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Unsere Region - wie wir sie kennen und nennen!

Sind Sie auch eine Schnegge, ein Heidebiggel oder ein Bäretriewer? Hier erfahren Sie es!

Auch in unserer Region gibt es sie: Spitz- oder Necknamen für die Bewohner der Nachbardörfer und -gemeinden. Was damals vielleicht sehr neckisch angefangen hat, ist heute dann doch eher liebevoll gemeint.

 

Und falls IHR Ort noch nicht in unserer Liste ist: Ganz unten können Sie uns Ihren Necknamen noch zuschicken.



Für diesen Begriff gibt es mehrere Erläuterungen - aber alle mit dem gleichen Kern.

Die aktuellste, aber auch wahrscheinlichste Geschichte handelt von den Steinhauern. Von diesen gab es viele in Bad Rotenfels und sie arbeiteten im örtlichen Steinbruch. Natürlich arbeiteten dort auch viele Leute aus den umliegenden Gemeinden.

Da die Rotenfelser den weitesten Arbeitsweg hatten, hatten sie ihr Vesper immer in sogenannten "Brotsäcken" am Stock dabei.
Dadurch bekamen sie von den anderen Arbeitern den Spitznamen "die Brotsäckle" verpasst.

Dieser Neckname geht auf das Schloss Bauschlott zurück. So gab es dort natürlich auch Adelige. "Groofe" bedeutet auf hochdeutsch "Grafen". Der Neckname der Bauschlotter geht also auf die früher ansässigen Grafen zurück - und auch heute nennt man sie deshalb noch die "Groofe".

Die Bietigheimer hatten es früher schwer. Zu ihrer Hauptarbeit suchten sie daher einen Nebenverdienst und fanden diesen im Kieholz-Verkauf. Kieholz oder Kienholz, kommt von den Kiefern, von denen viele im Hardtwald um Bietigheim wuchsen. Diese wurden gefällt, die sogenannten "Stumpen" aber im Boden gelassen. Diese Wurzelballen wurden dann nach ein paar Jahren im Boden und zogen dort noch ordentlich Harz. Diese Stumpen wurden dann ausgegraben, zersägt und zu bündeln zusammengebunden - denn das harzige Kienholz brennt gut und lange. So war es gutes Feuerholz zum Heizen.

Wenn die Bietigheimer dann also mit ihren Wagen in die Nachbarortschaften fuhren, um ihr Kieholz an den Mann zu bringen, riefen sie immer laut:"Kieholz!! Kieholz!" und die Bürger antworteten aus dem Fesnter:"Hier ich brauch ein bisschen Kieholz!" Der Vater hatte dann immer seine Söhne mit dabei und schickte diese mit den Kieholz-Bündeln dann zum jeweiligen Kunden.

Davon leitet sich dann der Satz "Oh do kumme die Kieholzbuuwe" ab, wenn die Bietigheimer mit ihren Kindern, ihren "Buuwe" wieder angefahren kamen und Kieholz zum Verkauf hatten. Deshalb gibt es bis heute die Bezeichnung "Kieholzbuuwe" für die Bietigheimer.

Der Neckname der Blankenlocher geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Schon damals waren die Frauen im Dorf sehr modebewusst und trugen den "letzten Schrei". Damals waren das lange Röcke mit Schnürleibchen und einem einfarbigen Kittel. Der Unterrock war meist rot. Und so konnte man, wenn die Frauen auf dem Feld arbeiteten und sich bückten, den roten Unterrock sehen. Da "Berzel" eben auch so viel wie Hintern bedeutet wurde daraus kurzerhand der Neckname der Blankenlocher, nämlich die "Rotberzel".

1460 wurde in Bretten ein Spitalgegründet. Heute deutet darauf noch die Spitalgasse hin. Das Spital war von allen Steuern und Abgeben befreit, sonst waren es allerdings keine sonderlich rosigen Zeiten in Bretten. Es herrschte viel Armut. Das Spital, welches durch seine Steuerbefreiung ganz gut da stand unterstützte die ärmere Bevölkerung mit kostenlosem Essen.

Und vermutlich daher, dass die Armen, wie die Fliegen, also wie "Mugge" um das Spital "kreisten", stammt der heute noch bekannte Name "Spitalmugge" für die Brettener.

Bruchhausen wurde seinerzeit in einem sehr moorigen Gebiet angesiedelt. Natürlich war es dort auch sehr feucht und ein toller Lebensraum für Amphibien. Daher waren in Bruchhausen früher auch besonders viele Frösche unterwegs. Daher der Name "Froschbacher".

Es gibt sogar eine eigene Strophe für das Badner Lied, geschrieben vom ehemaligen Ortsvorsteher Bruchhausens, Herrn Helmut Haas.

Bruchsal hatte einst einen regen Holzhandel. Holz wurde zu Geld gemacht, das Geld aber meist direkt wieder in Flüssiges investiert - und zwar in den ansässigen Kneipen.
Wenn der Pegel steigt, kommt es manchmal auch zu eher "unredlichen Taten" der Betrunkenen.

Hier muss man dazu sagen, dass der Begriff "Lumpe" in diesem Zusammenhang nichts mit den Lumpem, dem Stoff zutun hat, sondern einen unredlichen Menschen, einen "Lump" bezeichnet.

Da es nun also vor allem auch diese "Lumpe" waren, die dort im Holzhandel tätig waren, kam es zu dem Übernahmen "Holzlupme" für die Bruchsaler.

Die Busenbacher waren ursprünglich Feldarbeiter, haben sich aber über die Jahre umorientiert. Meist bekamen sie dann Arbeit in Spinnereien oder Webereien. Dort wurde den Arbeiten das Essen immer von oben an den Arbeitsplatz gebracht. Das waren hauptsächlich die sogenannten "Griebewürschd". Diese galten damals wie heute in Busenbach als Delikatesse und deshalb nennt man die Busenbacher auch heute noch "Griebewürschd"

Daxlanden hat vor allem im 14. bis 16. Jahrhundert sehr unter Überschwemmungen gelitten. Zuletzt wurde dann ein Platz für den Ort gesucht, der windgeschützt und von Erhöhungen umgeben in einer Mulde lag. Im Mittelalter nannte man das "Schluuch", heute etwa "Schlauch".

Außerdem gab es um Daxlanden viele kleine Rheinarme, auch "Schläuchle" genannt. Und da Daxlanden somit inmitten des "Schluuch", also des "Schlauch" liegt, nennt man auch heute die Daxlander noch "Schlaucher"!

