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An dieser Stelle steht das wohl unheimlichste Bauwerk von Karlsruhe

Karlsruhe (as) Sie waren Fluchthelfer, wollten Menschen retten und bezahlten das selbst mit dem Leben: Am 1. April 1944 wurden 14 Mitglieder der französischen Widerstandsgruppe “Réseau Alliance” im Karlsruher Hardtwald hingerichtet. Wehrmachts-Soldaten stellten sie an eine Wand und erschossen die zwölf Franzosen und zwei Belgier. Diese Wand steht heute noch, als Überrest eines Schießstandes. Sie ist das wohl unheimlichste Bauwerk in Karlsruhe. Der Karlsruher Autor Wolfgang Wegner hat den Ort, den die meisten nicht mehr kennen, besucht und davon in der Martin Wacker-Show bei der neuen welle erzählt.

An die Wand gestellt

Foto: Wolfgang Wegner

Heute laufen Jogger und Spaziergänger achtlos in der Nähe vorbei, sie ist mit Graffitis besprayt und kaum jemand weiß, welche Schrecken sie verbirgt: Die alte Kugelfangmauer eines Schießstandes der Wehrmacht im Karlsruher Hardtwald.

Dort lernten die Wehrmachts-Angehörigen nicht nur schießen und treffen, sie wurde im zweiten Weltkrieg auch mindestens einmal zum Schauplatz eines Massakers: Ein Exekutionskommando holte 14 Widerstandskämpfer am 1. April 1944 aus dem Gefängnis in  Bruchsal und stellte sie früh morgens im Hardtwald an die Wand.


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Foto: Wolfgang Wegner

Dann hallten zwischen 7.05 Uhr und 7.36 Uhr Schüsse durch die Baumwipfel und die 14 Menschen brachen nacheinander tot vor der Mauer zusammen – durchlöchert von Wehrmachts-Kugeln. Sie waren zwischen 19 und 59 Jahren alt. Sie hatten anderen Widerstandskämpfern, alliierten Piloten und Juden zur Flucht aus Nazi-Deutschland verholfen und wurden dafür brutal hingerichtet.  

 

Dunkle Seite von Karlsruhe

 

Der Autor Wolfgang Wegner hat sich für sein Buch “Dunkle Geschichten aus Karlsruhe” auf die Suche gemacht nach diesem unheimlichen Bauwerk – das schilderte er in der Martin Wacker Show bei der “neuen welle”:

 

Jüngst Gedenken an Opfer nach 75 Jahren

Heute erinnert eine Stele auf der Kreuzung Theodor-Heuss-Allee / Breslauer Straße an die furchtbaren Ereignisse. Die jährten sich Anfang April zum 75. Mal. Dazu besuchten Angehörige der Opfer und Vertreter der Stadt Karlsruhe die Erinnerungsstele zu einer Gedenkveranstaltung. Die Mauer steht – von den meisten unbeachtet – in einiger Entfernung nach mehr als 70 Jahren immer noch versteckt und meist unbeachtet im Hardtwald.

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