Stuttgart (pm/tk) – Aufgrund des Klimawandels breitet sich die wärmeliebende Gottesanbeterin (Mantis religiosa) seit einigen Jahren im Südwesten immer weiter aus. Bis vor einigen Jahrzehnten galt die aus dem Mittelmeerraum stammende Gottesanbeterin hierzulande als Exotin.
„Wegen des milden Frühjahrs und heißen Frühsommers haben die Tiere einen Schnellstart im Südwesten hingelegt. Noch nie wurden in Bade-Württemberg so viele Gottesanbeterinnen gesichtet. Bis Anfang August waren es bereits 682 Fotomeldungen im Portal NABU-naturgucker.de. Im Vorjahr sind es nur 30 gewesen“, berichtet NABU-Artenschutzreferent Martin Klatt. Auch bundesweit nehmen die Meldungen zu: Allein in der letzten Juliwoche gingen mehr als 2.000 Beobachtungen ein. Das ist ein Mehrfaches der Vorjahre.
Bis vor einigen Jahrzehnten galt die aus dem Mittelmeerraum stammende Gottesanbeterin, auch Mantis genannt, hierzulande als Exotin. Sie kam bundesweit fast nur am Kaiserstuhl vor, konnte ihr Areal aber gewaltig vergrößern. Einzelne Funde gibt es inzwischen aus jedem Bundesland.
Ein größeres Westvorkommen in West- und Süddeutschland hat in Baden-Württemberg seinen Schwerpunkt vor allen in den Weinbaugebieten entlang der warmen Flusstäler von Rhein und Neckar. Der zweite Schwerpunkt der Verbreitung reicht im Osten von Thüringen bis zur Lausitz und hoch nach Berlin.
Gottesanbeterinnen lieben Sonne und halten sich gern in Stauden oder an Gebüschrändern auf. Gut getarnt und meist regungslos werden sie eher zufällig entdeckt, etwa als Besuch im Garten, am Wohnungsfenster oder als Passagierinnen auf Fahrradlenkern. Mit ihren großen Fangarmen sind sie unverwechselbar. Wer eine Gottesanbeterin sieht, kann sie in Ruhe beobachten und fotografieren. Sie sind weder giftig noch können sie stechen.
Gefährlich sind Gottesanbeterinnen nur für ihre Beute – Insekten und Spinnen. Denen lauern sie unbeweglich auf oder nähern sich in Zeitlupe, um dann blitzschnell zuzuschlagen.