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Keine Einigung: Badischer Autozulieferer Weber mit Werk in Neuenbürg meldet Insolvenz in Eigenregie an

Pforzheim/Neuenbürg (as) Die Gründerfamilie und Finanzinvestor Ardian können sich nicht über die Zukunft des badischen Autozulieferers Weber mit Werk in Neuenbürg einigen. Jetzt soll ein Experte ran. Was das für die Arbeitsplätze bedeutet, ist unklar. Die IG Metall übt scharfe Kritik am Vorgehen der Verantwortlichen.

IG Metall

Zoff zwischen Finanzinvestor und Gründerfamilie

Es ist eine der größten Pleiten in der Autozuliefer-Industrie in diesem Jahr: Weber stellt mit 1.500 Mitarbeitern, davon 140 in Neuenbürg im Enzkreis, Motoren- und Getriebeteile wie Zylinderköpfe und Motorblöcke her. Damit beliefert das Unternehmen die großen Auto- und Nutzfahrzeughersteller wie Mercedes, BMW und Audi. Seit 2016 ist ein Investor mit eingestiegen: Der französische Finanzinvestor Ardian. Der kann sich nicht mit der Gründerfamilie Weber einigen. Die haben eine Minderheitsbeteiligung. Es geht um die Bedingungen für eine nötige Kapitalspritze. Das Unternehmen hat deshalb beim Amtsgericht in Konstanz Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.

Verunsicherung in der Belegschaft

Natürlich sind die Beschäftigten aus Neuenbürg jetzt verunsichert, was mit Ihren Arbeitsplätzen passiert, so der zuständige Gewerkschaftssekretär der IG Metall Pforzheim Kai Müller. „Es wäre ein handfester Skandal, wenn bei der Insolvenz jetzt die Beschäftigten wegen der Unstimmigkeiten der Gesellschafter die Zeche bezahlen müssten. „Die derzeitige Bezahlung ist ohnehin weit unter Tarif, die Arbeitszeit mehr als 35 Std. pro Woche,“ so Müller weiter. Für die IG Metall Pforzheim ist es ohnehin unverständlich, dass das Amtsgericht Konstanz dem Antrag auf Eigenverwaltung gefolgt ist. Gerade die Differenzen unter den Gesellschaftern hätten für einen „starken Verwalter“ gesprochen. Immerhin sei mit Grub u. Brugger eine renommierte und erfahrene Kanzlei eingebunden, so der Sprecher der IG Metall Pforzheim, Arno Rastetter.