Arbeitslosigkeit in der Region geht leicht zurück

31. März 2026 , 10:34 Uhr

Region (pm/dk) – Der Arbeitsmarkt in der Region bleibt unter Druck, trotzdem gibt es im März auch positive Signale: Sowohl im Bezirk Karlsruhe-Rastatt als auch im Bezirk Nagold-Pforzheim ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken. Gleichzeitig suchen viele Unternehmen weiter Personal, und auch auf dem Ausbildungsmarkt gibt es noch viele offene Stellen.

Karlsruhe-Rastatt: Leichter Rückgang bei Arbeitslosigkeit und Quote

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt waren im März 2026 insgesamt 26.520 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 434 weniger als im Februar, also ein Rückgang um 1,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 847 Menschen weniger, ein Minus von 3,1 Prozent.

Die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent. Das waren 0,1 Prozentpunkte weniger als im Februar. Im März des Vorjahres lag sie noch bei 4,6 Prozent.

Auch wenn die Frühjahrsbelebung in diesem Jahr schwächer ausfällt, sieht die Agentur für Arbeit weiter Chancen am Arbeitsmarkt. Christine Groß-Herick, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt, sagt:

„Infolge der anhaltenden Konjunkturschwäche fällt auch die Frühjahrsbelebung in diesem Jahr nur schwach aus. Die Arbeitgeber in der Region melden insgesamt weniger Stellen als im Vorjahr, die Arbeitsaufnahme bleibt weiterhin erschwert. Daher geht auch die Arbeitslosigkeit im März dieses Jahres nur leicht zurück. Die Zurückhaltung bei Neueinstellungen ist gerade für junge Menschen am Beginn ihres Berufslebens spürbar. Junge Erwachsene mit abgeschlossener Ausbildung oder beendetem Studium sind derzeit stärker als früher von Arbeitslosigkeit betroffen. Obwohl die schwache Konjunktur die Dynamik am Arbeitsmarkt dämpft, sehen wir aber auch viele Chancen für Menschen, die eine neue Perspektive suchen. Diese ergeben sich zunehmend aufgrund von Altersabgängen.“

Karlsruhe-Rastatt: Weiter viele freie Stellen

Im März wurden in Karlsruhe-Rastatt 1.592 neue Stellen gemeldet. Das waren 38 mehr als im Februar, aber 112 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt befinden sich 6.974 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Besonders viele offene Stellen gibt es in den Bereichen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Gesundheits- und Sozialwesen, Verarbeitendes Gewerbe sowie Baugewerbe.

Nagold-Pforzheim: Arbeitslosigkeit geht ebenfalls zurück

Auch im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim ist die Zahl der Arbeitslosen im März gesunken. Insgesamt waren 16.761 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 143 weniger als im Februar, also ein Minus von 0,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl allerdings um 442 höher, ein Plus von 2,7 Prozent.

Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,8 Prozent und damit auf dem Niveau des Vormonats. Vor einem Jahr lag sie bei 4,7 Prozent.

Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, ordnet die Entwicklung so ein:

„Die Lage am Arbeitsmarkt im Nordschwarzwald ist nach wie vor geprägt von wirtschaftlichen Unsicherheiten. Umso erfreulicher ist es, dass es gelungen ist, die Arbeitslosigkeit leicht zu reduzieren,“

Nordschwarzwald: Viele offene Stellen und Chancen durch Qualifizierung

Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim wurden im März 730 neu zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 40 oder 5,2 Prozent weniger als im Februar. Insgesamt waren Mitte März aber noch 3.557 offene Stellen gemeldet.

Gute Beschäftigungschancen gibt es dort vor allem in den Bereichen öffentliche Verwaltung, Gesundheit und Pflege, Logistik, Hotellerie und Gastronomie sowie Handwerk.

Die Agentur setzt weiter auf Qualifizierung. Dazu sagt Martina Lehmann:

„Wir unterstützen Arbeitsuchende und Beschäftigte mit individueller Beratung und gezielten Förderangeboten. Qualifizierung ist ein entscheidender Faktor, um Fachkräftebedarfe zu decken und Beschäftigung nachhaltig zu sichern“

Junge Menschen und Ausbildungsmarkt im Blick

Gerade für junge Menschen ist die Lage schwieriger geworden. In Nagold-Pforzheim ist inzwischen fast jeder zehnte Arbeitslose unter 25 Jahre alt. Martina Lehmann betont:

„Wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, sollte schnell einen Termin bei unserer Berufsberatung vereinbaren,“

Im Ausbildungsmarkt des Bezirks Nagold-Pforzheim standen Ende März noch 1.621 unbesetzte Ausbildungsstellen 1.304 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern gegenüber.

So sieht es in Pforzheim, Freudenstadt, Calw und im Enzkreis aus

Innerhalb des Bezirks Nagold-Pforzheim zeigen sich weiter deutliche Unterschiede.

In der Stadt Pforzheim blieb die Arbeitslosenquote im März bei 7,6 Prozent. Insgesamt waren dort 5.333 Menschen arbeitslos gemeldet. Positiv fällt auf: Im März wurden 194 Stellenangebote gemeldet. Das waren 62 mehr als im Februar.

Im Landkreis Freudenstadt sank die Arbeitslosenquote auf 4,5 Prozent. Dort waren 3.229 Menschen arbeitslos gemeldet. 210 Stellenangebote wurden im März gemeldet.

Im Landkreis Calw ging die Arbeitslosenquote auf 4,0 Prozent zurück. 3.767 Menschen waren dort arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig wurden 187 neue Stellenangebote gemeldet.

Im Enzkreis blieb die Arbeitslosenquote bei 3,9 Prozent. Dort waren 4.432 Menschen arbeitslos gemeldet. Im März wurden 139 neue Stellenangebote gemeldet.

Kurzarbeit geht im Nordschwarzwald zurück

Ein weiteres positives Signal kommt aus dem Bereich Kurzarbeit. Nach einer ersten Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit haben im Bezirk Nagold-Pforzheim im November 2025 3.619 Beschäftigte in 183 Betrieben kurzgearbeitet. Im November 2024 waren es noch 6.954 Beschäftigte in 217 Betrieben.

Die Kurzarbeiterquote lag im November 2025 bei 1,6 Prozent, im November 2024 noch bei 3,1 Prozent.

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt bleibt hoch

Auch in beiden Bezirken bleibt der Arbeitsmarkt in Bewegung. In Karlsruhe-Rastatt meldeten sich 6.407 Menschen arbeitslos, gleichzeitig konnten 6.844 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

In Nagold-Pforzheim meldeten sich im März 3.579 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos. Gleichzeitig konnten 3.713 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Damit zeigt sich: Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gibt es in der Region weiterhin Bewegung, offene Stellen und Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

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