1700 neue Stellen in Baden-Württemberg geschaffen

06. September 2022 , 06:48 Uhr

Die Spitzen der grün-schwarzen Koalition haben sich auf den Doppelhaushalt 2023/2024 und die Schaffung von knapp 1700 neuer Stellen verständigt. Für den Bereich Bildung soll es 700 neue Stellen geben, darunter seien 500 für neue Lehrkräfte, teilte das Finanzministerium am Montagabend in Stuttgart mit. Die Sitzung der Haushaltskommission dauerte etwa sieben Stunden, alle Ministerinnen und Minister sollten erläutern, wofür sie zusätzliches Geld und neue Stellen brauchen. Anschließend wurden noch 340 Millionen Euro auf die Ressorts verteilt.

300 neue Stellen bei der Polizei

Die Spitzen der Koalition entschieden sich unter anderem auch dafür, den Justizvollzug deutlich zu stärken: Die meisten neuen 442 Posten im Bereich Justiz gehen dorthin. Für Innere Sicherheit sind 412 neue Stellen vorgesehen, darunter 300 für die Polizei. Weitere Posten soll es an den Hochschulen und in der Bauverwaltung geben. In den Ministerien sollen 20 neue Stellen geschaffen werden.

Risikopuffer von 1,46 Milliarden Euro

Zudem entschieden Grüne und CDU angesichts der Energiekrise an dem schon geplanten Risikopuffer von 1,46 Milliarden Euro festzuhalten. Wegen der hohen Inflation will das Land eine Milliarde Euro zurücklegen, hiermit sollen unter anderem steigende Baukosten beglichen werden. Der Puffer für mögliche Mindereinnahmen durch Entscheidungen des Bundes umfasst 460 Millionen Euro. Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) erklärte am Abend, dies sei auch dringend nötig. Denn durch das jüngst beschlossene Entlastungspaket des Bundes kämen noch weitere Belastungen auf das Land zu.

Schuldenbremse wieder einhalten

Die Spitzen der Koalition hatten schon vorher vereinbart, dass die Schuldenbremse wieder eingehalten werden soll. Zuletzt forderte jedoch Grünen-Landeschefin Lena Schwelling, eine Ausnahmeklausel bei der Schuldenbremse zu nutzen und kräftig in den Klimaschutz und die Verkehrswende zu investieren. CDU-Fraktionschef Manuel Hagel erklärte am Montagabend dagegen: «Indem wir klare Schwerpunkte setzen, halten wir die Schuldenbremse ein. Das haben wir versprochen und das halten wir.» Das sei die Grundlage für eine «enkelgerechte Politik».

150 Millionen Euro für Digitalisierung

Für die Digitalisierung in der Verwaltung sollen 150 Millionen Euro investiert werden. Für den Klimaschutz nimmt Grün-Schwarz nach eigenen Angaben 93 Millionen Euro in die Hand. Unter anderem soll es mehr Solaranlagen auf landeseigenen Gebäuden geben. Fraktionschef Schwarz sagte, man habe sich auch auf «mehr klimafreundlichen Verkehr und auf die Fortführung der Wasserstoff-Roadmap» geeinigt.

Anzeige
Doppelhaushalt Justiz Koalition Lehrer neue Stellen Polizei

Das könnte Dich auch interessieren

16.12.2025 Prozess gegen Axel Fischer: Gericht verliert Geduld – Zwangsuntersuchung angeordnet Karlsruhe (dpa/dk) - Der Korruptionsprozess gegen den früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Axel Fischer entwickelt sich zunehmend zur Geduldsprobe für das Gericht. Weil der Angeklagte erneut nicht zur Verhandlung erschienen ist, greift das Oberlandesgericht München jetzt zu schärferen Mitteln: Ein gerichtlich bestellter Gutachter soll klären, ob Fischer überhaupt noch verhandlungsfähig ist. Zwischenzeitlich musste sogar die Polizei eingeschaltet werden. 03.03.2026 Falsche Geldtipps auf Messenger-Diensten - Polizei warnt vor Anlagebetrügern Karlsruhe (pol/tk) - Immer wieder registriert die Kripo Anlagebetrügereien, die über WhatsApp, Telegram oder Signal ihren Anfang nehmen. Die Täter geben sich als Finanzexperten aus. 27.02.2026 Flucht vor Verkehrskontrolle - Polizei Karlsruhe stoppt Geländewagen mit Nagelbrett Karlsruhe (er24/tk) - Viele Autofahrer haben sich heute Morgen über das ungewöhnliche Polizeiaufgebot an der Kreuzung nach Hagsfeld gewundert: Dort ist eine Verkehrskontrolle eskaliert! 27.02.2026 Brand in Karlsruher Gin-Destillerie - auch Möbelgeschäft betroffen Karlsruhe (dpa/tk) - Feuer bei Breaks-Gin in der Durlacher Ottostraße. Auch das im selben Gebäude untergebrachte Möbel- und Küchenstudio wurde vom Brand erfasst. Die Feuerwehr hatte die Lage rasch im Griff.