Dieser Name stammt von den sogenannten "Krautletschen", den großen weichen Blättern der Krautköpfe.

Zum Letschenbacher gibt es nun zwei Geschichten:

  1. Die Durlacher Frauen haben, um sich auf dem Markt vor der Sonne zu schützen, diese "Letschen" auf dem Kopf getragen.
  2. Eine weitere Geschichte ist die, dass die Durlacher ihre "Letschen" selbst behalten und gekocht haben. Auf dem Markt in Karlsruhe wurde dann nur der harte, innere Teil der Krautköpfe verkauft.

Beides dreht sich aber auf jeden Fall um die "Krautletschen" und daher haben die Durlacher ihren Namen: die "Letschenbacher".

Der Name "Rahmdieb" für die Auemer ist wörtlich zu verstehen und stammt daher, dass die Auemer wohl im 19. Jahrhundert Rahm stahlen. Allerdings nicht aus der Not heraus, sondern mehr als Streich. Man erzählt sich, dass bei Hochzeiten, junge Männer aus Durlach-Aue den Rahm, den es zum Festschmaus gab, stahlen. Natürlich als Streich, um die Hochzeitsgesellschaft zu ärgern. Daher stammt der Name "Rahmdieb" für die Auemer.

Die Legende besagt, dass ein Feldschütz, auf seinem Rundgang über die Felder, einmal musste. Er wollte sich grade erleichtern, da hörte er ein Knurren oder Brummen aus dem Gebüsch. Er rannte mit großem Geschrei zurück ins Dorf, "Da ist ein Bär! Da ist ein Bär!"

Die Durmersheimer, damals alle in landwirtschaftlichen Berufen beschäftigt, schnappten sich ihre Dreschflegel, Heugabeln und Knüppel und folgten dem Landschütz raus aufs Feld, um dem Bär mal zu zeigen, wer der Stärkere ist.
Am Feld angekommen fand sich dort aber nur ein kleiner Pudel, der die "bösen" Geräusche von sich gab.

Daher werden die Durmersheimer die "Bäretriewer", also etwa Bärenjäger, genannt.

Dieser Neckname geht auf den Färberkrapp zurück. Diese Pflanze wächst besonders gut in sandigem Boden, wie zum Beispiel in Eggenstein. Da auf diesem Boden sonst nichts sonderlich gut wächst, war der Anbau von Färberkrapp eine, wenn nicht sogar die wichtigste Einnahmequelle der Eggensteiner Bauern. Mit dem Krapp kann man einen roten Farbstoff herstellen, der vornehmlich an die Franzosen verkauft wurde. 

Aufgrund des Krappanbaus  also und nicht wie oft vermutet wegen des "Krapps" (ugs. für den Raben) werden die Eggensteiner "Krapp'" bzw. "Krappe" genannt.

Eisingen ist seit jeher für den Weinanbau bekannt, der dort seit Jahrhunderten betrieben wird. Nicht umsonst steht in Eisingen die älteste Kelter der Region.
Beim Abernten der Weintrauben, mussten die Weinbauern immer über sogenannte "Ackerschollen", die sogenannten "Scholwe", springen - also "hopfe" (hüpfen).

Daraus wurde dann der Übername für die Eisinger. Sozusagen "die, die über die Ackerschollen springen" - oder kurz die "Scholwehopfer".

Die Einwohner Eschbachs in der Pfalz waren im 15. Jahrhundert die Untertanen des an der Madenburg ansässigen Adels. Diese sogenannte "Gesellschaft mit dem Esel" bewohnte die Madenburg, nutzte Esel als Nutz- und Lasttiere und hatte eine Besonderheit:

Sie bestritten auch Turniere und auch bei diesen kamen Esel statt Pferden zum Einsatz. Und da die Eschbacher eben auch Untertanen der "Gesellschaft mit dem Esel" waren, wurden Sie kurzerhand auch die "Esel" genannt.

Früher war in Ettlingen der Vorname Ignaz für junge Männer sehr verbreitet. Daher leitet sich das Teilwort "-naze" ab. Diese jungen Kerle haben sich einen Spaß daraus gemacht auf den Dohlen, also den Abflüssen auf der Straße, eine Art Stepptanz aufzuführen. Da in den Sohlen der Schuhe damals auch noch Eisennägel eingeschlagen waren krachte das so richtig - ein Grund mehr für die Jugend diesem Hobby nachzugehen.

Und daher kommt das zusammengesetzte Wort "Dohlenaze" für die Ettlinger.

Dieser Name stammt aus der Zeit der Feld- und Waldbewirtschaftung:
Das dörfliche Borstenvieh ist zur Eichelmast in einen Eichenwald geführt. Dieser befand sich auf einer Kuppe, also einem "Buckel". Damals nannte man die Weideflächen noch "Heiden". Und da diese "Heide" eben auf dem "Buckel" lag, wurden die Etzenroter "Heidebickel" genannt.

Bereits um das Jahr 1750 kam der Name "Grießer", also etwa Grieß-Esser, in Forchheim das erste Mal auf. Zurückzuführen ist dies - aufgrund von Überlieferungen - auf den starken Maisanbau in Forchheim. Man sagte den Forchheimern nach, dass Sie besonders viel vom Mais-Grieß essen würden. Daher "Grießer".

Daraus entwickelte sich in den Faschingsgesellschaften dann ein eigenständiges Symbol. Und zwar ein Mann mit einem kugelrunden Bauch, der auf einem Thron sitzt. Und diese Vorstellung haben auch die Forchheimer gerne von sich. Nämlich, dass sie glücklich und zufrieden, mit kugelrunden Bäuchen voller Grieß in ihrem Ort sitzen und auf die nächste Ernte warten. Daher die "Grießbäuch".

Für die Freiolsheimer gibt es gleich zwei Necknamen. "Holzschuhbohrer" und "Bergler".

"Holzschuhbohrer" geht darauf zurück, dass es früher in Freiolsheim viele Holzschuhmacher gab. Dieser Neckname ist allerdings so veraltet, dass er heute kaum noch jemandem geläufig ist.

Der Name "Bergler" wird aber auch heute noch benutzt. Dieser Name leitet sich von der Lage Freiolsheims ab. Gaggenau zum Beispiel liegt im Tal, Freiolsheim auf dem Berg. Kamen nun die Freiolsheimer "herunter" zu den Gaggenauern ins Tal sagte man früher oft: "Oh d'Bergler kommet!"

