. Mai 2025, einen Tag vor Christi Himmelfahrt. Kurzurlauber und Pendler sorgten an diesem Tag für 308 Staustunden. Die meisten Staukilometer wurden am Freitag vor dem ersten Sommerferienwochenende, dem 1. August 2025, gezählt.
Für 2026 rechnet der ADAC mit einem leicht steigenden Verkehrsaufkommen auf deutschen Autobahnen. Gleichzeitig stehen zahlreiche Bauprojekte, etwa Brückensanierungen und Autobahnmodernisierungen, an. Bundesweit gelten rund 8.000 Autobahn-Brücken als sanierungsbedürftig.
Der ADAC fordert deshalb schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, um Sperrungen und zusätzliche Verkehrsbehinderungen zu vermeiden. Langfristig seien außerdem weitere Ausbaumaßnahmen im Autobahnnetz notwendig, um bestehende Engpässe zu beseitigen.