Auch heute noch, gerade im Vereins- und Fastnachtswesen, wird dieser Ausdruck "D'Bergler kommet" noch häufig benutzt. Zum Beispiel, wenn sich die Feuerwehren der einzelnen Ortschaften treffen.

Die Hugenotten war eine Gruppe von Menschen aus Frankreich. Sie gehörten der protestantischen Kirche an, weshalb sie von den katholischen Franzosen verfolgt wurden. Entweder man bekannte sich zum katholischen Glauben oder man wurde bestraft. Das reichte bis zur Versklavung auf Schiffen der damaligen Zeit.

Einige Hugenotten, die sich nicht unterwerfen wollten, flohen über die Schweiz und das Elsass nach Deutschland, ins protestantische, heutige Baden-Württemberg. Dabei gründeten Sie beim heutigen Stutensee eine Siedlung, nämlich Friedrichstal.

Somit geht die Gründungsgeschichte Friedrichstal tatsächlich auf die französischen Hugenotten zurück. Sie sind sozusagen die Ur-Väter von Friedrichstal. Und deshalb werden die Friedrichstaler auch heute noch Franzosen, bzw. "Hugenotten" genannt.

Die Gondelsheimer lebten früher unter der Herrschaft. Die Bauern und die Herrschenden verstanden sich untereinander sehr gut und so waren die Bauern auch stolz auf den Gutshöfen arbeiten zu dürfen.

Der Stolz ging so weit, dass sie mit Anzug und weißem Kragen auf den Acker zur Arbeit gingen. Von den anderen Bauern wurde das natürlich wahrgenommen. Und, weil die Gondelsheimer Bauern mit ihren Anzügen eben sehr stolz auf ihre Arbeit für die Herrschaft waren, wurden sie von den Nachbarn kruzerhand die "Herrschaftsspatzen" genannt.

Hier gibt es zwei Erklärungen:

  1. Ein Göbricher Jäger soll einmal ordentlich damit angegeben haben, dass er einen Hirsch geschossen hätte. Als man dem dann aber auf den Grund ging zeigt sich, dass es sich um einen Esel gehandelt haben soll. Damit hatten die Göbricher den Namen "Hirsch'" weg.
  2. Die "Rassler"* von Göbrichen sind immer zu Fuß zur Arbeit gelaufen. Dabei waren sie angeblich sehr langsam unterwegs - so langsam wie Hirsche, sagte man. Das ist die zweite Erklärung, warum die Göbricher auch die "Hirsch'" genannt werden. 

 

*Rassler = So wurden die Goldschmiedebauern genannt. Diese arbeiteten in Pforzheim in der Goldschmiedeindustrie und hatten gleichzeitig in ihrem Heimatdorf noch einen Bauernhof. (Die "Rassler" kamen aus allen möglichen Dörfern, daher ist das kein klassischer Neckname.) Sie liefen täglich aus den Dörfern nach Pforzheim zur Arbeit und zurück - manche eben auch aus Stein. Die mit Nägeln beschlagenen Schuhe machten unverwechselbare "rasselnde" Geräusche beim Laufen. Daher die Bezeichnung "Rassler".

Die Grabener waren früher durchaus wohlhabende Bauern. Das spiegelte sich auch in den Essgewohnheiten wieder. So wurden manche, besonders reiche Familien "Brockenfresser" genannt. Das kam daher, da Sie beim Essen immer große Stücke, also große "Brocken" abgebissen haben. Diese Bezeichnung hat sich dann über die Jahre auf die ganze Grabener Bevölkerung übertragen. Und so sind die Grabener noch heute im Volksmund die "Brockenfresser".

Nach einem der vielen kriege im 18. Jahrhundert wollten die Franzosen als Beute eine Glocke vom Grötzinger Kirchturm mitnehmen. Sie schafften es auch eine der Glocken auf einen Ochsenkarren zu laden. Dieser blieb in der Nacht allerdings stecken und wurde erst einmal stehen gelassen. Zwar wurde versucht den Wagen zu verstecken, das klappte aber nicht ganz so gut.

Am nächsten Tag machten sich nämlich Bauern aus Durlach und eben auch aus Grötzingen mit ihren Ochsen auf den Weg zu diesem Karren. Ein Bauer aus Grötzingen war der erste der eintraf, spannte seinen Ochsen vor den Wagen und ließ ihn die Glocke wieder Richtung Grötzingen ziehen. Der Ausruf den er dabei zum Antreiben des Ochsen benutzte war: "Hot! Scheck! Grötzinge na!"

Und daraus entwickelte sich dann der Name "Hotschecke" für die Grötzinger. Echte "Hotschecke" gibt es übrigens auch heute noch, in Hexenkostümen an Fastnacht.

Die Hambrücker haben gleich zwei Spitznamen:

Einmal sind sie die "Waldböcke". Dieser Name kommt von der Lage des Ortes. Drum herum gibt es viele Wälder, insbesondere Kiefernwälder. In diesen Leben die Waldböcke. Das sind Käfer, die am Kiefer solche Klauen oder Zangen haben mit denen sie kräftig zubeißen können.

Da Die Hambrücker also inmitten des Waldes mit den Waldböcken leben, wurden sie von den umliegenden Dörfern "Waldböcke" genannt!

 

Der zweite Name ist "Messerstecher". Die Hambrücker waren wohl früher durchaus rauflustig. Bei diesen Raufereien und vor allem bei welchen mit Bewohnern der Nachbargemeinden, kam da wohl auch mal das ein oder andere "Messerle" zum Einsatz.

Auch heute sagt man noch: "En richtiger Hambrücker muss e Messerle in der Tasch' hawe!" Daher bis heute die Bezeichnung "Messerstecher" für die Hambrücker.

Da es um Helmlingen, durch den Rhein bedingt, schon immer zu vielen Hochwassern kam, haben dort die Schnaken den perfekten Brutplatz gefunden und sich schnell vermehrt - kennt man ja auch heute noch. Fremde die nach Helmlingen kamen, haben sich gewundert wie man mit so einer Schnakenplage leben kann und haben die Einwohner Helmlingens deshalb selbst Rhinschooge (also Rheinschnaken) genannt.

Zu Zeiten des Fürstbischofs wurden die Huttenheimer ins Hochgestade, in den Wald umgesiedelt. Der Fürstbischof veranstaltete dort Treibjagden und setzte als Treiber nicht nur die Huttenheimer, sondern auch die Bürger der umliegenden Gemeinden ein.

Bei der Treibjagd war es dann so, dass vor allem die Huttenheimer sich flink und geschickt durchs Dickicht kämpfen konnten und dem Fürstbischof so einen Hirsch direkt vor die Flinte trieben.

Begeistert von dieser Leistung sagte der Bischof in etwa zu den anderen Treibern, aus den umliegenden Gemeinden: "Schaut, meine Huttenheimer, die sind so flink wie die Herschböck", also die Hirschböcke.

Aus diesem Grund tragen die Huttenheimer bis heute noch den Namen "die Herschböck"

Im 13./14. Jahrhundert ließ der Bischof von Speyer den Otterbach durch den Pechgraben anzapfen und die Wiesen der Altaue fluten. Dort wurde Fischbestand eingesetzt, sodass man während der Fastenzeit genügend Nahrung zur Verfügung hatte. In einigen übrigen Wasserflächen, die dadurch entstanden, siedelten sich Frösche an, die dort auch ablaichten.

Dadurch gab es am Dorfrand immer ein lustiges Gequake. Dieses Gequake und eben der allgemeine Froschbestand führten dann zum Necknamen der Jockgrimer, die fortan die "Frösch" genannt wurden.

Die Nachkriegszeit war keine leichte. Man sagt auch gerne, damals war die Ziege die Kuh des kleinen Mannes. Auch Karlsdorf hatte Ziegen. Sie dienten dem Dorf als Lebensgrundlage, denn sie gaben Milch und Fleisch!

Die Jungs aus dem Dorf haben die Ziegen dann immer zur Weide gebracht und dort mit einer Leine angebunden. Das nannte man im Dialekt "Weddeln". Wenn sie also gefragt wurden, was Sie machen, antworteten sie: "De Bock weddeln".

Und daher kommt der Name "Bockweddel" für die Karlsdorfer.

Nach der Gründung Karlsruhes durch den Markgrafen Karl Wilhelm benötigte dieser Unterstützer beim Aufbau seiner Stadt. Dafür verschickte er einen Freibrief in ganz Europa. Antwort bzw. Leute kamen aus Süditalien, genauer aus Calabrien und aus Frankreich.

Das waren die sogenannten "il briganti", eher unerwünschte Menschen, aus Calabrien und "les brigandes", ein Begriff für Vagabunden, aus Frankreich.

Beim Aufbau der Stadt waren dies aber sehr tüchtige Menschen und man dachte sich schnell "Diese briganti und les brigandes sind ja gar keine Vagabunden, das sind anständige Leute." Und man beschloß in Karlsruhe: "Dann sin' mir doch alle Brigande".

Wohl nach dem 30 jährigen Krieg gab es in der Region eine große Hungersnot. Nicht nur die Menschen, auch das Vieh, wie Kühe und "Geißen" (Ziegen) hatten zu leiden. Vor allem die Kirchen in den Orten waren stark zerstört. So auch in Kieselbronn. Auf dem abgebrannten Gebälk entdeckte aber ein Bauer im Vorbeigehen Günzeug, das da oben wuchs.

Er band seiner "Geiß" einen Strick um den Hals, bestieg den Turm und zog die Ziege hinter sich her. Oben angekommen, musste er feststellen, dass die Ziege nicht vor Hunger auf das Grünzeug die Zunge rausstreckte, sondern weil sie keine Luft mehr bekam. So bekamen die Kieselbronner den Necknamen die "Geißeschinner".

Spraddln bedeutet so viel wie "angeben", "sich wichtigtun". Die Kirrlacher waren früher ein eher armes Völkchen. Allerdings gaben sie viel auf sich und putzten sich auch jeden Sonntag raus, sodass man nicht merkte, wie wenig sie eigentlich hatten. Daher wird den Kirrlachern nachgesagt besonders stolz und eingebildet zu sein.

Daher "spraddln" Sie oft und werden deshalb "Spraddl" genannt.

Kleinsteinbach liegt am Fuße einer Turmburg-Ruine. Diese Turmburg wurde früher von den Remchinger Herren bewohnt, die als Lehensleute auch über Kleinsteinbach verfügten.
Die Burgherren sollen damals immer mit roten Mänteln aus der Burg geritten sein.

So kamen die Kleinsteinbacher zu ihrem Necknamen "Rotmäntel".

In Knielingen wuchsen an der Chausee zum Rhein hin viele Holzbirnenbäume (ugs. "Holzbierebääm"). Diese Birnen waren zum Verzehr eigentlich nicht geeignet. Sie sind besonders hart und schmecken auch nicht sonderlich gut. Meist wurde aus den harten Früchten Most oder Schnaps gemacht.

Einige Knielinger aßen die Birnen aber auch, gerade wenn sie lange herum lagen und dadurch weicher wurden.
Weil die Knielinger aber auch als besonders harte und sture Zeitgenossen gelten, wurden Sie von den Bewohnern der umliegenden Dörfern, nach dem harten Obst, das bei Ihnen wuchs, die "Holzbiere" genannt.

Um Königsbach gab es schon immer große Waldgebiete. Dort war das Feuerholzschlagen aber streng reglementiert und wer dagegen verstieß musste mit empfindlichen Strafen rechnen. Was allerdings nicht reglementiert war, war das Sammeln von Tannenzapfen. Diese wurden von den Königsbachern also kräftig gesammelt, getrocknet und zum Anfeuern oder ganz als Feuerholzersatz verwendet.

Im Volksmund nannte man die Tannenzapfen in Königsbach "Hobbelle". Und, weil Sie eben immer Hobbelle sammelten, nannte man die Königsbacher kurzerhand selbst die "Hobbelle".

Die Kronauer haben gleich zwei Spitznamen.

Einmal nach dem Kronauer Wort "Ralli" für Kater. Früher, als es noch wenige Autos und auf dem Dorf auch sonst wenige Verkehrsmittel gab, sollen die Kronauer Jungs wie Kater umhergestreunt sein. Natürlich auch zu den Mädels der Nachbardörfer. Und da die Kronauer, wie Kater umhergestreunt sind, sagte man "Do kumme se wiedder, die Ralli". Daher kommt der Name "Ralli".

Es gibt aber auch noch den Ausdruck "Moorbäre".
Im Kreig mussten Arbeitssuchende aus Kronau in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen den moorigen Boden der Kinzig-Murg-Rinne umgraben. Wenn sich die Kronauer Arbeiter dann mit den moorigen Händen durchs Gesicht gewischt haben, sahen sie am Ende des Tages aus wie schwarze Bären. Auf dem Heimweg hieß es dann oft "Oh die Moorbäre kumme". Daher stammt der zweite Name "Moorbäre" für die Kronauer.

Um 1622 wurde Kuppenheim von den Schweden belagert. Ziel der Belagerung war es die Kuppenheimer auszuhungern und so die Stadt einnehmen zu können.
Als es dann schon wirklich schlecht um die Stadt stand, da die Belagerung bereits sehr lange dauerte, kamen die Kuppenheimer Frauen auf eine geniale Idee.
Sie nahmen die letzten Reste Mehl und machten Teig daraus.

Normalerweise wurden aus diesem Teig Spätzle gemacht, die in Kuppenheim den Namen "Knöpfle" tragen. Diesen "Knöpfleteig" haben sie dann mit einer Kanone über die Stadtmauern geschossen. Das sahen die Schweden draußen und der Hauptmann soll zu seinen Leuten gesagt haben: "Eher verhungern wir hier draußen, als die da drinnen" und die Schweden zogen ab.

Daher kommt es, dass auch heute noch der Name "Knöpfle" für die Kuppenheimer verwendet wird.

Kleiner Fun Fact: Die sogenannte "Knöpfleskanone" wird auch heute noch zu besonderen Anlässen, zum Beispiel bei der Amtseinführung des Bürgermeisters, abgefeuert.

Angeblich haben die Langebrücker als Kutscher hochgestellte Persönlichkeiten am bahnhof abgeholt und zum Kurpark gefahren. Dazu trugen sie die entsprechende Kleidung, wozu auch ein Hut gehörte. Nachdem die Kurgäste dann erfolgreich mit der Kutsche abgeliefert waren, gingen die Langenbrücker noch mit Hut aufs Feld.

Dies war ein durchaus ungewöhnlicher Anblick in der Region. Und so verlieh man den Langenbrückern den Namen "Hütle", also "Hütchen" als Necknamen.

Langensteinbach liegt in einem sogenannten sanften Talkessel. Diese Lage hat auch das in Karlsruhe stationierte Militär interessiert, denn hier konnte man gut Manöver üben. Die Soldaten kamen also recht häufig nach Langensteinbach und wollten natürlich auch etwas essen.

Die Langensteinbacher Frauen haben gut und gerne für die Militärs gekocht. Doch irgendwann waren die Soldaten nicht mehr zufrieden. Denn den kochenden Frauen fiel wohl nicht viel mehr ein als sogenannte "Eierkuchen" zu machen, vielleicht besser als Pfannkcuhen bekannt.

Die hatten die Soldaten irgendwann satt und es kam der Spruch auf "Das sind doch alles Eierkuchepanscher". Und so kamen die Langensteinbacher zum Namen "Eierkuchepanscher".

Panschen bedeutet übrigens so viel, wie verdünnen, verfälschen, strecken und ist in diesem Zusammenhang so zu verstehen, dass egal, was zusammengeworfen wurde, immer Eierkuchen dabei herauskamen.

Die Erklärung ist relativ einfach und kurz:

Die Linkenheimer werden "Schnegge" genannt, da ihnen nachgesagt wird, dass sie besonders langsam reden würden - vor allem den alteingesessenen Linkenheimern. 

Seit jeher haben die Bewohner Malschs eine innige Beziehung zu "ihren" Störchen. Bereits im Mittelalter haben dort viele Störche gebrütet - diese Tradition wird bis heute beibehalten. Auf dem Rathaus zum Beispiel, gibt es bis heute ein Storchennest, welches sogar um 1910 nach einem Brand des Rathauses wieder mit aufgebaut wurde. Dann gibt es den "Kindlesbrunnen". Hier "bestellen" die Malscher ihre Babys. Die Störche holen die Wünsche dann ab und bringen die Kinder zu den werdenden Eltern.

Außerdem haben die Störche eine Bedeutung im Karnevalsverein, es gibt einen separaten Storchenbrunnen und auch eine ehemalige Wirtschaft "Zum Storch".
Durch ihre innige Beziehung zu den Störchen, werden auch die Bewohner aus Malsch bis heute die "Störch' " genannt.

Es soll Zeiten gegeben haben, als es noch keine Kanalisation gab, die Leute aber trotzdem aufs stille Örtchen mussten.Manch einer hatte ein Plumpsklo oder einen Donnerbalken 😀

In Minfeld, so sagt man, floss ein Bach durch die Eichstraße. Eine damals große und breite Straße in Minfeld. Da es nun keine Kanalisation gab, die Minfelder aber auch weder Donnerbalken noch Plumpsklo hatten, verrichteten Sie ihr Geschäft im Bach. Das hatte auch den Vorteil, dass alles übel riechende direkt weggespült wird.

So kam es dann auch, dass die Bewohner der umliegenden Dörfer die Minfelder die "Bachschisser" nannten.

Einst soll es in Mingolsheim einen großen brand gegeben haben. Natürlich wurde die Feuerwehr gerufen und diese rückte auch aus!
Am vermeintlichen Brandherd angekommen, wurde auch gleich losgelegt und versucht das Feuer zu löschen.
Es stellte sich aber heraus, dass die Mingolsheimer auf eine optischen Täuschung hereingefallen waren. Es handelte sich nämlich nicht um einen Brand, sondern nur um die auf- oder untergehende Sonne.

So bespritzten die Feuerwehrmänner also keinen Brand mit Wasser, sondern die Sonne. Dies führte zum Necknamen "Sunnepsritzer" für die Mingolsheimer.

Die Neuburgweierer hatten früher einen Geißbock zur Vermehrung der Ziegen. Auf diesen waren die nicht so wohlhabenden Weirer auch sehr stolz. Es kam aber die Zeit, der Bock wurde älter und Geld für einen neuen gab es keines. Was also tun?

Ein Daxlander "Schlaucher" hörte von der Bredoullie der Weirer und macht diesen ein Angebot:
Er tausche den alten Ziegenbock gegen einen neuen, jungen, viel besseren Ziegenbock und eine kleine Aufwandsentschädigung.
Gesagt getan - der alte Ziegenbock und etwas Geld gingen nach Daxlanden. Dort angekommen wurde der Geißbock ordentlich gewaschen, die Hörner poliert, die Hufe neu gemacht - auf gut deutsch: Er wurde richtig rausgeputzt .... und dann zurück nach Neuburgweier geschickt.

Stolz auf die "neue" Errungenschaft wurde der Bock auf dem Marktplatz präsentiert. Dem Geißbock wurde das zu viel, er nahm Reißaus und floh in seinen altbekannten Stall an seinen Lieblingsort.

Naja und da war auch den Weirern klar, dass sie einem Betrug aufgesessen sind. Von den Nachbarn wurden sie seither nur noch spöttisch "Geißböck" genannt.

Die "Neereter" (Neureuter) Küche war früher nicht sonderlich üppig. So gab es an vielen Tagen "Ebbes guuds, was nix kostet und schnell fertig war". Aus diesem Grund gab es dann auch immer wieder "Spunden" - das leitet sich vom Fasspund ab. Der Fassspund ist der Zapfen, der das Anstichloch beim Fass verschließt. Diesem sahen die Knöpfle, die aus Kartoffelbrei ausgestochen und in "Neeret" wirklich gerne gegessen wurden, sehr ähnlich - daher der Name "Spunde".

Man kann das im weitesten Sinne mit den heutigen Schupfnudeln vergleichen. Und da die "Spunde" ein "Neereter" Leibgericht waren und dort oft auf den Tisch kamen, werden sie auch heute immer noch die "Spundefresser" genannt.

In Nußbaum gab es eine alte Tradition beim Brotbacken. Und zwar wurde der Brotteig in sogenannten "Backkörben" - oder im Dialekt "Backkerb" genannt - zum Ofen getragen. So soll es auch vorgekommen sein, dass die Nußbaumer Frauen am Backtag gleich mehrere solcher "Backkerb" auf einem Brett auf dem Kopf balanciert haben.

Daher stammt der Neckname der Nußbaumer, die "Backkerb".

In den 1880er Jahren sollte die Gemeinde Oberhausen einen neuen Pfarrer bekommen. Der kam mit dem Zug. Dummerweise hatte er Verspätung und bei Eintreffen des Zuges stieg ein jüdischer Herr aus. Seine Kleidung ähnelte der des Pfarrers sehr, sodass die Oberhausener ihn mit ins Dorf nahmen. Vor der Kirche stellte sich dann heraus, dass der jüdische Herr, mit dem Namen Gollo, eben NICHT der Pfarrer, sondern nur ein jüdischer Besucher in der Gemeinde Oberhausen war. Aufgrund dieser Verwechslung werden die Oberhausener noch heute "Gollos" genannt.

Kielhase leitet sich vom alten Wort "Küllein" ab, was soviel wie Kaninchen bzw. Stallhase bedeutet. Diese Tiere waren vor allem wegen der geringen Kosten für die Haltung und Ernährung in Pfaffenrot sehr beliebt.

Somit hatten die Pfaffenroter eine günstige Quelle für Fleisch und auch Pelze. Da, wie gesagt, besonders viele solcher "Kielhasen" in Pfaffenrot gehalten wurden, wurde dieser Name kurzerhand zum Necknamen. Bis heute sind dadurch die Pfaffenroter als "Kielhasen" bekannt.

Auch die Pforzheimer haben zwei Necknamen. Hier ist es allerdings so, dass einer sehr positiv besetzt ist, während der andere Name eine schlimme Beleidigung für einen Pforzheimer darstellt.

Beide Ausdrücke gehen auf die Schmuckindustrie und die Goldschmiedekunst zurück, welche seit jeher die Industrie in Pforzheim beherrschen. Die Goldschmiede bekamen am Ende des Monats ihr Gehalt immer in ein Säckchen, eine Art Geldbeutel, mit dem umgangssprachlichen Namen "Seggl". War es ein guter Monat, gab's viel Geld und das "Seggl" war voll. Somit ist jemand der ein "Seggl" ist, ein durchaus angesehener und aktuell wohlhabender Pforzheimer.

Der zweite Ausdruck geht darauf zurück, wenn der Monat nicht gut lief. Dann war das "Seggl" nur halbvoll - daraus wurde dann die Bezeichnung "Halbseggl".
Und ein "Halbseggl" - also fast schon ein Loser - wollte und will in Pforzheim wirklich niemand sein.

Philippsburg war früher eine Festungsstadt. Innerhalb der Festung war für Viehhaltung, vor allem für Kühe, kein Platz. So hielt man sich dort vor allem die "Kuh des kleinen Mannes", nämlich Geese, also Ziegen.

Auf den Stadtmauern wuchs Grünzeug und dort oben grasten die Geesen dann. Dies konnte man schon von weitem sehen.

Aus diesem Grund, und weil die Philippsburger auch Milch, Fleisch und Wolle von den Ziegen nutzten wurden die Bewohner auch "die Geesen", also die Ziegen genannt.

Die Häuser der Stadt Rastatt sind aufgrund der Nähe zum Rhein und zur Murg etwas höher gebaut. Daher gibt es vor jedem Eingang kleine Treppen, sogenannte "Staffeln". Dort saß man und hat "geschnatzt", also sich unterhalten. Wenn die Bewohner der umliegenden Dörfer zum Markt kamen, sahen sie die Rastatter immer auf der "Staffel" "Schnatzen". Daher der Name "Staffelschnatzer".

Die Rauentäler besitzen ein paar Hektar Wald auf dem Eichelberg (wohlgemerkt dem in Baden mit "Ei"). Wenn dann früher die Rauentäler auf den Eichelberg gestiegen sind, um ihren dortigen Wald zu bewirtschaften, mussten sie durch einige Nachbargemeinden, wie zum Beispiel Oberweier.

Von den Nachbarn wurden sie dann gefragt, ob sie wieder die Sonne wichsen gehen, damit es gutes Wetter gibt. Wichsen kommt von Polieren, man kennt vielleicht den Ausdruck "Schuhe wichsen". Daher ist mit "Sunnewichser" quasi Sonnenpolierer gemeint.

Die Reichenbacher waren früher ausschließlich Landwirte. Da der Verdienst aber sehr knapp bemessen war und nur gerade so zum Ernähren der Familie reichte, musste eine zusätzliche Einkommensquelle her. Am Wochenende wurden dazu die heimischen Produkte in den umliegenden Ortschaften zum Kauf angeboten.
Diesen Job übernahmen vor allem die Frauen, die dann am Wochenende, wie die Rauchschwalben in die Nachbarorte ausflogen.
Daher werden die Reichenbacher auch heute noch die "Rauchschwalben" genannt.

Früher gab es am Rheinufer eine hohe Rattenpopulation. Aufgrund der vielen Ratten auch in Rheinhausen, wurden die Rheinhäuser "Ratzen" geschimpft. Damals eine Beleidigung, heute wird das aber mit einem Lächeln gesehen und ist immer noch bekannt.

Die Stockrübe ist eine besondere Rübenart, welche am Stock gezüchtet wurde. Diese Rübenart war besonders nahrhaft und ertragreich. Da Rheinsheim mit seiner Nähe zum Rhein einen besonders fruchtbaren Boden hat, wuchs die Stockrübe dort besonders gut. In den umliegenden Dörfern war man daher etwas neidisch auf die besonders nahrhaften und ertragreichen Stockrüben aus Rheinsheim.

So wurden die Rheinsheimer "Stockriewe", also Stockrüben genannt.

Übrigens: Der Name hat auch heute noch Tradition. An Fasching gibt es zum Beispiel ein spezielles Stockrübenkostüm und jährlich wird, wie bei anderen Faschingsvereinen der Prinz oder die Prinzessin, eine Ehrenstockrübe gewählt.

Rings um Rintheim gab es früher besonders sandige Böden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass hier einmal die Kinzig-Murg durch floss. Heute noch am "nassen Bruchwald" zu sehen. Damals wurde dann viel Sand angeschwemmt. Da Rintheim ein armes Straßendorf war, legten sich die Bauern ordentlich ins Zeug und machten aus dem sandigen Boden fruchtbares Ackerland, das sie dann bestellen konnten. Das gefiel auch den Hasen, die sich dort kräftig vermehrten.

Bei der Eingemeindung kamen dann wohl auch Lehrer aus Karlsruhe nach Rintheim. Diese sagten dann: "Das war ja früher eine Art Wüste hier, hier gibt es viele Hasen - das müssen dann ja Sandhasen gewesen sein!"

Und von diesem Ausspruch leitet sich der bis heute gerne verwendete Name "Sandhasen" für die Rintheimer ab.

Gerade nach Gewittern gab es in Rußheim oft Brände. Mit dem Ruf "Geht heim desch isch unser Feier!", wurden die Feuerwehren der benachbarten Orte nach Hause geschickt. Das deutet auf pyroman-veranlagte Vorfahren der heutigen Rußheimer hin. Daher dir Kombination aus "Feier" (Feuer) und "Dunner" (Donner), also "Feierdunner" - was auch gern geflucht wird: "Feierdunnerwetter nochemol!"

Früher warn die Rüppurrer Bauern - genauer: Milchbauern. Natürlich wurde die Milch verkauft und auch weiter verarbeitet. Zum Beispiel zu Butter oder Rahm. Bleiben wir beim Rahm: Dieser wurde dann in Tücher eingeschlagen und diese wiederum wurden für den Transport auf den Karlsruher Markt verknotet.

Diese verknoteten Tücher, gefüllt mit Rahm, sahen aus wie Beutel. So sagten die Karlsruher, wenn die Rüppurrer Frauen mit ihrem Rahm in Tüchern auf dem Markt ankamen: "Oh do kumme die Rüppurrer mit ihre Rahmbeidel" oder kurz "Oh do kumme die Rahmbeidel".

Und so entstand der Neckname "Rahmbeidel", also "Rahmbeutel", für die Rüppurrer.

In Söllingen an der Michaelskirche gibt es nur ein Ziffernblatt auf der Turmuhr. Dieses ist vom Dorf aus zu sehen. Die Nachbarn scherzten dann immer: "Wenn die Söllinger vom Feld die Uhr sehen wollen, müssen sie den Turm drehen". Daraus wurde der Begriff der Turmdreher.

Über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg entwickelte sich daraus der Name "Dorndreher".

Der Ortsneckname der Spöcker geht auf das 14. und 15. Jahrhundert zurück. Damals zählte Spöck noch zum Amtsverwaltungsbereich des Klosters Maulbronn. Und die hatten eben ein Maultier, also einen Esel auf dem Wappen.
Von dieser Zugehörigkeit und dem Wappentier stammt der Neckname der Spöcker, die "Esel" genannt werden.

Seit jeher wurde in Staffort das Handwerk des Holzschuh-Machens betrieben. Auch 1870 soll es noch sechs Holzschuhmacher in Staffort gegeben haben. Selbst für diese Zeit war das eine kleine Sensation, denn Holzschuhe waren nicht mehr das bekannteste Schuhwerk.

Aufgrund der Geschichte und der Vergangenheit mit den Holzschuhen, wurden die Stafforter dann von den Bewohnern der umliegenden Dörfer als "Holzschuh'" bezeichnet.

In Stein wurde das Brot entweder zu Hause oder in der Gemeindebäckerei im Holzbackofen gebacken. Meist blieb noch Teig übrig und die sparsamen Steiner Hausfrauen formten davon die im badischen üblichen Salzweck und nutzten dafür die Restwärme des Ofens. Der Salzweck ist ja ein Weck, bei dem der Rand gekrendelt ist und er wird mit grobem Salz und Kümmel bestreut. Damit schmeckt er auch ohne Auflage gut.

Meist wurden die Salzweck mit zur Arbeit genommen und die so genannten „Rassler*” vom Dorf aßen die handlichen Salzweck schon auf dem Marsch von Stein nach Pforzheim oder dort während der Arbeitspausen. Schon bald hatten die Salzweck essenden Steiner Arbeiter ihren Spitznamen weg: und zwar „Stoinemer Salzweck”.

 

*Rassler = So wurden die Goldschmiedebauern genannt. Diese arbeiteten in Pforzheim in der Goldschmiedeindustrie und hatten gleichzeitig in ihrem Heimatdorf noch einen Bauernhof. (Die "Rassler" kamen aus allen möglichen Dörfern, daher ist das kein klassischer Neckname.) Sie liefen täglich aus den Dörfern nach Pforzheim zur Arbeit und zurück - manche eben auch aus Stein. Die mit Nägeln beschlagenen Schuhe machten unverwechselbare "rasselnde" Geräusche beim Laufen. Daher die Bezeichnung "Rassler".

In Stupferich gab es wenige Mühlen. Manchmal kam dann noch der Umstand dazu, dass es zu wenig Wasser in den Bächen gab, um überhaupt eine Mühle zum Laufen zu bringen.
In diesen Situationen, vor allem im Winter, mussten die Stupfericher ihr Korn dann auf Viehkarren zum Mahlen in die Nachbarorte schaffen. Gerade wenn es besonders kalt war setzten sich die Stupfericher Müller dann eben Pelzmützen auf und warfen sich Pelze gegen die Kälte über. Wenn sie so gekleidet dann in den anderen Orten an den Mühlen ankamen sagte man "Oh da kommen die Pelzmüller aus Stupferich!"

Und so kamen die Stupfericher zu ihrem Necknamen - die "Pelzmüller"!

Vor langer Zeit war das Dach der Kirche in Ubstadt mit Gras und Moos überwuchert. Die Gemeinde forderte daher den Gemeinderat dazu auf, dafür zu sorgen, dass das wieder schön aussehe, da oben. Der Gemeinderat beschloss also ein Esel solle auf den Kirchturm buxiert werden, damit er dort das Grünzeug vom Dach fressen könne.

Gesagt getan, einem Esel wurde ein Strick um den Hals gebunden und das Tier damit nach oben gezogen. Kurz bevor der Esel auf dem Turm war, streckte er die Zunge raus. Dies wurde von Beobachtern so gedeutet, dass er schon ordentlich Hunger hätte. Weit gefehlt: Der Esel war leider erstickt und hatte deshalb die Zunge heraus gestreckt.

Daher nennt man die Ubstadter auch heute noch spöttisch "Esel".

Kurze Anekdote dazu: Auch im 20. Jahrhundert wurden die Ubstädter noch damit aufgezogen. Wenn ein Nicht-Ubstädter einen Ubstädter ärgern wollte, habe er einfach die Hosentaschen nach außen gedreht. Diese sollten dann Eselsohren darstellen.

Durch die kargen Böden und das kühlere Klima im erhöht gelegenen Völkersbach, im Vergleich zur Rheinebene, lief es mit der Landwirtschaft nicht so gut bei den Völkersbachern. Um die Familien trotzdem ernähren zu können, musste ein Nebenerwerb her. Den fanden die Völkersbacher im Besenbinden.

Auch heute wird diese Kunst noch von einigen wenigen Ur-Völkersbachern beherrscht. Und weil sie damals die Besen im ganzen Umkreis an den Mann oder die Frau gebracht haben, hieß es beim Eintreffen der Völkerbsacher immer: "Oh do kumme se, die Besebinder"!

Einmal gibt es die Erklärung, die Weingartener seien sehr geizig, also sogenannte "Klemmbeidel".

Eine viel ältere Geschichte erzählt von einem Pfarrer, der im Weingartener Wald unterwegs war und mal musste. Da es weit und breit kein Toilettenhäuschen gab, verrichtete er seine Notdurft kurzerhand im Wald. Und just dabei geriet er in eine Fuchsfalle, in der er sich sein bestes Stück einklemmte.

Er rief nach Hilfe, die kam, allerdings aus dem Nachbardorf. Spöttisch werden, der Sage nach, die Weingartener seither "Klemmbeidel" genannt.

In und um Wiesental ist der Boden besonders sandig. Super für Spargel & Tabakanbau zum Beispiel. Und auch schnell und einfach zu bearbeiten. So schnell wie ein Hase könnte man sagen. Und da sich die Wiesentaler eben auch etwas darauf einbilden so schnell wie Hasen zu arbeiten werden sie "Sandhasen" genannt.

 

Übrigens: Diesen Necknamen tragen zum Beispiel auch die Forster, aus ähnlichen Gründen.

Einst soll ein Raubritter auf dem Turm oberhalb von Wolfartsweier gehaust haben. Dieser ging mit seinen Raubzügen und dem allgemeinen Verhalten den Wolfahrtsweirern gehörig auf den Wecker. So beschloss man sich an den Kaiser zu wenden und diesen um Hilfe zu bitten.  Als der Kaiser dann auch tatsächlich kam, belagerte er den Turm des Raubritters, bis dieser nichts mehr zu Essen hatte. Statt aufzugeben wagte der Raubritter allerdings einen kühnen Fluchtversuch und konnte die Kaiserlichen tatsächlich bis ins Tal nach Wolfartsweier zurückdrängen. Die Kaiserlichen waren nur Wenige und baten wiederum die Wolfartsweirer und den Bürgermeister um Hilfe. Gesagt, getan: Die Wolfartsweirer rissen ihre Zaunpfähle aus und schlugen, gemeinsam mit dem Kaiser, den Raubritter in die Flucht!

Die Zaunpfähle nannte man damals "Stickel" und so entstand der - in diesem Fall - EHRENname "Stickel" für die tapferen Wolfartsweirer.

Wörth hat durch seine Lage am Rhein viele, auch stehende, Gewässer ums Stadtgebiet verteilt - allen voran der Rhein und seine Rheinarme. Vor etwa 50 Jahren noch, als es die KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) noch nicht gab, war die Schnakenplage in Wörth - gerade im Sommer - unerträglich. 50 Schnaken, die sich da an einem vergehen wollten, waren keine Seltenheit.

Aus diesem Grund wurden die Wörther kurzerhand von den Nachbarn als die Wörther "Schnooge" ("Schnaken") bezeichnet.

Ein Wössinger Bauer wollte eines Abends noch einmal nach seinem Vieh, genauer den Schweinen, schauen. Als er im Stall eine unnatürliche Helligkeit sah, vermutete er direkt ein Feuer. Ohne nachzusehen rief er die Feuerwehr. Die kam und fing gleich mit den Löscharbeiten an.

Durch eine Dachöffnung spritzte man Wasser in den Stall, aber das Feuer wollte nicht ausgehen. Schließlich nahm sich ein feuerwehrmann ein herz, öffnete die Stalltür und was sah er? Kein Feuer.

Der Mondschein hatte den Stall aber dermaßen erhellt, dass man dieses Mondlicht für ein Feuer gehalten hatte. Weil die Wössinger also quasi das Mondlicht bespritzt haben, wurden sie von diesem Zeitpunkt an die "Mondspritzer" genannt.

Der Bischof, der unter anderem auch über Zeutern herrschte, verlangte von seinen Untertanen einen Zehnt dessen, was geerntet wurde. Sprich 1/10. In Zeutern natürlich auch vom Wein.

So kam regelmäßig ein Karren mit einem großen Fass und zwei Kutschern an die Kelter in Zeutern, um den Zehnt des Weins für den Bischof abzuholen.
Das wurde den Zeuterner Weinbauern irgendwann zu bunt und sie schmiedeten einen Plan, dem Bischof ein Schnippchen zu schlagen.
Als der Wagen mit dem Fass das nächste Mal kam, gab man den Kutschern guten Wein zu trinken - und davon reichlich. Vom Wein müde, schliefen diese kurzerhand auf dem Heimweg ein und der Karren blieb stehen.

Die Zeuterner kamen mit einem eigenen Wagen und einem eigenen Fass herbei, steckten einen Schlauch in das Fass des Bischofs und "schläuchelten" den Wein zurück ins eigene Fass.

Seither haben die Zeuterner den Namen "Woischlaich", also "Weinschläuche" weg.



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